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Glow: Die App für die „heiße Phase“

Glow
Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Der Kinderwunsch, der unerfüllt bleibt – es gibt nur wenige Situationen, die eine Beziehung noch mehr belasten. Und ausgerechnet der Mitbegründer des Onlinezahlungssystems PayPal will nun Paaren in Not zur Hilfe kommen – mit der Glow App, die, unterstützt durch Big Data und maschinelles Lernen, euch den exakt perfekten Moment für „den Moment“ sagen können soll. Ist das so neu, wie es angepriesen wird? Und ist das wirklich alles nötig?


Was führt er wirklich im Schilde? Wenn der Gründer eines Multimilliarden-Dollar-Unternehmens seine weiche Seite entdeckt und sein eigenes Geld in ein Non-Profit-Projekt steckt, kann man dann diesem Braten trauen? Das werden wir wahrscheinlich erst dann wissen, wenn Max Levchin, Gründer des Onlinezahlungssystems PayPal, seine Fruchtbarkeits-App namens Glow auf den Markt gebracht hat und diese auf die nötige Begeisterung bei unfreiwillig-kinderlosen Paaren gestoßen ist. Glow soll, unterstützt durch Big Data und maschinelles Lernen, den richtigen Zeugungszeitpunkt für euch herausfinden. Um zu lernen, muss sie jedoch mit Wissen und Daten gefüttert werden. Mit unglaublich vielen Daten.

Was kann Glow?

Glow ist eine Smartphone-App, die kinderlosen Paaren mit der Analyse umfangreicher Datenmengen helfen soll, den perfekten Zeitpunkt für die Befruchtung zu ermitteln. Dazu gehören, laut Levchin und seinem Team, nicht nur wie viele Kinder das Paar bereits hat, wie regelmäßig der Zyklus der Frau ist und wie hoch die Basaltemperatur (Aufwachtemperatur)  ist, sondern auch welchem Stresslevel Mann und Frau ausgesetzt sind und wie oft sie Sex haben. Das Pärchen kann zudem, via Facebook, das Stresslevel des jeweils anderen bewerten. Selbst- und Fremdwahrnehmung gehen ja mitunter weit auseinander. Je detaillierter man sich äußert, desto genauer soll die Prognose sein. Außerdem müssen Daten ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht immer wieder eingegeben werden, da sich Glow irgendwann automatisch aktualisiert.

Ist das wirklich eine absolute Neuerung im Bereich der Fruchtbarkeitsanalyse? Ähnliche Apps wie Glow gibt es tatsächlich schon seit einiger Zeit. So hat das Kinderwunschzentrum in Berlin bereits im letzten Jahr die Kinderwunsch-App in Zusammenarbeit erarbeitet. Mach dein iPhone zum Ei-Phone – so lautet das Motto der spezialisierten Ärzte des Zentrums. Sie wollen Paaren damit nicht nur die Möglichkeit geben, besser und effektiver zu planen, sondern ihnen auch Mut machen. Die Kernfunktion der Apps ist es, die fruchtbaren Tage der Frau im digitalen Zykluskalender zu berechnen und die Tage der Empfängnisbereitschaft automatisch im iPhone- bzw. iPad-Kalender darzustellen. Die Angaben basieren stets auf individuellen Temperaturwerten, die die Frau zuvor über drei Zyklen hinweg gemessen und in den digitalen Zyklusrechner eingegeben hat. Sollte das nicht an Informationen reichen?

Ob sich Glow als die unschlagbare Fruchtbarkeitsvorhersage entpuppt, wird sich erst dann zeigen, wenn die Testphase abgeschlossen ist. Um sich jedoch vor wütenden, immer noch kinderlosen Paaren zu schützen, hat Levchin, zusätzlich zur App, das Programm Glow First geschaffen, mit dem sich Paare das finanzielle Risiko einer Kinderwunschbehandlung teilen können. Sie können bei Glow First 50 US-Dollar im Monat einzahlen. Ist nach zehn Monaten Begleitung durch die Glow-App keine Schwangerschaft zustande gekommen, beteiligt sich Glow First an den Kosten einer Kinderwunschbehandlung. Kommt innerhalb der zehn Monate eine Schwangerschaft zustande, werden die Einzahlungen gestoppt und das bisher eingezahlte Geld wird genutzt, um andere Paare zu unterstützen. Von Glow und Levchin wird kein einziger Dollar einbehalten. Ist das grenzenlose Menschenliebe oder geschickte Erfassung von Daten? Irgendwann werden wir es hoffentlich wissen.

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