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Masern: Zahl der Infektionen hat sich verdreifacht

Masern bei Säuglingen
Saskia
Geschrieben von Saskia

Komplikationen meist bei Säuglingen!

“Masern sind zwar kein Zuckerschlecken, aber gehen auch wieder vorbei.” Ob in Wartezimmern, in der Kita oder im Bekanntenkreis. Solche Aussagen fallen häufig und sie zeigen, dass die Auswirkungen einer Maserninfektion unterschätzt werden. Lag die Zahl der Erkrankungen in Deutschland im Jahr 2016 noch bei 325, wurde das hochansteckende Virus 2017 bereits bei 929 Personen diagnostiziert. Die Zahl der Infektionen ist somit innerhalb eines Jahres um das dreifache gestiegen. Im schlimmsten Fall enden Masern bei Säuglingen tödlich. 


Laut Weltgesundheitsorganisation sollte das Virus in Deutschland bereits seit 2015 bekämpft worden sein. Als ausgerottet gilt die Krankheit dann, wenn mehr als 95 Prozent der Bevölkerung gegen Masern geimpft sind und sich die Erkrankung somit nicht weiter verbreiten kann. Da sich aber nach wie vor zu wenig Personen impfen lassen, steigt die Zahl der Infektionen weiter.

“Das ist eine dramatische Sache, denn Masern sind keine harmlose Kindererkrankung. Sie treten in allen Altersgruppen auf bei denjenigen, die nicht geimpft sind, und sie können zu 10 bis 20 Prozent Komplikationen verursachen. Deshalb ist so was natürlich immer ernst zu nehmen,” so Dr. Ole Wichmann vom Robert Koch-Institut (Quelle: FOCUS Online).

 

Im epidemiologischen Bulletin 2017 findet ihr alle Informationen zur aktuellsten Masernstudie.

Masern bei Säuglingen besonders gefährlich

Bei Babys unter elf Monaten treten am häufigsten Komplikationen auf, weshalb eine Maserninfektion bei Säuglingen auch am ehesten zum Tode führen kann. Da Eltern sehr kleiner Kinder bezüglich möglicher Nebenwirkungen und Impfschäden aber meist am ängstlichsten sind, verzichten sie gerade bei ihnen häufig auf eine Impfung oder sie wird schlichtweg vergessen. Deshalb fordert der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. (VKJ) eine baldige Impflicht:

“Natürlich wären wir froh, wenn alle Eltern auch ohne Impfpflicht ihre Kinder nach den Empfehlungen der STIKO impfen ließen. Aber das ist trotz aller Informations- und Aufklärungsbemühungen der letzten Jahre nicht der Fall. Viele verbummeln wichtige Impfungen, einige wenige lehnen sie auch aus ideologischen Gründen ab. Die in Deutschland geltende Meldepflicht durch die Kitas kann dies nur bedingt ändern. Ungeimpft sind Kinder einer Reihe lebensbedrohlicher Krankheiten ausgesetzt. Und sie gefährden auch andere Menschen, zum Beispiel Säuglinge und Kleinkinder, die (noch) nicht geimpft werden konnten, aber auch Erwachsene, die aus Ländern zu uns kommen, in denen nicht gründlich geimpft wird. Wir haben jedes Jahr größere Masernausbrüche zu beklagen. Menschen sterben an Krankheiten, die längst ausgerottet wären, wenn sich alle Eltern gleichermaßen verantwortungsbewusst verhalten würden,” sagt VKJ-Präsident Dr. Thomas Fischbach. (Quelle: VKJ)

Doch die STIKO plädiert nicht nur dafür, den Nachwuchs impfen zu lassen, sondern auch alle Personen, die nach 1970 geboren wurden und die in der Kindheit nur einmal oder gar nicht gegen Masern geimpft worden sind.

Eine Maserninfektion verläuft in zwei Stadien

Vorstadium (Prodromalstadium) mit grippeähnlichen Symptomen:

Beginnt ungefähr 8 bis 10 Tage nach der Infektion (Inkubationszeit) und dauert 3 bis 5 Tage an.

  • Müdigkeit/Abgeschlagenheit
  • Fieber (steigt ungefähr am dritten Tag und sinkt dann wieder)
  • Kopfschmerzen
  • Halsschmerzen/Heiserkeit
  • trockener Husten
  • Schnupfen
  • Bauchschmerzen
  • Lichtempfindlichkeit/Bindehautentzündung
  • aufgedunsenes Gesicht
  • ab dem 2. oder 3. Tag treten an der Wangenschleimhaut die sogenannten Koplik-Flecken auf

Hauptstadium (Exanthemstadium): Hautausschlag

  • Fieber steigt ein zweites Mal bis hin zu Fieberkrämpfen (sinkt nach 5 bis 7 Tagen)
  • Vorstadium wird stärker
  • geschwollene Lymphknoten am Hals
  • Hautausschlag (Exanthem)/hellrote Flecken (Größe 3 bis 6 mm)
  • Ausschlag beginnt meist hinter den Ohren, breitet sich über das Gesicht und den Körper aus
  • Flecken werden immer dunkler (bräunlich/violett) und verblassen nach 4 bis 7 Tagen (Haut schuppt sich)
  • Genesung dauert bis zu zwei Wochen ( treten Komplikationen auf, dauert sie länger)
  • Ansteckung erfolgt solange auch der Hautausschlag sichtbar ist

Schutzimpfung

Die erste Impfung eures Kindes sollte im Alter zwischen 11 und 14 Monaten erfolgen. Allerdings wird erst nach der zweiten Impfung ein optimaler Schutz erreicht. Diese sollte frühestens 4 Wochen nach der ersten Impfung und spätestens gegen Ende des zweiten Lebensjahres stattfinden. Die erste MMR-Impfung kann im Rahmen der Kindervorsorgeuntersuchungen ( ab der U6) durchgeführt werden. Bei der BIG könnt ihr die Kosten direkt über eure Versichertenkarte abrechnen lassen. Das gilt natürlich auch für ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Informationen zu möglichen Nebenwirkungen einer MMR-Impfung erfahrt ihr hier.

Wir empfehlen euch dazu auch noch mal unseren News-Beitrag Kleinkind stirbt an Masern.

Titelbild: © S.Kobold

Über den Autor

Saskia

Saskia

Noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von all dem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ...

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