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Kindervorsorgeuntersuchungen: U1 bis U6

U1
Saskia
Geschrieben von Saskia

Was passiert da genau?

Die Geburt eures Kindes steht kurz bevor? Dann solltet ihr euch spätestens jetzt einen Überblick über die ersten Kindervorsorgeuntersuchungen verschaffen. Die U1 bis J1 gehören in einigen Bundesländern bereits zur Pflicht, um möglichen körperlichen und geistigen, aber auch emotionalen und sozialen Entwicklungsstörungen vorzubeugen, beziehungsweise diese rechtzeitig zu erkennen und behandeln zu können. Heute erfahrt ihr alles Wichtige über die U1 bis U6.


Generell hat euer Kind in Deutschland Anspruch auf elf Vorsorgeuntersuchungen. Eure Krankenkasse übernimmt die Kosten für die folgenden Untersuchungen: U1 bis U7, U7a, U8, U9 sowie die J1 (gelbes Untersuchungsheft). Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte empfiehlt außerdem drei ergänzende Untersuchungen: U10, U11 und J2 (grünes Untersuchungsheft “Paed.Plus®”). Allerdings werden diese nicht von allen Krankenkassen bezahlt. Im zweiten Beitrag, der in Kürze folgen wird, geben wir euch diesbezüglich noch einige nützliche Tipps.

Die wichtigsten Infos zu den ersten 6 Kindervorsorgeuntersuchungen

U1: Direkt nach der Geburt

Die erste Untersuchung erfolgt direkt nach der Geburt eures Babys. Mithilfe des APGAR-Tests werden Atmung, Puls, Grundhaltung, Reflexe und das Aussehen eures Kindes untersucht. Die Prostata und die äußeren Genitalien werden angeschaut und abgetastet und es erfolgt ein Neugeborenen-Hörscreening (falls nicht, sollte dies spätestens bei der U2 der Fall sein!). Außerdem wird Blut aus der Nabelschnur entnommen, um den Sauerstoffgehalt feststellen zu können. Sofern Fruchtwasser verschluckt wurde, wird dieses abgesaugt. Um einer erhöhten Blutungsneigung vorzubeugen, bekommt ein Säugling nach der Geburt Vitamin K. Ist die Untersuchung abgeschlossen, wird euer Baby gewogen und gemessen.

U2: 3. bis 10. Lebenstag

Je nachdem, wo ihr entbunden habt und wann ihr die Klinik verlassen wollt, kann die Untersuchung beim Kinderarzt oder aber in der Klinik erfolgen. Wenn nötig, solltet ihr also rechtzeitig einen Termin beim Kinderarzt vereinbaren. Da sich manche Störungen erst einige Tage nach der Geburt zeigen, nimmt der Arzt das Herz, die Lunge, die Ausprägung der Reflexe sowie die Verdauung noch mal genauer unter die Lupe. Auch eine Neugeborenengelbsucht entwickelt sich meist erst zwischen dem dritten und fünften Lebenstag. Neben Vitamin K bekommt euer Baby ab dem fünften Lebenstag auch Vitamin D und Fluorid, um einer Knochenerweichung (Rachitis) und Karies vorzubeugen. Bei der U2 wird außerdem nach möglichen Fehlbildungen und Geburtsverletzungen geschaut, ein Hüftscreening kann durchgeführt werden und das Blut eures Kindes wird auf unterschiedliche Stoffwechselerkrankungen untersucht.

U3: 4. bis 6. Woche

Sofern eine Neugeborenengelbsucht festgestellt wurde, wird nun kontrolliert, ob diese zurückgegangen ist und ob sich euer Kind altersgerecht bewegt. Lichtquellen sollte es bereits mit dem Auge verfolgen, den Kopf kurzzeitig selbst halten und unterschiedliche Laute von sich geben können. Der Arzt wird euch Fragen zum Trink- und Schlafverhalten stellen und kontrollieren, ob euer Baby altersgerecht wächst und an Gewicht zunimmt. In den ersten zwei bis drei Monaten sollte es wöchentlich 150 Gramm “zulegen”. Euer Baby erhält auch bei der U3 Vitamin K & D sowie Fluorid und ihr werdet über Impfungen beraten. Sofern bei der U2 noch keine Sonografie der Hüfte vorgenommen wurde, ist die U3 der richtige Zeitpunkt, um eine mögliche Hüftdysplasie frühzeitig behandeln zu können.

U4: 3. bis 4. Monat

Bei der U4 stehen die Entwicklung der Reaktionen und Reflexe und die erste Impfung im Vordergrund. Euer Baby sollte nun Interesse an seiner Umwelt zeigen, auf Ansprachen reagieren und beim Gehörten unterschiedliche Tonhöhen unterscheiden können. Auch hier wird noch mal getestet, wie gut das Kind sein Köpfchen beim Hochziehen selbst halten kann. Mögliche Koordinations- oder Haltungsschäden werden weiter behandelt. Auch die Organe und Geschlechtsteile sowie die Fontanelle und das Schädelwachstum werden untersucht.

U5: 6. bis 7 Monat

Bei der 5. Untersuchung wird euer Kind neben der üblichen körperlichen Untersuchung und der Gabe von Vitamin D und Fluorid erneut vor motorische Aufgaben gestellt. Es sollte sich in Bauchlage mit gestreckten Armen abstützen und sich hochziehen können, wenn ihr es an zwei Fingern haltet. Außerdem sollte es sich selbstständig von der Rücken- in die Bauchlage drehen können (und umgekehrt). Kann es frei (oder abgestützt) sitzen und den Kopf halten und nach Gegenständen greifen und sich damit beschäftigen? Übrigens sollte es in dem Alter bereits fremdeln, mimische Ausdrücke deuten und erste Silben bilden. Außerdem sollte nun mit der Beikost begonnen werden.

U6: 10. bis 12. Monat

Die Rachitisprophylaxe ist nun erst mal abgeschlossen und wird im Winter des zweiten Jahres fortgeführt. Bei der Einjahres-Untersuchung können weitere Impfungen erfolgen und nach der Sichtung der ersten Zähnchen wird auch die Mundhygiene in den Fokus gerückt. Einige Kinder können bereits erste Worte wie Mama sprechen. Allerdings besteht genau wie beim Krabbeln kein Grund zur Panik, wenn es damit erst später beginnt. Auch den sogenannten Pinzettengriff (Griff mit Daumen und Zeigefinger) sollte es nun können und sich aus der Rücken- in die Sitzposition begeben und die Beine ausstrecken können. Das Sehvermögen und das Hörvermögen stehen bei der Untersuchung ebenfalls im Fokus.

Unsere Informationen basieren auf folgender Quelle.

Titelbild: © Africa Studio

Über den Autor

Saskia

Saskia

Noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von all dem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ...

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