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Kindervorsorgeuntersuchungen: U7 bis J2

U7 Kinder
Saskia
Geschrieben von Saskia

Welche Kosten trägt die Kasse?

Was euch und eure Kleinen bei den Kindervorsorgeuntersuchungen U1 bis U6 erwartet, wisst ihr bereits. In diesem Beitrag geht es um die U7 bis zur J2. Die U10, U11 und J2 werden übrigens nicht von allen Krankenkassen übernommen, obwohl der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte diese drei Untersuchungen empfiehlt. Die Gründe erfahrt ihr jetzt und wir verraten euch, welche Krankenkasse die U10 und U11 als Zusatzleistung trägt und euch vor jeder Untersuchung rechtzeitig an den Besuch beim Kinder- und Jugendarzt erinnert.


U7: kurz vor dem zweiten Geburtstag

Zwischen dem 21. und 24. Lebensmonat  sollte die so genannte Zweijahres-Untersuchung stattfinden. Nach dem 27. Monat müsst ihr den Arztbesuch selbst bezahlen (IGel-Leistung). Dabei erfolgt wie gewöhnlich ein Check-Up der Körperfunktionen. Im Mittelpunkt steht allerdings die geistige Entwicklung eures Kindes. Unter anderem sollte es nun Sätze mit zwei Worten bilden können, Gegenstände benennen und einfache Aufforderungen verstehen. Im Idealfall kann euer Sprössling schon zehn Wörter selbstständig aussprechen. Falls ihr bislang wichtige Impfungen versäumt habt, werden diese jetzt nachgeholt. Außerdem werden die Milchzähne angeschaut.

U7a: zwischen dem 34. und 36. Lebensmonat

Euer Kind ist jetzt bereits im Kindergartenalter. Um die Lücke bis zur U8 nicht allzu lang werden zu lassen, wird die U7a im Alter von drei Jahren empfohlen, die erst seit 2008 von allen Kassen erstattet wird. Hierbei liegt der Fokus auf dem Erkennen allergischer Erkrankungen, auf möglichen Sozialisations-, Verhaltens- sowie Sprachentwicklungsstörungen. Erste Fehlstellungen im Kieferbereich können erkannt und behandelt werden und auch das Gewicht eures Kindes spielt eine zentrale Rolle. Auch hier gilt: Nach dem 38. Lebensmonat müsst ihr für die Kosten (IGel-Leistung) selbst aufkommen.

U8: zwischen dem 46. und 48. Lebensmonat

Euer Knirps ist bereits vier Jahre alt. Der Arzt untersucht die Funktionstüchtigkeit der Organe sowie das Seh- und Hörvermögen. Der Blutdruck wird gemessen und eine Urinuntersuchung steht auf dem Programm. Erneut werden die sprachliche Entwicklung und die Körperbeherrschung (Motorik) unter die Lupe genommen. Darüber hinaus wird euch der Arzt zum sozialen Verhalten eures Kindes befragen und die geistige Reife überprüfen. Damit lassen sich mögliche Entwicklungsverzögerungen feststellen und Fördermaßnahmen einleiten. Nach dem 50. Lebensmonat gilt der Gesundheitscheck wieder als IGel-Leistung.

U9: zwischen dem 60. und 64. Lebensmonat

Die U9 ist die umfangreichste Vorsorgeuntersuchung und euer Kind ist etwa fünf Jahre alt. Kurz vor dem Beginn der Schulzeit werden nochmals alle Organe, der Urin und Blutdruck untersucht. Das Seh- und Hörvermögen werden überprüft, die Grob- und Feinmotorik, die Körperhaltung sowie die Fußstellung. Wie steht es um die soziale, geistige und seelische Entwicklung? Wichtig dabei sind das sprachliche Vermögen und das soziale Verhalten, aber auch die Intelligenz eures Kindes. Ziel dabei ist, mögliche Entwicklungsverzögerungen aufzudecken und therapeutische Maßnahmen zu ergreifen, bevor euer Schatz in die Schule kommt. All diese Punkte fallen auch in die ärztliche Beurteilung zur Schulreife. Zu guter Letzt werdet ihr über wichtige Auffrischungsimpfungen aufgeklärt. Die U9 gehört nach dem 66. Lebensmonat nicht mehr zur Kassenleistung.

