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Geschwisterrivalität: “Mama hat mich viel lieber!”

Geschwisterrivalität
Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Geschwisterrivalität ist keine Seltenheit und auch kein Phänomen der “modernen Welt”. Wie auch die Geschwisterliebe gehört die Rivalität mit ihren negativen Emotionen, wie Neid, Hass oder Aggressionen, zum Alltag unter Geschwistern. Sie ist nicht nur auf unseren Kulturkreis beschränkt, Forscher haben es auch bei Südseeinsulanern beobachtet und aus der Geschichte ist vor allem das extreme Beispiel der Brüder Kain und Abel bekannt.


Gerade, wenn ein neues Geschwisterchen auf die Welt kommt, kann Geschwisterrivalität zum Vorschein kommen. Sie kann sich durch für die Eltern unerklärliche Aggressionen gegen das Baby ausdrücken. Diese dürfen natürlich nicht geduldet werden, sind jedoch nicht die Ausnahme. Denn da sich Kinder nicht so gut artikulieren können, drücken sie sich schnell körperlich aus.

Woran liegt’s?

Über die Ursachen der Geschwisterrivalität wurde bereits viel geforscht und viele Bücher veröffentlicht. Bereits zu Beginn des 20.Jahrhunderts wurde das Thema für Psychoanalytiker interessant. Alle Theorien sind sich einig, dass die Rivalität mit dem “Entthronungstrauma” beginnt. Dieses erleidet das ältere Kind, sobald sein Geschwisterchen auf die Welt kommt. Von nun an hat es nicht mehr die ungeteilte Aufmerksamkeit der Eltern, sondern muss diese mit dem “Neuankömmling” teilen. Es versteht nicht, warum sich die Eltern so intensiv mit dem Baby beschäftigen müssen, und wird eifersüchtig auf das Kleine.

Tipps gegen Streitigkeiten

Damit euer Kind nicht zu sehr mit den neuen Lebensbedingungen überfordert wird, müsst ihr es unbedingt darauf vorbereiten. Erklärt ihm, dass er oder sie bald ein Geschwisterchen haben wird und dieses ein paar Wochen viel Aufmerksamkeit braucht. Sobald euer Baby da ist, bezieht euer erstes Kind so oft wie es geht mit ein und übergebt ihm “wichtige” Aufgaben. Wenn Kinder Verantwortung übertragen bekommen, wissen sie, dass sie auch noch wichtig sind und unternehmen gleichzeitig etwas mit dem Geschwisterchen.

Alle Kinder sind wichtig…

… und damit das jeder weiß, solltet ihr eine Mama-Kind- bzw. auch eine Papa-Kind-Zeit veranstalten. Euer Kind fühlt sich nicht im Stich gelassen und kann die Zeit allein mit einem Elternteil genießen. Diese besondere Zeit kann unterschiedlich aussehen: Ihr könnt vor dem Schlafengehen gemeinsam eine Gute-Nacht-Geschichte lesen oder einmal die Woche zusammen etwas unternehmen. Dieses Ritual sollte nie vernachlässigt werden, weil es das Band zwischen euch und eurem Kind stetig festigt.

Geschwisterkonstellationen

Je enger die Geburten beieinander liegen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit von Rivalität. Bei Geschwistern gleichen Geschlechts steigt das Risiko übrigens weiter, da es mehr gemeinsame Berührungs- und Vergleichspunkte gibt, als bei Bruder und Schwester. Familienpädagogen empfehlen einen Altersunterschied von etwa drei Jahren. Bei der klassischen Konstellation “großer Bruder” und “kleine Schwester” gibt es am wenigsten Probleme, aber darauf habt ihr leider keinen Einfluss. 😉

Bild: © photophonie – fotolia.de

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