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Giftige Zierpflanzen im Garten

giftige Zierpflanzen im Garten
Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Teil 2

Letzte Woche hatten wir euch ja bereits erste giftige Zierpflanzen vorgestellt, auf die ihr achten solltet. Weil es aber in deutschen Gärten, am Wegesrand oder auch in Wald und Flur so viele von ihnen gibt, reicht ein Beitrag dazu nicht aus. Dieses Mal geht es speziell um giftige Zierpflanzen im Garten oder auf dem Balkon. Dazu gehören unter anderem die Hortensien.


Das größte Problem bei giftigen Pflanzen ist ja, dass man in den meisten Fällen gar nicht weiß, dass sie überhaupt giftig sind und sie deswegen oft verbreitet über all zu finden sind. Und das obwohl sie eigentlich nicht in Gärten mit Kindern und Haustieren gehören. Hier könnt ihr nachlesen, wie ihr euch bei einer Vergiftung am besten verhaltet.

Giftige Zierpflanzen im Garten:

Ein Hauch von Blausäure

hortensieEine von diesen weit verbreiteten Pflanzen ist die Hortensie. Durch ihre zarten Blüten in den vielfältigsten Farben ist sie eine der beliebtesten Topf- und Zierpflanzen, auch weil sie bei gutem Wetter von Mai bis September blühen kann. Dann leuchten in zahlreichen Haushalten die hübschen Blüten in rosa, weiß, gelb und auch blau und sehen wirklich prachtvoll aus. Doch wie es bei vielem ist, trügt auch hier der Schein, denn die Blätter und Blüten der schön anzusehenden Sträucher enthalten verschiedene Gifte, wie Hydrangin, und lösen bei Einnahme Schwindelgefühl und Beklemmung aus, auch Magen- und Darm- sowie Kreislaufstörungen gehören zu den Symptomen.
In letzter Zeit verschwinden immer mehr Hortensien aus den Vorgärten, allerdings nicht aus den oben genannten Gründen. Nein, viele sehen die Pflanze als einen Marihuana-Ersatz an und klauen die Hortensien samt Kübel, um die getrockneten Pflanzenteile zu rauchen. Doch hierbei entstehen keine psychoaktiven Substanzen, sondern Blausäure, welche zu einer Zellvergiftung und zum Tod führen kann.

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Rote „Beeren“ ziehen Kinder aneibe

Eine der giftigsten Zierpflanzen in Deutschland und auch Europa ist sicherlich die Eibe mit ihren knallroten, beerenartigen Früchten. Dieser immergrüne Nadelbaum kann bis zu 20m hoch werden und blüht in den späten Frühlingsmonaten um den April rum, doch die besonders für Kinder verführerischen Samen mit ihren leuchtend roten Mäntel reifen erst im Herbst und fallen dann besonders auf. Auch wenn sie hübsch anzusehen sind, diese Ziersträucher haben auf keinen Fall etwas in einem Garten zu suchen, in dem Kinder spielen. Denn bis auf den Samenmantel sind alle Teile der Eibe stark giftig. Die Wirkung des Alkaloid Taxin ist stärker als die vom Fingerhut (den wir euch letzte Woche vorgestellt haben) und bereits wenige Gramm führen zu einem Tod durch Herzstillstand. Aber nicht nur für eure Kinder ist diese Pflanze giftig, genauso für euch selbst und eure Haustiere.

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Tollkirsche; Atropa Bella-donna Auch Kirschen können giftige Zierpflanzen sein

Ein nicht ganz so auffällig, aber nicht weniger giftiger Strauch lockt neugierige Kinder ebenfalls mit seinen Früchten an: die Tollkirsche. Das eher unscheinbare Nachtschattengewächs trägt von Juni bis August braunviolette Blüten, denen im Herbst schwarze, glänzende Früchte folgen. Es ist sehr wichtig, dass ihr euren Kindern den Unterschied zwischen normalen essbaren und der Tollkirsche erklärt – beispielsweise haben echte Kirschen einen langen, dünnen Stiel und Tollkirschen sitzen direkt an einem Kelch – denn die schwarzen Beeren besitzen einen hohen Gehalt an Atropin, was neben Austrocknung der Schleimhäute, Sprach- und Schluckstörungen auch zu erhöhtem Puls, Unruhe, Bewusstlosigkeit und zum Tod durch Atemlähmung führen kann. Bei Kindern kann dieser schon nach dem Verzehr von drei Beeren eintreten.

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Ein halluzinogenes SchwesternpaarJimson weed

Die beiden folgenden Giftpflanzen gehören auch zu den Nachtschattengewächsen und sind sich nicht nur in der Blüte, sondern auch in ihrer giftigen und halluzinogenen Wirkung sehr ähnlich.
Die Rede ist vom Stechapfel und der Engelstrompete. Die Engelstrompete ist mit ihren großen und pastellfarbenen Trompetenblüten durchaus hübsch anzusehen und nicht selten eine beliebte Terrassenpflanze, und auch der Stechapfel hat trichterförmige, weiße Blüten, ist aber mit 30-90 cm im Vergleich zur Engelstrompete (wächst bis zu 2m heran) deutlich kleiner. Typisch für diese beiden Pflanzen ist der intensive, betäubende Duft, den die Blüten absondern. Bereits durch diesen Duft können Vergiftungserscheinungen auftreten. Nach der Blüte entstehen bei dem Stechafel aus den Kelchen stechelige Kapseln, in denen schwarze große Samen heranwachsen.
Zu den giftigen Substanzen, die in beiden Pflanzen vorkommen, gehören Scopolamin und Hyoscyamin, welche zu schwersten Halluzinationen und sogenannten Horrortrips führen. Außerdem treten ähnliche Symptome wie bei der Tollkirsche auf, seid also bitte vorsichtig, wenn eure Kids in der Nähe solcher Zierpflanzen spielen.

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Den ersten Teil zu diesem Thema findet ihr übrigens hier.

Titelbild: © Krawczyk-Foto – Fotolia.com

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