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Im Namen des Herrn? – Das Kind und die Taufe

Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Neues Baby, neues Gemeindemitglied? Viele frisch gebackene Eltern stellen sich nach der Geburt die Gretchen-Frage. Wie sollen sie es mit der Religion halten? Soll das Baby getauft werden oder nicht?

Natürlich ist die Frage nach der Taufe eine völlig persönliche. Gehören beispielsweise beide Elternteile ein und derselben Konfession an, ist es meist klar, dass auch das Kind in der Religion aufwachsen soll. Immerhin ist die Taufe der erste Schritt, um Mitglied der kirchlichen Gemeinde zu werden.

Schwieriger wird es da schon, wenn die Eltern Mitglieder unterschiedlicher Religionen sind. Wie soll da entschieden werden, welcher das Kind nun angehören soll? Würfeln? Nein. Die Eltern müssen sich darüber einig werden, ob eines der Elternteile in seiner Gemeinde möglicherweise stärker verwurzelt ist oder wer tatsächlich die Zeit und die Geduld besitzt, den Sohn oder die Tochter in die Religion einzuführen.

Viele Eltern lassen ihr Kind allerdings gar nicht taufen. Für viele Erwachsene ist Religiosität heute einfach nicht mehr wichtig. Dann sollte ein Kind nicht getauft werden: Wie gesagt, die Taufe bedeutet den Eintritt in die Religiöse Gemeinschaft. Das sollte schon ernst genommen werden. Gleichzeitig hat das Kind so auch die Möglichkeit, sich, wenn es älter ist, völlig frei und selbstständig eine Religion zu suchen, die zu ihm passt. Klar muss jedenfalls sein: Nur weil die Oma sich wünscht, dass das Enkelchen getauft wird, heißt das noch lange nicht, das man dem nachkommen muss.

Leider haben es ungetaufte Kinder aber in manchen Fällen schwerer in den Kindergarten zu kommen. Kindergartenplätze sind in manchen Regionen sehr knapp. Gleichzeitig sind viele soziale Einrichtungen, also auch Kindergärten, in kirchlicher Trägerschaft. Ob ein Kind getauft ist oder nicht, ist zwar häufig egal, aber in manchen der kirchlichen Kindergärten werden getaufte Kinder bevorzugt. Gerade das sollte aber kein Grund für nichtgläubige Eltern sein, ihr Kind zu taufen: um eine mögliche Benachteiligung ungetaufter Kinder muss sich dringend der Staat kümmern und nicht die Eltern. Die Taufe eines Kindes ist die bewusste Entscheidung für eine Religion und sollte nicht davon abhängig gemacht werden, ob ein Kind einen Kindergartenplatz bekommt oder nicht.

Titelbild: © styleuneed – Fotolia.com

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