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Deshalb gehört Kaugummi in eure Kliniktasche!

Genesung nach Kaiserschnitt
Saskia
Geschrieben von Saskia

Schnellere Genesung nach Kaiserschnitt.

Ungefähr ab dem siebten Monat solltet ihr euer wichtigstes Gepäckstück immer in eurer Nähe haben. Und das wäre? Eure Kliniktasche natürlich! Denkt daran, dass ihr sie für einige Tage packt, da ihr bei einem Kaiserschnitt nicht gleich nach Hause könnt. Und neben den ersten Kleidungsstücken und Utensilien für euer Baby sowie den wichtigsten Dingen für euch, gibt es ein weiteres klitzekleines Must-Have, das ihr unbedingt dazupacken solltet. Kaugummi! 


Allerdings nicht, um euch die Zeit zu vertreiben, bis die Wehen endlich in Gang kommen und auch nicht, um den nervösen Vater zu beruhigen. Laut einer italienischen Studie, die im Journal of Maternal-Fetal and Neonatal Medicine veröffentlicht wurde, soll das Kaugummikauen nach einem Kaiserschnitt den Heilungsprozess beschleunigen.

Kaiserschnitt nur im Notfall!

Wieso ist diese Studie überhaupt so wichtig? Ein Kaiserschnitt ist ein großer körperlicher Eingriff und sollte daher nur im Notfall stattfinden. Vielen Frauen wird erst während oder nach der OP, die mal unter örtlicher Betäubung (PDA) und mal unter Vollnarkose stattfindet, bewusst, dass der Eingriff und die Heilungsdauer eine schmerzhafte Prozedur sein können. Innerhalb von wenigen Minuten wird der Bauch aufgeschnitten und aufgerissen und das Bauchfell, Binde- und Fettgewebe sowie die Muskelstränge durchtrennt, um bis zur Gebärmutter zu gelangen. Neben Komplikationen (Blutungen, Verletzung des Darms, etc.), die bereits während des Eingriffs eintreten können, dauert der Heilungsprozess wesentlich länger als bei einer natürlichen Geburt. Da die Bauchmuskeln durchtrennt werden müssen, kann mit der Rückbildungsgymnastik erst nach ungefähr acht bis 12 Wochen begonnen werden. Es können auch noch nachträglich Infektionen entstehen und die ersten Bewegungen können sehr unangenehm oder schmerzhaft sein. Mit einer erneuten Schwangerschaft sollte mindestens ein Jahr gewartet werden, da die Narbe wieder aufreißen kann. Zudem benötigt der Magen-Darm-Trakt ebenfalls länger, um zu regenerieren. So leiden Frauen nach einem Kaiserschnitt häufiger unter Durchfall, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen.

Kaugummi hilft bei der Genesung

Dass das Kaugummi kauen nach einer Darm-OP die Motilität des Magen-Darm-Traktes steigert und damit postoperative Darmverschlüsse verhindern kann, zeigte bereits eine holländische Studie aus dem Jahr 2014. Für die aktuelle Studie haben die Forscher 17 Versuche bei 3041 Frauen durchgeführt. Der Großteil der Frauen bekam direkt nach der Geburt Kaugummis und ein Teil der Probandinnen kaute drei Mal am Tag für jeweils 30 Minuten (bis zum ersten Darmwind).

Die Analyse der Daten ergab folgendes:

Alle Teilnehmerinnen, die drei Mal am Tag für je 30 Minuten Kaugummi kauten …

… konnten schneller pupsen.

… entwickelten schneller Magen-Darm-Geräusche.

… konnten eher aus dem Krankenhaus entlassen werden.

… hatten schneller ihren ersten Stuhlgang.

… bekamen seltener Darmverschlüsse.

… haben sich schneller wieder wohl und gesund gefühlt.

“Eine simple und günstige Behandlung wie zum Beispiel zwei Juicy Fruits alle sechs Stunden, könne Frauen dabei behilflich sein, sich schneller zu erholen”, so Mitwirkender der Studie Dr. Gino Pecoraro (Quelle: Courier-Mail).

Die Einsparungen könnten laut des Forschers außerdem dazu beitragen, dass andere Bereiche, die bislang keine adäquate Finanzierung erhalten, wie zum Beispiel die psychische Regeneration nach der Geburt, stärker unterstützt werden können.

Was ansonsten in eure Kliniktasche gehört, könnt ihr hier nachlesen. Übrigens solltet ihr auch eine für den werdenden Papa packen! 😉

Titelbild: © Iryna

Über den Autor

Saskia

Saskia

Noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von all dem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ...

2 Kommentare

  • Liebe Saskia,
    Das hört sich echt interessant an! Schreiben denn die Studien auch, woran die schnellere Heilung liegt? Du hast eine bestimmte Marke an Kaugummis erwähnt – funktionieren nur diese?
    Ich selber hatte 2 Mal Kaiserschnitt -ohne Kaugummi im Anschluss. Scheinbar bin ich tatsächlich eine der wenigen Frauen, die nach 2 Tagen schon wieder aufstehen und laufen kann. Meine anderen Bekannten und Freundinnen hatten 1 Monat lang sehr große Probleme.
    Wenn das also mit dem Kaugummi stimmt, sollte das viral bekannt gemacht werden!
    Viele Grüße,
    Izabella

    • Liebe Izabella,

      schön, dass du dich so schnell wieder regeneriert hast! 🙂
      Die Art des Kaugummis scheint vollkommen egal. In der Studie haben sie glaube ich von “juicy fruit” gesprochen. Ich hätte auch eher vermutet, dass sie vielleicht mit Minze sein sollten. Andererseits überrascht mich der Zusammenhang auch nicht so sehr. Denn man hat ja schon häufiger gelesen, dass das Kaugummikauen die Speichelproduktion anregen und generell den Stoffwechsel in Schwung bringen soll. Ich denke trotzdem, dass man mit gesüßten Kaugummis vorsichtig sein sollte. Auch Zuckerersatzstoffe wie etwa Sorbit (E420) können bei übermäßigem Verzehr schnell Bauchweh verursachen und abführend wirken.

      Ich stimme dir da vollkommen zu und wundere mich auch ein wenig, dass man in Deutschland bislang kaum etwas davon gehört/gelesen hat.

      Ganz liebe Grüße und ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest, Saskia!!!

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