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Mama-Coaching-Tipps von Nicole – “Perfektion ist eine Illusion”

Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Nach Tamara hier unsere zweite neue Gastbloggerin ins Boot: Herzlich Willkommen Nicole Bailer!

Nach der lieben Tamara holen wir heute noch eine zweite neue Gastbloggerin ins Boot! Nicole Bailer widmet sich mit ganz viel Herz und Verständnis euch Mamis! Meist kommt ihr nämlich viel zu kurz und kümmert euch zu selten um eure eigenen Wünsche und Ziele. Bevor Nicole euch hilfreiche Tipps für mehr Self-Care gibt, sollt ihr sie aber erstmal näher kennenlernen!

Du hast eine Ausbildung als Personal- und Business-Coach absolviert. Wieso hast du dich nun auf das Coaching von Müttern spezialisiert?

Nicole: Mit der Ausbildung habe ich mir eine solide und fundierte Basis erschaffen. Für mich war die Ausbildung weniger dazu da, zig Tools zu erlernen, sondern mich und mein Leben zu reflektieren, Empathie zu entwickeln und mir über meine Berufung klarer zu werden. Dass ich mich auf Mütter spezialisiert habe, war ein Prozess und zu Beginn meiner Tätigkeit überhaupt nicht auf meinem Radar. Ich habe damit begonnen, Angehörige von chronischen Schmerzpatienten zu coachen, aber nach und nach waren die Frauen, die meine Artikel gelesen, kommentiert und mir persönliche Nachrichten geschrieben haben, immer mehr Mütter. Es waren ähnliche “Probleme”, die alle miteinander verbanden: persönliche Abgrenzung, Aufopferung, den eigenen Wert nicht kennen etc.

Letzendlich wurde mir klar, dass ich als Mutter selbst schon in vielen solchen Stationen stand und so eine authentische Stimme sein konnte. Die Arbeit mit meiner Mentorin hat mich dann dazu bewegt, den Schritt zum Mama-Coach zu gehen.

Hast du selbst Kinder (und falls ja, wieviel Zeit nimmst du dir regelmäßig nur für dich)?

Nicole: Ich habe eine Tochter, die nächsten Monat fünf Jahre alt wird. Ich nehme mir täglich zwischen 30 und 60 Minuten Zeit für mich, je nachdem, was anfällt. Von einer wunderbaren Kollegin habe ich die 1er-Formel kennen gelernt und bin selbst dabei, diese in mein Leben zu integrieren: 1 Tag pro Woche, 1 Wochenende im Monat und 1 Woche im Jahr für MICH ALLEIN. Ich habe ja das Glück, dass mein Mann Zuhause ist und ich mir so sehr flexibel meine Freiräume nehmen kann.

Angenommen, es meldet sich eine Mutter bei dir, die sich bisher nie Zeit für sich und ihre Bedürfnisse genommen hat. Wie motivierst du sie, umzudenken?

Nicole: Ich frage sie, wie ihr perfekter Tag aussehen würde, wenn alles möglich wäre. Sie darf mir dann in den schillerndsten Farben berichten, was ihr Freude macht – was sie vermisst und wobei sie richtig aufblühen kann. Es entsteht dann immer so ein Leuchten in den Augen der Mütter und dann frage ich sie: “Was hindert dich WIRKLICH daran, so zu leben?” Ich zeige den Müttern, dass es keine weltbewegenden Ereignisse oder Veränderungen braucht, um etwas zu bewirken, und so wird vielen schon nach einem kurzen Gespräch klar, dass der Himmel, auf den sie hoffen, zum Greifen nah ist.

Wovor hat eine Mutter die größte Angst?

Nicole: Eine schlechte Mutter zu sein! Sich nicht genug um die Familie gekümmert zu haben. Das sind die größten Ängste und sie reichen oftmals sehr sehr tief. Ich schreibe an meinem ersten Buch, in dem es darum geht, dass wir Mütter nicht perfekt sein müssen. Perfektion ist eine Illusion, eine Fatha Morgana, aber sie macht uns auf Dauer kaputt. Sie bringt uns an unsere Grenzen und leider oftmals darüber hinaus. Und “Schuld” daran sind nicht die Kinder oder die Verpflichtungen, sondern unsere innere Haltung uns selbst gegenüber.

Du hast selbst einen mutigen Jobwechsel überwunden und dich sehr intensiv um deinen Mann gekümmert. Hast du das ganz ohne fremde Hilfe geschafft?

Nicole: Ja. Ich war damals, bis auf meinen Mann, komplett auf mich alleine gestellt. All meine Freunde und Familie hatten null Verständnis für mein Handeln und mein Denken. Auch in der Zeit der Pflege war ich relativ einsam – denn während andere in meinem Alter Party gemacht oder sich die Welt angesehen haben, hatte ich einfach nicht diese Möglichkeiten. Es gab Zeiten, da hätte ich mir einen Coach an meiner Seite gewünscht – absolut. Im Nachhinein weiß ich aber, dass alles einen Grund hatte.

