Kolumne

Homosexuelle Paare und ihr Kinderwunsch

Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Einen Kinderwunsch zu realisieren und eine Familie zu gründen, das wünschen sich die meisten Paare. Und dabei spielt es keine Rolle, ob Mann und Frau, Mann und Mann oder Frau und Frau. Doch leider gibt es auch heutzutage noch viele rechtliche Fragen, mit denen sich gleichgeschlechtliche Paare beim Erfüllen ihres Kinderwunsches auseinandersetzen müssen.


Eigentlich sollte man meinen, dass es in einer so fortschrittlichen Gesellschaft wie unserer kein Problem sein sollte, sich den eigenen Kinderwunsch erfüllen zu dürfen. Doch sowohl was künstliche Befruchtung als auch Adoption angeht, scheint es immer wieder Steine auf dem Weg zu geben.

Queerfamily statt Leihmutterschaft

Der Schritt in Richtung Familienplanung ist besonders in Deutschland nicht so leicht, denn hier ist Leihmutterschaft offiziell immer noch verboten – genauso die ärztliche Betreuung einer Leihmutterschaft. Es gibt also leider keine rechtlich anerkannte Möglichkeit für schwule Paare, ein gemeinsames Kind zu zeugen, welches das Erbgut von einem der Väter in sich trägt. Allerdings bietet das Prinzip der „Queerfamily“ einen Ausweg, denn hier kann durch eine Heiminsemination (also dem Einbringen von Sperma in vertrauter Umgebung mit Hilfe geeigneter Hilfsmittel) zusammen mit einem lesbischen Pärchen ein Kind gezeugt werden. Aber natürlich ist es auch möglich, dass die Familie mit Kinderwunsch die Eizelle der sich bereiterklärenden Frau von einem der Väter befruchten lässt.

Samenpende

Nicht nur schwule sondern auch lesbische Paare haben oft Probleme, weil sie immer wieder an organisatorische oder homophobe Grenzen stoßen. Viele homosexuelle Frauen entscheiden sich dafür, ihren Kinderwunsch durch eine Samenspende zu erfüllen, was verschiedene Ansätze bietet, aber auch nicht immer einfach zu gestalten ist. Zwar entscheiden sich einige für private Spender und setzen die Befruchtung zu Hause in den eigenen vier Wänden um. Aber es gibt genügend andere Paare, die keinen geeigneten männlichen Freund oder Bekannten haben, der sich dazu bereit erklärt. Diese suchen dann meistens eine Samenbank auf, um einen passenden Spender zu finden, was aber in der darauffolgenden Behandlung deutlich schwieriger durchzuführen ist. Denn die „Richtlinien zur Durchführung der assistierten Reproduktion verbieten die Befruchtung mit Spendersamen bei lesbischen Frauen nicht explizit“, aber es ist sehr schwer einen Arzt zu finden, der diese Behandlung durchführen würde. Diese sind in Deutschland bisher eher selten gesehen. Aus diesem Grund entschließen viele Frauen für eine künstliche Befruchtung ins Ausland zu reisen, weil dieser Prozess zum Beispiel in Dänemark oder den Niederlanden einfacher ist.

Adoption

Über die Vor- und Nachteile einer Adoption haben wir euch ja schon vor einiger Zeit erzählt und auch für gleichgeschlechtliche Paare sind die rechtlichen Rahmenlinien keine anderen. Generell ist es so, dass auch Einzelpersonen Kinder adoptieren dürfen und es gibt einige Fälle, in denen Frauen, die sich offen als lesbisches Paar bei der Antragsstellung vorgestellt haben, eine Adoptionserlaubnis bekommen haben. Doch die Aussicht auf eine Vermittlung eines Adoptivkindes ist bei homosexuellen Pärchen leider noch schlechter als bei heterosexuellen, denn meistens entscheiden sich die Adoptionsvermittlungsstellen – und auch die zustimmungspflichtigen biologischen Eltern – für „traditionelle“ Haushalte. Aber nicht nur in Deutschland ist die Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare erlaubt, sondern auch besonders in Europa. Hat ein lesbisches oder schwules Paar eine Anerkennung der Eignung durch die Adoptionsvermittlungsstelle bekommen, so kann es auch über eine Auslandsadoption nachdenken.

Bild: dglimages

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