Unterwegs

Generation Rücksitz: Deshalb schadet das Elterntaxi euren Kindern!

Elterntaxi
Saskia
Geschrieben von Saskia

Zu Fuß statt mit dem Helikopter!

Die Kinder mit dem Auto zur Schule zu bringen hat drei große Vorteile. So könnt ihr sicher gehen, dass sie immer pünktlich sind, ihr könnt ein wenig mehr Zeit mit ihnen verbringen und zum anderen kann auf dem Weg dorthin ja bekanntlich einiges passieren. Aber habt ihr auch schon mal darüber nachgedacht, dass das Elterntaxi der sogenannten ‘Generation Rücksitz’ auch schaden kann? 


Eltern kutschieren ihre Kleinen häufig von A nach B. Doch gerade am frühen Morgen ist der schnellste und gemütlichste Weg nicht der beste! Laut einer Statistik der Deutschen Verkehrswacht sind Kinder im Auto sogar unfallgefährdeter als zu Fuß. Zudem lernen Kinder, die alleine oder mit Freunden zur Schule gehen, die Verkehrsregeln schneller und sind aufmerksamer.

So warnen unter anderem zwei Studien, eine aus Schweden und eine der Bergischen Universität Wuppertal davor, dass Eltern einerseits jeden Morgen ein gefährliches Verkehrschaos vor den Schulen auslösen und ihren Kindern andererseits damit wichtige Erfahrungen nehmen. Die Studie der Bergischen Universität wurde vom ADAC in Auftrag gegeben. Hierzu wurden Schüler, Eltern und Lehrer an rund 750 Grundschulen in NRW befragt. Was kam dabei heraus? Je mehr Elterntaxis vor den Schulen halten, umso mehr Kinder werden gefährdet. Schuld daran sind unter anderem riskante Wendemanöver und regelwidriges Anhalten.

Viele Schulen ergreifen erste Maßnahmen, wie zum Beispiel durch sogenannte “Kiss-and-go-Zonen” oder Laufpässe, die mehr Ordnung in das Verkehrschaos bringen und Eltern dazu animieren sollen, ihre Kinder häufiger zu Fuß gehen zu lassen.

Elterntaxi: Das bleibt auf der Strecke!

1. Abenteuer und Miteinander

Lasst ihr eure Kleinen den Weg zur Schule allein antreten, dient dieser häufig dazu, sich mit Schulkameraden auszutauschen und für einige Stunden in eine Welt ohne Eltern abzutauchen. Und selbst wenn Kinder dabei trödeln oder auf dem Nachhauseweg kurz mal am Kiosk vorbeischauen oder Klingelstreiche spielen, sind diese Aspekte keineswegs negativ zu bewerten. Sie sind viel mehr ein wichtiger Grundstein für Freundschaften, Kommunikation und ein Zugehörigkeitsgefühl unter Gleichaltrigen.

2. Aufmerksamkeit

Nach dem Aufstehen Katzenwäsche mit warmem Wasser, ein heißer Kakao zum Frühstück und dann ab ins muckelig warme Auto. Gerade mal fünf bis 15 Minuten Autofahrt und ihr dürft eure Kids quasi ein zweites Mal aufwecken, bevor sie im Halbschlaf aus dem Auto stolpern und langsam über den Pausenhof zu ihrem Klassenraum trotten. Ihr könnt es euch bestimmt schon denken, oder?! Wenn es jetzt zur ersten Stunde läutet und eure Zwerge wenige Minuten später konzentriert im Klassenraum sitzen sollen, passiert genau das NICHT. Verständlicherweise! Denn dann heißt es erstmal langsam Wachwerden.

3. Vertrauen

Kinder im Grundschulalter verstehen längst die kleinen Zeichen, wenn Eltern ihnen gewisse Dinge (noch) nicht zutrauen. Dann fallen schnell Sprüche wie: “Du träumst doch immer so. Deshalb ist es zu gefährlich, wenn du den Schulweg ohne uns gehst.” Auch wenn ihr schlichtweg nur besorgt seid: Ihr tut euren Kindern keinen Gefallen damit, ihnen verantwortungsvolle Aufgaben abzunehmen. Fahrt ihr sie weiterhin zur Schule, wird euer Kind auch weiterhin träumen und verschlafen im Unterricht sitzen. Muss es lernen, alleine zu gehen, weiß es viel schneller: Ich bin für mich alleine verantwortlich und muss die Verkehrsregeln einhalten, damit nichts passiert. Zudem stärkt ihr durch euer Vertrauen auch das Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl eurer Kids.

Schritt für Schritt

Wenn ihr eure Kinder bislang zur Schule gefahren habt, stellt das Elterntaxi einfach nach und nach ein. Ist der Weg etwas länger, könnt ihr vereinbaren, sie nur die Hälfte der Strecke zu fahren und macht dann einen bestimmten Punkt aus (oder nutzt die “Kiss-and-go-Zone”), damit sie den restlichen Weg mit ihren Freunden laufen können. Müssen sie einen Teil der Strecke alleine zurücklegen, geht die ersten Male einfach mit und sprecht noch mal ab, wo sie am besten über die Ampel gehen, und so weiter. Ihr werdet merken, dass eure Bedenken nach und nach immer kleiner werden. Ein Rest an Unsicherheit wird übrigens bleiben. Die Sorge, dass dem eigenen Kind etwas passieren könnte, ist nämlich vollkommen normal! Das bedeutet aber längst nicht, dass euer Nachwuchs deshalb überbehütet werden muss. 😉

 

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Titelbild: © LIGHTFIELD STUDIOS</span

Über den Autor

Saskia

Saskia

Noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von all dem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ...

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