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Hilfe, mein Kind schlägt zu!

angry child
Geschrieben von Tamara Jungbauer

Tamara gibt euch dafür wichtige Tipps.

Irgendwann werden wohl die meisten Eltern damit konfrontiert, dass sich das eigene Kind im Kindergarten oder auf dem Spielplatz gerauft hat. Legt euer Kind häufiger ein aggressives Verhalten an den Tag, müsst ihr der Sache allerdings auf den Grund gehen. Bestrafungen helfen euch und eurem Kind nicht weiter. Viel wichtiger ist es, den Ursachen auf den Grund zu gehen. Tamara gibt euch dafür wichtige Tipps.


 

Immer wieder berichten mir Eltern vom aggressiven Verhalten ihrer Kinder. Nicht selten kommt es vor, dass Kinder scheinbar wie aus heiterem Himmel andere Menschen schlagen, beißen, zwicken, treten, an den Haaren ziehen und vieles mehr. Eltern stehen derartigen Handlungen ihrer Kinder oftmals ratlos gegenüber.

Finde die Ursache

Wenn dein Kind in irgendeiner Form aggressives Verhalten an den Tag legt, so wirst du versuchen, entsprechend darauf zu reagieren, damit es sich künftig anders verhält. Das ist das eigentliche Ziel, das du logischerweise erreichen möchtest.

Doch anstatt einfach nur das konkrete Verhalten deines Kindes verändern zu wollen, ist es sinnvoller, nach den Ursachen zu suchen: Was ist in letzter Zeit passiert? Gab es irgendwelche einschneidenden Erlebnisse, Veränderungen – seien sie auch noch so winzig (auf dein Kind können sie dennoch große Auswirkungen haben)? Wem gegenüber und in welchen Situationen zeigt dein Kind aggressives Verhalten? Gibt es konkrete Auslöser? Bekommt es ausreichend ungeteilte Aufmerksamkeit von beiden Eltern?

Aggressionen entstehen durch Frustrationen

Oft kommt es auch vor, dass ein Kind im Kindergarten völlig ausgeglichen wirkt, während es zuhause ständig wütend ist, seine kleinen Geschwister oder Freunde schlägt etc. Dies kann daher rühren, dass Frustrationen, die sich im Kindergarten anstauen (auch ohne scheinbaren konkreten Auslöser) und dort nicht entsprechend abgeladen werden können, in der vertrauten familiären Umgebung an die Oberfläche treten. In jedem Fall gilt es genau hinzusehen, was dein Kind dir mit seinem Verhalten sagen möchte.

Aggressionen entstehen immer durch Frustrationen, in welcher Form auch immer. Wenn ein Kind sich irgendwie vernachlässigt fühlt, an der elterlichen Liebe Zweifel hat oder mit den eigenen Gefühlen überfordert ist, weil es etwa Wut oder Traurigkeit verspürt, für die es keine entsprechenden Möglichkeiten zur Verarbeitung findet und ähnliches, bahnen sich diese Frustrationen in Form von Aggression ihren Weg an die Oberfläche. Eine andere Variante, Frustrationen abzubauen, wäre der Rückzug nach innen, indem man seine Gefühle „runterschluckt“, wobei man nicht andere, dafür aber sich selbst abwertet. Bei dieser Variante wird die Not des Kindes oft übersehen, während ein Kind, das seine Frustrationen in Aggression umwandelt, sich sozusagen lautstark Gehör verschafft und um Hilfe ruft. Denn aggressives kindliches Verhalten ist nichts anderes, als ein Hilfeschrei.

Unsere Aufgabe als Eltern ist es daher, unserem Kind zu Hilfe zu eilen. Bestrafung aggressiven Verhaltens kann folglich niemals der Weg sein, im Gegenteil: sie hinterlässt im Kind nachhaltig den Eindruck, dass es allein gelassen, unverstanden und nicht ausreichend geliebt wird. Ein weiterer Grund für Frustrationen…

Bild: © mellevaroy – Fotolia.com

Über den Autor

Tamara Jungbauer

Ich bin Mutter zweier Söhne, lebe in Wien und habe Erziehungswissenschaften studiert. Mit meinem Erziehungsblog "www.erziehungskiste.net", biete ich neben Infos rund um das Thema Kinder und Familie auch eine kostenlose E-Mail Beratung an. Meine Beiträge beinhalten Tipps und nützliche Informationen für Eltern und andere Interessierte und ich freue mich, nun auch den ma-gazin-Lesern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

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