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Zu Kräften kommen: Rückbildungskurse für verwaiste Mütter

Rückbildungskurse für verwaiste Mütter
Saskia
Geschrieben von Saskia

Körperliche und seelische Betreuung.

Einen Kurs für Rückbildungsgymnastik zu besuchen ist in der Regel mit positiven Gefühlen verbunden. Danach sind Mutter und Kind meist wohlauf und die frischgebackene Mama freut sich darüber, dem strapazierten Körper zu neuer Kraft zu verhelfen. Es gibt allerdings auch Rückbildungskurse, die mit negativen Emotionen verbunden sind und von denen längst nicht jede Frau weiß. Kurse, in denen es ebenfalls darum geht, dass sich der Körper der einst Schwangeren erholt und zu neuen Kräften findet. Allerdings ohne das eigene Baby in den Armen halten zu können. Diese Rückbildungskurse für verwaiste Mütter richten sich, wie es der Name schon sagt, an alle Frauen, deren Kinder vor, während oder kurz nach der Geburt verstorben sind. 


Natürlich hält euch niemand davon ab, einen gewöhnlichen Rückbildungskurs zu besuchen. Allerdings werdet ihr dann auch mit der vollen Ladung Glück und Gesprächen übers Stillen, Wickeln und den Babys selbst konfrontiert. Für die eine Frau mag es eine Hilfe sein, um schnell wieder zurück ins Leben zu finden. Ist das für euch noch nicht möglich, solltet ihr euch nicht verkriechen und mit eurem Schmerz alleine sein, sondern einen Kurs besuchen, der euch die Unterstützung bietet, die ihr in dieser Situation benötigt.

Das Problem ist, dass nicht jede Frau darüber informiert wird, dass es diese Kurse überhaupt gibt. Außerdem werden sie leider längst nicht in jeder Stadt angeboten. Findet ihr keinen Kurs in eurer Nähe, könnt ihr die Übungen stattdessen zu Hause machen.

Rückbildungskurse für verwaiste Mütter bieten folgende Vorteile:

  • Der Kurs hilft euch dabei, achtsam mit euch umzugehen. Das schließt nicht nur eure körperliche, sondern auch eure seelische Verfassung mit ein. Natürlich könnt ihr euch für all die anderen glücklichen Mütter freuen. Allerdings geht es jetzt erst mal um euch und darum, dass ihr euren Schmerz überwindet und wieder zu Kräften kommt. Das klappt in solch einem Kurs besser als in einem gewöhnlichen.
  • Ihr seid unter euch und müsst den anderen Teilnehmerinnen nicht erläutern, wie ihr euch gerade fühlt. Ihr müsst nicht reden, wenn ihr nicht wollt und euch schaut niemand komisch an, wenn euch plötzlich die Tränen kommen.
  • Meist wird auch darauf geachtet, dass ihr vor und nach dem Kurs keiner ‘gewöhnlichen’ Rückbildungsgruppe über den Weg lauft. Dies trägt ebenfalls dazu bei, dass ihr euch auch wirklich entspannen könnt und unter euch seid.
  • Die Kursleiter/-innen sind auf euch und eure Gefühlslage vorbereitet. Hier ist nicht nur Platz für Übungen, sondern auch Raum für Emotionen und Trauer.
  • Zwar ersetzt solch ein Kurs keine Therapie, allerdings kann er trotzdem dafür genutzt werden, um Gespräche über Trauer, belastende Schuldgefühle und ähnliche Themen zu führen.
  • Neben den Rückbildungskursen werden ergänzend auch spezielle Gesprächsgruppen für Sternen-Eltern angeboten oder ihr werdet an andere Hilfsstellen wie dem Bundesverband  “Verwaiste Eltern” weitervermittelt.

Hier einige Kursangebote:

Hamburg, Berlin, München, KölnFrankfurtMünsterBremen, Bonn, Düsseldorf, Mannheim, Porta Westfalica und Leipzig

Sofern euch euer Krankenhaus oder eure Hebamme nicht dabei behilflich sein kann, Rückbildungskurse für verwaiste Mütter in eurer Nähe zu finden, könnt ihr euch auch bei regionalen Anlaufstellen für verwaiste Eltern erkundigen. Die Adressen findet ihr hier. Wir hoffen aber, dass ihr die Recherche nicht selbst übernehmen müsst und ihr schnell einen Kurs findet, in dem ihr euch gut aufgehoben fühlt. Falls ihr für Kurse innerhalb Deutschlands noch Empfehlungen habt, ergänzen wir natürlich gerne.

Die meisten Krankenkassen übernehmen die Kosten eines Rückbildungskurses. Seid ihr bei der BIG versichert seid, findet ihr hier alle weiteren Infos.

Titelbild: © benik.at

Über den Autor

Saskia

Saskia

Noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von all dem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ...

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