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Grundschulkinder aufklären: Aber bitte ohne Bienchen und Blümchen!

Grundschulkinder aufklären
Saskia
Geschrieben von Saskia

Beschränkt euch auf das Wesentliche!

Wie und wann wurdet ihr aufgeklärt? Haben euch eure Eltern auch von den Bienchen und Blümchen erzählt und dann folgte irgendwann dieser unglaublich peinliche Sexualkunde-Unterricht, bei dem selbst die Lehrer rot anlaufen? Ok, aber dazwischen habt ihr euch sicher auch den einen oder anderen Rat von Dr. Sommer eingeholt, oder? Heute haben eure Kinder dank des digitalen Zeitalters natürlich wesentlich mehr Möglichkeiten. Und die bedeuten leider auch, dass sie einen abschreckenden ersten Eindruck zu Themen wie Liebe und Sex vermittelt bekommen können. Wir verraten euch deshalb, wie ihr Grundschulkinder aufklären könnt. 


Beim Thema Aufklärung geht es natürlich nicht nur darum, dass ihr eurem Nachwuchs Liebe und Sexualität als etwas Schönes und Intimes nahebringt. Häufig verlassen sich Eltern dabei auf den Sexualkundeunterricht in der Schule. Doch je nach Bundesland findet dieser zum Teil erst ab der fünften Klasse statt.

Grundschulkinder aufzuklären liegt also häufig noch in der Hand der Eltern. Mit den folgenden Tipps fällt es euch sicher leichter, mit euren “Kleinen” über Liebe und Sex zu sprechen.

Grundschulkinder aufklären: So klappt’s!

1. Kindgerechte Aufklärung ab der Grundschule

Ihr müsst keine Bedenken haben, dass euer Nachwuchs noch zu jung für diese Themen ist. Ihr wollt noch länger damit warten? Dann wundert euch nicht, wenn euer Kind durch Klassenkameraden die ersten “ekligen” oder beängstigenden Geschichten erfährt. Denn “Sexualkunde” auf dem Schulhof läuft sicher nicht ganz so realistisch und vertrauenserweckend ab. Damit schafft ihr dann gleich auch eine vertrauensvolle Basis, bevor eure Kids in die Pubertät kommen und sie ihre ersten eigenen Erfahrungen sammeln.

2. Lockere Atmosphäre schaffen

Je ernster und vielleicht auch verkrampfter ihr das Thema vor euren Kids angeht, umso unangenehmer und peinlicher wird es meist auch für sie. Sorgt also für eine lockere Atmosphäre und sprecht das Thema auch mal zufällig an. Das kann beim Kochen, aber auch nach einem Film sein, in dem zum Beispiel Liebesszenen vorkamen. Falls es in eurer Familie oder im Freundeskreis werdende Eltern oder ein Neugeborenes gibt, könnt ihr das ebenfalls als positiven Einstieg nutzen.

3. Begleitende Bücher

Wenn es euch schwerfällt, ohne Hilfsmittel über diese Themen zu sprechen, oder eure Kinder mit euch nicht darüber reden wollen, könnt ihr natürlich auch altersgerechte Bücher verwenden. Wollen eure Kleinen das Buch alleine anschauen oder lesen, teilt ihnen auf jeden Fall mit, dass ihr ihnen als Ansprechpartner und Vertrauensperson immer zur Seite steht. Besser wäre es allerdings, wenn ihr es gemeinsam lest und zwischendurch oder anschließend darüber sprecht.

4. Nennt die Dinge beim Namen!

Während im Kindergartenalter noch Begriffe wie Pipimann und die Geschichte von den Bienchen und Blümchen im Umlauf ist, solltet ihr jetzt die Dinge beim Namen nennen. Beschränkt euch dabei einfach auf die wichtigsten Fakten, wenn es um Geschlechter, Partnerschaft, Zeugung und Geburt geht. Stellt euer Kind Fragen, lacht nicht darüber, sondern beantwortet sie ehrlich aber so locker wie möglich. 😉

5. Negative Ausdrucksweisen und Co.

Ihr werdet gewiss auch in Situationen kommen, in denen eure Kinder negative Ausdrucksweisen benutzen oder sogar von beängstigenden Geschichten, die sie zum Beispiel durch Mitschüler oder über das Internet aufgeschnappt haben, berichten. Diese solltet ihr nicht einfach so stehen lassen. Anstatt eure Kinder dann zurechtzuweisen, versucht ihnen zu erläutern, welche Begriffe sie stattdessen verwenden sollten. Angst machenden Geschichten solltet ihr sehr sensibel begegnen und versuchen, eure Kinder darin zu unterstützen, ihre Fragen dazu zu stellen und diese ehrlich beantworten. Eurem Kind einfach nur zu sagen: “Dafür bist du noch zu jung”, sorgt für noch größere Unsicherheit, Missverständnisse und Ängste. Achtet dabei allerdings darauf, nicht zu sehr ins Detail zu gehen und beendet das Gespräch mit positiven Emotionen.

Lest auch noch mal unseren Beitrag zur World Vision Kinderstudie.

Titelbild: © gpointstudio

Über den Autor

Saskia

Saskia

Noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von all dem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ...

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