Wie hast du dich in dieser Zeit motiviert?

Nicole: Durch die Liebe in mir. Ich hatte immer dieses tiefe Gefühl des Vertrauens in mir, das ist ziemlich schwer zu beschreiben. Heute weiß ich, dass es mein Herz war, das mich geleitet hat. Ich habe das Prinzip der Achtsamkeit – unbewusst – ganz stark gelebt. Ich war ganz in der Gegenwart und habe mir selten Gedanken über die Zukunft gemacht. Auch habe ich mich nicht gefragt, WARUM das gerade alles so ist. Das hat mir in dieser Zeit sehr geholfen. Ich sehe mich als gläubigen Menschen, ich glaube an Gott; ohne Religion und für mich ist das Göttliche die größte Motivation!!

Hast du eine „Idee“, wieso gerade Mütter alles schaffen wollen und sich dabei oft selbst vergessen?

Nicole: Meine Idee dahinter ist die Rolle der Frau an sich seit ‘zig Generationen. Frauen und vor allem wir Mütter tun nichts lieber, als uns zu vergleichen. Das würden wir natürlich nicht zugeben, aber sei es durch die Medien, durch unsere familiäre Prägung oder unser momentanes Umfeld – wir sehen von außen ständig neue Erwartungen an uns herangetragen oder auch, wie andere Mütter noch mehr mit ihren Kindern unternehmen usw usw. Sobald wir Mütter geworden sind, fühlen wir uns – was klar ganz natürlich ist – in der Verantwortung für das kleine Wesen. ABER wir hören dann auf, wir selbst zu sein – wir vertrauen unserem Herzen nicht mehr. Wir denken, wir sind nur gute Mütter wenn ….. wir dreimal die Woche beim Kinderturnen sind oder alle Ersparnisse für neue und tolle Spielsachen investieren. Unsere Vorfahren haben ja noch viel mehr – körperlich – mit Kindern geleistet als wir heute; da ist es doch nur zu verständlich, dass wir uns bis an den Rand des Zusammenbruchs kämpfen. Wir haben so viele Vorurteile in uns und alte Muster, die uns daran hindern, FREI zu sein, nur auf uns selbst zu hören und Pausen zu machen oder uns Zeit für uns selbst zu nehmen. Behalten wir diese (alten) Muster weiterhin bei, wird die Rolle der Mutter der Abschreckung anstatt der Freude dienen.

Wieso ist „Self-Care“ bei Müttern auch für den Erhalt und die Zufriedenheit der Familie wichtig?

Nicole: Weil wir Mütter die Zentrale in der Familie sind. Wir sind sozusagen der Fels in der Brandung und unsere Energie und unsere Laune sind der Gradmesser der ganzen Familie. Wenn wir Mütter dauernd erschöpft, mies gelaunt, gereizt und wütend sind – dann ist es nicht schwer zu erraten, auf wen sich das überträgt.

Weiß ich als Mutter aber, meine Grenzen zu ziehen und kenne meine Bedürfnisse und gehe klar und strukturiert durch den Tag, herrscht in der Familie ein ganz anderes Klima – eine ganz andere Energie. Wir sind schließlich auch Vorbilder für unsere Kinder und was gibt es Schöneres als das, was ich meinem Kind sage, auch vorzuleben. Solche Eltern braucht die Welt.

Was sollte sich eine Mutter in schweren Zeiten immer vor Augen halten, um sich zu motivieren?

Nicole: Schwere Zeiten wollen dir etwas sagen. Mir persönlich hilft immer, kurz innezuhalten und mich zu fragen: “Wie wird es leicht”? Und was noch ganz wichtig ist: wir sind nicht alleine!! Nimm das Telefon oder schreib einer Freundin, deiner Vertrauten oder wem auch immer eine Nachricht. Zeig dich und deine Bedüfnisse, lass es zu und mach dich nicht klein und unsichtbar. Wir Frauen sind füreinander da!!

Welche Rolle spielt der Partner und wie kann er seine Frau unterstützen, um eine „HappyMam“ zu werden?

Nicole: Der Partner spielt insofern eine Rolle, als dass er der Mutter stärkend zur Seite steht. Es ist ganz wichtig, dass wir unserem Partner gegenüber offen unsere Bedürfnisse aussprechen und wir diesem dann auch die Zeit geben, sich darauf einzustellen. Eine große Hilfe ist der Partner hauptsächlich in “Kleinigkeiten”, wie mal die Kinder ins Bett zu bringen oder Samstags mal einen Ausflug alleine mit ihnen zu unternehmen usw. Die beste Unterstützung ist die, die sich die Frau wünscht und das kann heute so sein und morgen so – wichtig ist, dass wir Frauen dies klar formulieren können.

P.S: Ich arbeite auch noch daran 😉

Titelbild: Nicole Bailer

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