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HELLP-Syndrom: Symptome wie bei einer Magen-Darm-Grippe

HELLP-Syndrom oder Magen-Darm-Grippe
Saskia
Geschrieben von Saskia

Entscheidend sind die Leberwerte.

Das HELLP-Syndrom zählt zu einer der schwersten Formen der Präeklampsie, kann sich aber auch ohne vorherige Symptomatiken und innerhalb von einer Stunde rasch entwickeln und Mutter und Kind gefährden. Das Tückische daran ist, dass es mit Symptomen einhergeht, die eher auf eine harmlose Magen-Darm-Grippe, als auf eine gefährliche Schwangerschaftserkrankung hindeuten.


Bei dem HELLP-Syndrom handelt es sich um eine Leberfunktionsstörung, die sich negativ auf die Blutbildung und Blutgerinnung auswirkt und schnellstmöglich diagnostiziert werden muss.

HELLP steht für:

H: Hämolyse (Blutzerfall)
EL: erhöhte Leberwerte (englisch: elevated liver function tests)
LP: niedrige Thrombozytenzahl (englisch: low platelet counts)

HELLP-Syndrom oder Magen-Darm-Grippe?

Die Hauptsymptome sind mit denen einer schweren Magen-Darm-Grippe vergleichbar.

In rund 90 Prozent der Fälle klagen die Schwangeren über (starke) Oberbauchschmerzen (meist unter dem rechten Rippenbogen; dort sitzt die Leber und in Nierengegend). Hinzu kommen meist Übelkeit und Erbrechen, in manchen Fällen auch Durchfall. Auch extremes Hautjucken kann auftreten. Dieses kann jedoch auch auf eine Schwangerschaftscholestase hindeuten, die ebenfalls dringend behandelt werden muss. Auch bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine Leberfunktionsstörung, die in Deutschland allerdings sehr selten ist.

Besondere Aufmerksamkeit ist dann geboten, wenn der Blutdruck zu Beginn stark angestiegen ist und sich die Beschwerden innerhalb einer Stunde verschlimmert haben. Und selbst wenn die Symptome nicht so stark ausgeprägt sind, sollte der Arzt informiert und ein Krankenhaus, das im besten Fall über ein Perinatalzentrum verfügt, aufgesucht werden.

Laboruntersuchung gibt Aufschluss

Erst über eine Laboruntersuchung (HELLP Labor) und mithilfe der Leberwerte kann eine sichere Diagnose getroffen werden. Weitere Informationen zur Diagnostik und therapeutischen Maßnahmen findet ihr hier. Tritt das HELLP-Syndrom vor der 34. Schwangerschaftswoche auf, bestanden meist bereits Vorerkrankungen und/oder ein erhöhtes genetisches Risiko. Zu den immunologischen und thrombophilen Ursachen könnt ihr euch mithilfe dieser Broschüre noch mal genauer informieren. Sie ist vor allem dann zu empfehlen, wenn ihr von diesen Erkrankungen bereits betroffen wart und euch weitere Kinder wünscht.

Entbindung und Nachwirkungen

Wurde das HELLP-Syndrom diagnostiziert, ist eine zeitnahe Entbindung über einen Kaiserschnitt notwendig, um das Wohl der Mutter und des Kindes nicht zu gefährden. Je schneller die Entbindung vollzogen wird, umso länger und stärker können auch die nachträglichen Beschwerden sein. In den meisten Fällen geht es der frischgebackenen Mama dann aber nach rund vier Tagen schon wieder gut und die Symptome klingen ab. Eine mögliche Nachwirkung ist die der Störung des Kurzzeitgedächtnisses, die allerdings sehr selten auftritt. Diesbezüglich solltet ihr in einem regelmäßigen Austausch mit eurem behandelnden Arzt stehen.

Quellen: Frauenärzte im Netz und Arbeitsgemeinschaft Gestose-Frauen e.V.

Titelbild: © Halfpoint

Über den Autor

Saskia

Saskia

Knapp über 30 und noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von all dem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs dann irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ;)

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