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Last-Minute-Mutter: Risikoschwangerschaft ab 35?

Risikoschwangerschaft
Saskia
Geschrieben von Saskia

Kein Grund zur Panik!

Nun hat es der Klapperstorch doch noch bis zu euch geschafft, oder ihr werdet vollkommen ungeplant noch mal Mama? Ab 35 könnte euch diese Nachricht ziemlich aus dem Konzept bringen. Natürlich solltet ihr noch ein wenig vorsichtiger sein und die Untersuchungen, zu denen euch euer Gynäkologe rät, auch alle sorgsam befolgen. Trotzdem lässt sich keine Schwangerschaft über einen Kamm scheren und jeder Körper reagiert unterschiedlich auf das kleine (wenn auch späte) Glück in eurem Bauch. Risikoschwangerschaft? Ist in jedem Fall sehr individuell zu betrachten! Folgende Tipps und Fakten werden euch hoffentlich beruhigen.


Fall 1

Plötzlich 35…

Sie erscheint regelmäßig und spätestens ab Anfang 30 immer wieder vor unserem inneren Auge und tickt, ohne uns zu fragen: die biologische Uhr. Sie fragt nicht danach, ob wir überhaupt schon bereit für eine Schwangerschaft und ein eigenes Kind sind und interessiert sich schon gar nicht dafür, ob wir den “richtigen” Mann an unserer Seite haben. Ganz abgesehen davon, dass wir uns selbst einfach nicht mehr so schnell binden wollen und der berufliche Werdegang immer häufiger oberste Priorität hat. Ganz egal, welche Gründe auf uns zutreffen: Die Zeit schreitet unaufhaltsam und ohne Rücksicht auf Verluste weiter fort. Damit wir dann voller Panik und mit gerade mal ‘zarten’ 35 Jahren von unserer Frauenärztin hören dürfen: “Denken Sie daran, dass Sie nicht ewig im gebärfähigen Alter sind und dass es ab jetzt mit jedem Jahr schwieriger wird, schwanger zu werden.” Dabei waren wir doch gerade noch Mitte 20 und hatten noch so viel Zeit…

Aber sind wir mal ehrlich. Abgesehen davon, dass ganz offiziell nicht nur die Geburtenrate endlich wieder einen Aufschwung erlebt und das Durchschnittsalter gebärender Frauen auch immer höher wird, bringt uns dieser Druck rein gar nichts – außer Frust. Vielleicht hatten auch wir, die knapp über 30-Jährigen, mit Anfang 20 mal ganz andere Pläne und Wünsche, aber für diese sind wir eben (leider) nicht alleine verantwortlich, sondern unsere gesamte Lebenssituation mit all seinen Tücken, Träumen und den unzähligen Strichen, die durch diverse Zukunfts-Rechnungen gemacht werden mussten, oder weil wir es nun mal einfach so wollten! Und was Carla Bruni (Mutter mit 43), die deutsche Schauspielerin Bettina Zimmermann (Mutter mit 40) oder Uma Thurman (bekam ihr drittes Kind mit 41) können, schaffen wir tapferen Ladys doch schon längst, oder? Also bitte schraubt eure Panik zurück, dreht der biologischen Uhr (zumindest akustisch) einfach mal den Saft ab und fragt euch nicht täglich, was das Schicksal für euch vorgesehen hat. Denn biologisch gesehen stehen die Karten gar nicht so schlecht, selbst Anfang 40 eine ganz normale Schwangerschaft verleben und ein gesundes Kind auf die Welt bringen zu können.

Fall 2

Ganz ungeplant

Ihr habt bereits Kinder und bekommt mit Mitte oder Ende 30 noch mal die freudige Botschaft, dass ihr einen Nachzögling erwartet? Auch dann werden eure ersten Gedanken sicherlich sein, inwiefern ihr euch die Schwangerschaft gesundheitlich noch zutraut. Sofern eure Schwangerschaften bisher auch komplikationslos verlaufen sind, solltet ihr versuchen, so gelassen wie nur möglich und ab jetzt wieder zu zweit die nächsten neun Monate zu verleben und natürlich gilt auch hier: Haltet euch an die Ratschläge und Vorsorgemaßnahmen, die euch euer Arzt und eure Hebamme ans Herz legen.

Fakten und Tipps

Das Negativste vorweg: Je älter wir werden, umso mehr sinkt die Wahrscheinlichkeit, schwanger werden zu können. Denn auch die Eierstöcke altern mit und die Eireifung verlief mit Mitte 20 einfach besser. Somit kommt es auch weniger zum Eisprung und auch die Eizellen werden insgesamt weniger. Die Eizellen nisten sich nicht mehr so häufig in der Gebärmutterschleimhaut ein, oder der Prozess der Entwicklung bereitet Probleme. Auch Fehlgeburten noch bevor ihr überhaupt festgestellt habt, dass ihr schwanger seid, sind häufiger der Fall.  Ab dem 30. Lebensjahr habt ihr je Zyklus durchschnittlich eine Chance von etwa 10 Prozent, schwanger zu werden. Und dennoch spielt euer gesundheitlicher und psychischer Zustand immer noch eine größere Rolle, als euer Alter!

Selbst, wenn euer Mutterpass ab 35 nichts Besseres kann, als euch die Panik gleich noch mal schriftlich unter die Nase zu reiben: Inwiefern man bei euch wirklich von einer Risikoschwangerschaft sprechen muss, entscheidet viel mehr euer Arzt und sofern ihr euch bei diesem in guten Händen fühlt, glaubt ihm bitte auch. Übrigens verwendet auch nicht gleich jeder Gynäkologe diesen Begriff und sieht dementsprechend eine wirkliche Risikoschwangerschaft noch gar nicht vorliegen.

Einige “Wehwehchen”, wie Rückenschmerzen oder Morgenübelkeit werden selbst mit zunehmendem Alter als Schwangere nicht mehr oder weniger.

Hier müsst ihr vorsichtig sein: Ab 35 treten Gestosen (Schwangerschaftsvergiftungen) und auch Schwangerschaftsdiabetes häufiger auf, als bei Jüngeren. Sofern ihr eure Vorsorgeuntersuchungen aber ernst nehmt, stehen all diese Risiken unter höchster Beobachtung und werden in den meisten Fällen schnell genug erkannt.

Titelbild: © puhhha – Fotolia.com

Über den Autor

Saskia

Saskia

Noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von all dem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ...

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