Gesund

Ist Daumenlutschen wirklich so schlimm?

Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Mit sanften Methoden vom Daumen entwöhnen.

Viele Babys und Kleinkinder nuckeln am Daumen, weil dieses instinktive Verhalten das Saugbedürfnis stillt und sie sich dadurch selbst beruhigen. Leider hat das Daumenlutschen oft negative Folgen für die Kiefer- und Zahnentwicklung eurer Kleinen.

Für Pädagogen ist es in Ordnung

Es gibt viele niedliche Ultraschallbilder, auf denen bereits ungeborene Babys im Mutterleib am Daumen lutschen. Aus pädagogischer Sicht ist dies nicht problematisch, weil diese Babys nach der Geburt gut auf das Saugen an der Brust oder der Flasche vorbereitet sind. Aber bis zu welchem Alter ist das Daumenlutschen in Ordnung und solltet ihr als Eltern euren Kleinkindern helfen, sich das Nuckeln abzugewöhnen oder lieber abwarten, bis sie von allein aufhören?

Bei diesem Thema scheiden sich die Meinungen der Experten. Denn während Entwicklungspsychologen das Daumenlutschen in den ersten zwei Lebensjahren als Einschlafhilfe und Trostspender ansehen und damit argumentieren, dass die meisten Kinder im dritten oder spätestens vierten Lebensjahr das Interesse daran verlieren, sind Zahnärzte und Kieferorthopäden da ganz anderer Meinung.

Zahnärzte warnen vor Fehlstellungen

Aus medizinischer Sicht wird das Lutschen am Daumen – aber auch am Schnuller – eher als schlechte Angewohnheit gesehen, die um den ersten Geburtstag eures Schatzes aufgegeben werden sollte. Bei vielen Kindern entwickeln sich Zahnfehlstellungen, wie beispielsweise ein offener Biss, wodurch richtiges Abbeißen, Kauen, aber auch Sprechen negativ beeinflusst werden können. Um diesen Problemen vorzubeugen, empfehlen vor allem Kinderzahnärzte, dass das Daumenlutschen nicht unbedingt über das erste Lebensjahr hinausgehen sollte. Denn die Folgen für Kiefer und Zähnchen bilden sich bis zum dritten Lebensjahr noch zurück. Deswegen könne man davon ausgehen, dass die Wahrscheinlichkeit bleibender Fehlstellungen und damit einhergehender Probleme höher ist, je länger ein Baby am Daumen oder Schnuller lutscht.

Wenn ihr eurem Sprössling das Daumenlutschen abgewöhnen wollt

Es gibt ein paar sanfte Methoden, die euch darin unterstützen, eurem Kind das Nuckeln abzugewöhnen oder es zu reduzieren. Ganz wichtig vorweg: niemals Druck oder Stress ausüben, denn dadurch verunsichert ihr euer Kind nur. Sätze wie „du bekommst nur Nachtisch, wenn du nicht mehr am Daumen lutschst“ sind also komplett tabu. Viel besser hilft Lob in den Momenten, in denen nicht genuckelt wird – gleichzeitig mit einem Ignorieren des Daumenlutschens. Auf diese Weise verbindet euer Kleines positive Gefühle mit den Nicht-Lutschen. Aber auch kleine Ablenkungsmanöver und Alternativen, wie zum Beispiel Singen vor dem Einschlafen, können den Daumen überflüssig werden lassen. Noch ein einfacher Trick, der vielen Kindern hilft: malt ein kleines Männchen auf den Daumen, das bei der Dunkelheit im Mund ängstlich wird.

Viele Ärzte und Pädagogen sind sich einig, dass es für Kinder einfacher ist, sich vom Schnuller zu trennen, und raten deswegen, dem Baby oder Kleinkind lieber diesen anzubieten. Auch weil er ergonomisch geformt ist und dadurch weniger Zahnfehlstellungen verursacht als der Daumen.

Wie ihr eurem Liebling auf sanfte Weise den Schnuller abgewöhnen könnt, lest ihr hier.

 

Titelbild: © Jan Schumann – Fotolia.com

Über den Autor

Redaktion ma-gazin

Redaktion ma-gazin

Hinterlasse ein Kommentar