Zusätzliche Vorsorge: U10 und U11

Beide Untersuchungen gehören nicht zur Pflichtleistung der Krankenkassen. Unterstützt werdet ihr beispielsweise bei der BIG, die beide Untersuchungen als Leistungsplus trägt. Der Kinderarzt benötigt lediglich die Versichertenkarte und rechnet die Untersuchungen direkt über die Kasse ab. Eine Privatrechnung eures Arztes ist nicht notwendig. Will er diese dennoch ausstellen, setzt euch einfach mit der BIG in Verbindung. Übrigens erinnert sie euch immer rechtzeitig, einen Termin für die jeweilige Kindervorsorgeuntersuchung zu machen.

U10: sieben bis acht Jahre

Die U10 schließt die große Lücke zwischen der U9 und der J1. Diese Phase ist ganz entscheidend für die Entwicklung eures Kindes. Erste Schulleistungsstörungen (Lese-Rechtschreib-Schwäche), Hilfe bei Sozialisations- und Verhaltensstörungen (wie zum Beispiel ADHS) können somit erkannt und behandelt werden. Auch die Entwicklung der Zähne und des Kiefers sollte in dieser Phase nochmals kontrolliert werden.

U11: neun bis zehn Jahre

Damit zwischen der U10 und J1 keine halbe Ewigkeit vergeht, könnt ihr eure Kids im Alter von neun bis zehn nochmals durchchecken lassen. Egal, ob Schulschwierigkeiten, Sozialisations- und Verhaltensstörungen, gesundheitsschädigendes Medienverhalten oder Fehlstellungen im Zahn- und Kieferbereich. Sofern therapeutische Maßnahmen (dazu zählen auch Bewegungs- und Sportförderung) notwendig sind, ist dies der richtige Zeitpunkt. Auch wenn es schwer zu glauben ist, aber schon jetzt spielen Themen wie Suchtmittel, Stress- und Ernährungsberatung eine große Rolle.

J1: zwischen 12 und 16 Jahre

Diese vorletzte Untersuchung wird wieder von allen Kassen als Pflichtleistung übernommen und muss bis zum Ende des 15. Lebensjahres stattgefunden haben. Körper und Seele werden nochmals auf Herz und Nieren geprüft. Dazu gehören auch Gewicht, Körpergröße, Impfstatus, ein Blut- und Urintest. In welchem pubertären Entwicklungsstadium befindet sich euer heranwachsendes Kind, wie steht es um die Organe, den Knochenbau und die Sinnesfunktionen? Bestehen durch Wachstumsschübe Fehlhaltungen, leidet der Jugendliche unter chronischen Erkrankungen oder einem gestörten Essverhalten? Der Kinderarzt kennt euer Kind im besten Falle seit mehreren Jahren und sollte auch in anderen vertraulichen Fragen, die die Sexualität, Verhütung und den Konsum von Suchtmitteln betreffen, hilfreiche Tipps geben können und euch und vor allem euer Kind nicht im Regen stehen lassen.

Zusätzliche Vorsorge: J2

Die J2 gehört ebenfalls nicht zur Pflichtleistung der Krankenkassen.

Erwachsene sollten alle zwei Jahre zu einem Gesundheitscheck. Zwischen dem 16. und 17. Lebensjahr werden wichtige Weichen für die Zukunft gestellt. Berufswahl, erste sexuelle Beziehungen und ähnliche Bereiche sind Teil des Lebensmittelpunktes. Daher stehen bei dieser letzten Jugendvorsorgeuntersuchung das Erkennen und Behandeln von Pubertäts- und Sexualstörungen, Haltungsstörungen, Diabetes-Vorsorge und therapeutische Maßnahmen bei Allergien, die auch die Berufswahl beeinträchtigen können, auf dem Plan. Der Jugendliche kann selbst entscheiden, ob er die Untersuchung mit oder ohne Eltern ‘bestreiten’ will.

Titelbild: © master1305

Über den Autor

Saskia

Saskia

Noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von all dem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ...

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