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Hurra, wir haben eine Hebamme!

Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Nun ist es bald soweit. Euer Bauch und das kleine menschliche Wesen in euch wächst und gedeiht. Und je näher die Geburt heranrückt, desto mehr müsst ihr planen und organisieren. Dazu gehört unter anderem auch, wie intensiv ihr die Betreuung einer Hebamme wünscht. Nicht immer reicht es, sich Tipps von der eigenen Mutter, Tante oder Freundin zu holen. Sicherlich kümmert sich euer Arzt um eure gesundheitlichen Belange aber wirklich Zeit für alltägliche Ratschläge, die das Mutter-Dasein und die dazugehörigen Sorgen und Ängste betreffen, bleiben meist auf der Strecke. Dafür könnt ihr dann eine Hebamme zu Rate ziehen. 

Wir haben euch ja vor einigen Tagen bereits über die speziellen Hebammen Leistungen der BIG direkt informiert. Nun wollen wir euch noch einmal ein wenig intensiver die Bedeutsamkeit einer Hebamme verdeutlichen. Denn obwohl diese Tätigkeit so viel Feingefühl und Verantwortungsbewusstsein erfordert, wird sie viel zu wenig wertgeschätzt. Viele Hebammen wagen, aufgrund der Unterbezahlung, den Weg in die Selbständigkeit oder aber müssen ihren Job ganz quittieren. Um dieser traurigen Entwicklung ein wenig auf den Grund zu gehen und euch die Bedeutsamkeit einer Hebamme ans Herz zu legen, haben wir Martina Klöppels befragt, die als Geburtshelferin für die Dinslakener Hebammenpraxis Mandala tätig ist. Martina arbeitet seit 1979 als Hebamme und ist seit 25 Jahren freiberuflich tätig.

Ma-Gazin: Was macht für dich eine gute Hebamme aus und worauf sollten Eltern bei der Wahl dieser achten?

Martina: Eine gute Hebamme ist ehrlich, positiv, einfühlsam und begleitet die Familien auf ihrem Weg in die Selbständigkeit. Gemäß dem Leitbild: „Guter Start ins Familienleben“.
Mein Ziel ist es, jungen Familien individuelle, verantwortungsvolle und kompetente Starthilfe zu geben.

Ma-Gazin: Natürlich wirst du dich an viele Geburten sehr gerne erinnern aber gab es eine, die dir wohl ewig in Erinnerung bleibt?

Martina: Da gibt es nicht nur eine, aber die intensivsten Erinnerungen hab ich an meine eigenen Geburten, an die meiner Schwester und Freundinnen, sowie meine erste Hausgeburt. Insgesamt waren es rund 1480 Geburten, die ich begleitet habe.

Ma-Gazin: In letzter Zeit hat man viel von der besagten „Hebammen-Krise“ und der dementsprechenden Unterbezahlung gelesen. Welche Möglichkeiten gibt es, als Hebamme, sowie vielleicht sogar als (werdende) Mutter dieser Problematik ein wenig entgegen zu wirken?

Martina: Ich denke das Problem existiert in etwa seit dem Anstieg unserer Haftpflichtversicherung. Am Anfang war die Prämie so gering, dass ich noch nicht einmal ein Bereitschaftsgeld genommen habe. Jetzt muss die Hebamme schon ein Bereitschaftsgeld verlangen, damit sie überhaupt die Versicherung bezahlen kann und je weniger Geburten sie macht, um so höher muss das Bereitschaftsgeld sein. Mehr als zwei bis vier Geburten kann eine einzelne Hebamme eigentlich nicht begleiten, weil Vorbereitung und Nachbetreuung dann zu kurz kommen. Werdende Mütter könnten die Kasse wechseln, wenn diese nicht die Leistungen übernimmt. Wenn sie keine Hebamme finden, sollten sie das mit ihrer Kasse besprechen. Infos für werdende Eltern gibt es auch beim Deutschen Hebammenverband.

Ma-Gazin: Werden die Kosten einer selbständigen Geburtshilfe von einer gesetzlichen Krankenkasse übernommen?

Martina: Ja, die Kosten für die Geburtshilfe werden von den Kassen übernommen. Die Kosten für das Bereitschaftsgeld werden von einigen Kassen anteilig mit 250€ getragen.

Ma-Gazin: Was möchtest du unseren (werdenden) Müttern ganz besonders ans Herz legen?

Martina: Werdenden Müttern und Vätern kann ich nur raten sich sehr schnell um eine Hebamme zu kümmern, weil es sonst nicht nur schwierig werden kann, überhaupt eine Hebamme zu finden, sondern dass eben auch die Chemie stimmt und die Geburt ist weitaus schöner, wenn man eine vertraute Hebamme an seiner Seite hat. Vertrauen ist die Basis für eine selbstbestimmte, entspannte Geburt und ein tolles Erlebnis für alle Beteiligten, einschließlich der Hebamme.

Titelbild: © Hebammenpraxis Mandala

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