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Hassliebe Stillen

Hassliebe Stillen
Fran
Geschrieben von Fran

Von durchzechten Nächten und vertrockneten Brezeln.

Fran hat mit zwei Jahren Stillerfahrung unzählige Nächte durchgemacht. Vor allem nachts muss man sich zweimal überlegen, wie ordentlich man alles wieder einpackt. Denn kaum ordentlich eingepackt, verlangt die Kleine nach Nachschub. Doch sie weiß auch, dass die Zeit schnell vergeht und die Zwerge im Null­kom­ma­nichts aus dem Babyalter entwachsen sind.


Hassliebe StillenVor ein paar Tagen unterhielt ich mich mit einer lieben Freundin. Ihr Sohn ist 8 Monate alt, und wie bei Olivia auch, ist die liebste Nahrung jene, die aus Mamas Busen kommt. Logisch, nicht? 😉 Meine Freundin ist müde, sie ist emotional erschöpft und fragt sich (zu recht), wo sie bleibt. Wir redeten eine ganze Weile darüber, ob, wie und wann abgestillt werden sollte, oder ob das nächtliche Abstillen Erlösung bringen könnte. Ich erkannte mich in jedem ihrer Worte wieder. Meistens stille ich unfassbar gerne. Ich liebe die stillen Momente, die Zuneigung, die Innigkeit und natürlich den praktischen Aspekt über alles.
Ich habe das große Tochterkind gerne nach ihrem Bedarf gestillt und tue dasselbe bei der Zwergin. Schneller und einfacher kann man Kinder im Säuglingsalter wohl kaum zufriedenstellen. Und zufriedene Babys haben zufriedene Mamas zur Folge. Sollte man meinen … Aber, während man das fünfte Mal in der Nacht die Brust auspackt (oder sie wie ich, Dank Dauerbenutzung gar nicht mehr einpackt …) und den Nachwuchs stillt, muss man sich zwangsläufig irgendwann fragen: Wo bleibe ich bei all dem? Wo sind meine Bedürfnisse und deren Befriedigung?! Ist das alles noch normal? Das ist normal. Leider.

“Ist es das wert?”

Ich sage es gerne und immer wieder: Für ein (Still)Kind ist es völlig normal 12 Stunden durchzuschlafen. Oder aber jede Stunde auf der Matte zu stehen. Das es anstrengend ist, ist ebenfalls völlig normal. Aufgrund der Erschöpfung und der Selbstaufgabe fragt man sich zwangsläufig irgendwann, ob es das alles denn wert sei. Mal eben mit Freunden ins Kino, Cocktails trinken, auf Konzert, oder gar ein einfacher Wocheneinkauf ohne Anhang ist als stillende Mutter oftmals nicht drin. Besonders dann nicht, wenn die Minis keine Flasche akzeptieren.

In einem Augenschlag sind sie groß und grinsen frech

Ich habe inzwischen über zwei Jahre (beide Kids zusammengenommen) Stillerfahrung auf dem Buckel. Und da Olivia keinen Schnuller annimmt, bin ich seit neun Monaten auch oftmals als solcher im Einsatz. Und was soll ich sagen? Ich hasse das Stillen manchmal. Aber meistens eben nicht. Meistens liebe ich es. Und es ist alles nur eine Frage der Zeit. Es ist alles eine Phase. Ehe man sich versieht, ist die Säuglingszeit vorbei und aus den gierigen, nie schlafenden, dauernuckelnden Babys sind Kleinkinder geworden, die einen schief angrinsen, während sie sich ein Stück vertrocknete Brezel in den Mund schieben, das sie zwischen den Autositzen hervor gepopelt haben.

Über den Autor

Fran

Fran

"Ein Kind zu bekommen, ist eine grosse Entscheidung, denn man entscheidet sich dafür, sein Herz für alle Zeit außerhalb seines Körpers zu tragen." Dieses Zitat ist so wahr, dass es fast schon weh tut. Ich habe durch meine Töchter gelernt, wie unfassbar das Leben durch ein Kinder bereichert wird und liebe jeden Tag mit ihnen. All die Anstrengungen, der Stress, einfach alles, ist es wert. Denn wenn sie mich nur einmal anlächeln, wird mir meine Mühe tausendfach zurückgezahlt.

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