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Kuschelentzug bei Babys kann Entwicklung beeinträchtigen

Kuschelentzug bei Babys
Saskia
Geschrieben von Saskia

DNA ist betroffen!

Eure Babys zu halten und zu kuscheln ist unglaublich wichtig. Um sie zu beruhigen und ihnen zu zeigen, dass ihr sie liebt und aus einem weiteren Grund. Denn Forscher der Columbia Universität und des BC Children’s Hospital Research Institutes fanden heraus, dass sich die intensive Nähe zu eurem Kind auch auf molekularer Ebene positiv auf die DNA auswirkt. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass Kuschelentzug bei Babys die Entwicklung negativ beeinflussen kann!


Vier Jahre lang wurden 94 gesunde Kinder für die Studie untersucht, die beim Start fünf Wochen alt waren. Die Eltern machten tägliche Notizen zum Ess- , Schlaf-, Jammer- und Schreiverhalten und gaben an, wie häufig sie mit ihrem Kind gekuschelt haben. Zudem wurde durch einen Abstrich die DNA der Kinder aufgenommen.

Vergleich der DNA

Viereinhalb Jahre später wurde ein erneuter Abstrich gemacht und beide Ergebnisse miteinander verglichen. Die Forscher haben festgestellt, dass sich zwischen Kindern, die wenig Körperkontakt hatten und denen, die viel Körperkontakt erfahren haben, große Unterschiede bei der sogenannten Methylierung zeigten. Diese steht für eine Veränderung der DNA-Struktur und ihrer Eigenschaften. Davon waren insgesamt fünf DNA-Stränge, unter anderem die des Immunsystems und des Stoffwechsels, betroffen.

Kuschelentzug bei Babys kann zu Unterentwicklung führen

Kinder, die weniger gekuschelt und gehalten wurden und häufiger Stress ausgesetzt waren, zeigten in der Studie ein verändertes Profil ihrer Zellen auf molekularer Ebene. Die Kinder, die häufiger intensiven Körperkontakt und weniger Stress erfahren haben, zeigten dagegen eine bessere biologische Entwicklung. Die Forscher machten damit also deutlich, dass Kuschelentzug bei Babys und Kleinkindern eine biologische Unterentwicklung zur Folge hat und sich somit auch negativ auf die gesamte Entwicklung bis ins Erwachsenenalter auswirkt. Kinder mit wenig Körperkontakt zeigten außerdem einen auffälligen Unterschied zwischen biologischem und chronologischem Alter. Diese Ungleichheit in der Zellreife wird zum Beispiel mit einer schlechteren Gesundheit in Zusammenhang gebracht.

 

“Wir werden weiter verfolgen, ob diese biologische Unausgereiftheit weitere Auswirkungen auf die Gesundheit und die psychologische Entwicklung hat”, sagt die leitende Studienautorin Sarah Moore. “Wenn weitere Studien das bestätigen, wird das nur mehr unterstreichen, wie wichtig Körperkontakt vor allem für gestresste Säuglinge ist.

 

Wie wichtig intensiver Hautkontakt für Frühchen ist, erfahrt ihr in unserem Beitrag zum Känguruhen! 🙂

Titelbild: © Cookie Studio

Über den Autor

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Saskia

Noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von all dem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ...

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