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Kinderfreundschaften: Erster Schritt in die Selbstständigkeit

Kinderfreundschaften
Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Gemeinsames Spielen ist wichtig!

Die Erinnerungen an seine ersten Freunde aus dem Kindergarten oder dem Sandkasten sind sehr wertvoll: Die tollen gemeinsamen Spielabenteuer, die ersten Geheimnisse mit dem besten Freund oder der besten Freundin oder den ersten Streit um das Lieblingsspielzeug. Die Kinderfreundschaften, die in den ersten Lebensjahren geknüpft werden, können nicht nur ein Leben lang halten, sondern spielen auch eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Kindern. 


Uta Reimann-Höhn, Pädagogin, Autorin und Fisher-Price Expertin, weiß, wie wertvoll diese Zeit der ersten Kinderfreundschaften ist: „Mit den ersten Freundschaften begehen Kinder den ersten Schritt in Richtung Selbstständigkeit, denn sie lösen sich ein Stück weit von ihren Eltern ab.”

Die Fisher-Price-Expertin beantwortet uns Fragen zu der Bedeutung von Kinderfreundschaften für die Entwicklung von Kindern, zu dem Einfluss von Streitsituationen und zur Rolle des gemeinsamen Spielens.

Warum sind Kinderfreundschaften für die Entwicklung der Jüngsten so wichtig?

„Durch das Spielen mit Freunden, mehr noch als durch den Umgang mit der Familie, wird das Sozialverhalten von Kindern geprägt. Kinder werden dabei vor neue Herausforderungen gestellt: Auf einmal gibt es neben den Eltern noch gleichaltrige Spielkameraden, die einem die Welt erklären. Beim Spielen mit Freunden stellen sich Kinder auf ihr Gegenüber ein und lernen soziale Fähigkeiten und Verhaltensmuster. Auch die Kommunikation wird gestärkt. Kinder lernen ihre eigenen Ideen für das nächste Spiel zu erklären, aber gleichzeitig auch ihren Freunden gut zuzuhören und Kompromisse zu finden. Ohne Freundschaften und den Austausch in der Familie ist es schwer möglich gesellschaftliche Regeln zu erlernen.”

Nehmen auch Streitsituationen Einfluss auf die Entwicklung?

„Wer sich an seine Kindergartenzeit zurück erinnert, weiß, dass Harmonie und Streit bei Kindern sehr eng beieinander liegen. War man zuerst noch ein Herz und eine Seele, konnte man sich im nächsten Moment nicht ausstehen. Die Sätze „Ich bin aber zuerst dran“ und „das gehört aber mir“, werden viele noch aus ihren eigenen Erfahrungen kennen. Aus langen Diskussionen ergibt sich dann entweder der Sieg oder aber die Niederlage. Aber auch diese Erfahrungen sind essenziell, um gesellschaftliche Regeln zu lernen. Nur Kinder, die auch mal zurückstecken mussten, können lernen mit Ablehnung umzugehen. Um auch später erfolgreich zu sein, ist es wichtig, sich von kleinen Rückschlägen nicht unterkriegen zu lassen und es immer wieder weiter zu versuchen.”

Warum ist das Spielen mit Freunden so wichtig?

„Generell ist Spielen die wichtigste Beschäftigung, die Kinder haben. Durch Spielen entdecken sie die Welt und können bei gemeinsamen Spielabenteuern mit ihren Freunden eine Menge Spaß haben und dabei wichtige soziale Verhaltensweisen, wie das Teilen, lernen. Jedes Kind kann seine eigenen Ideen ins Spiel einbringen. Bei dem Austausch der Ideen, Fantasien und Sichtweisen, wird der Horizont der Kleinen erweitert. So können neue aufregende Spielwelten entstehen – ist ein Ball bisher nur dazu genutzt worden, ihn mit dem Fuß zu treten, wird er nun vielleicht zum schwimmenden Schiff auf einem kleinen Gartenteich.“

In freundlicher Zusammenarbeit mit Fisher-Price

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Titelbild: © Elena Stepanova

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