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Gefängnisstrafe, weil Mutter gegen Impfung ist

Gefängnisstrafe, weil Mutter gegen Impfung ist
Saskia
Geschrieben von Saskia

Fünf Tage Gefängnis und acht Impfungen auf einmal!

Das eigene Kind durch eine Schutzimpfung vor Krankheiten zu schützen, stößt bei Eltern nicht immer auf Verständnis. Stattdessen überwiegt die Angst vor möglichen Impfschäden und Nebenwirkungen. Während in Deutschland bereits Geldstrafen drohen und Kindern ein Kita-Platz verwehrt bleibt, sofern sich Eltern einer Impfberatung verweigern, werden in den USA sogar schon Gefängnisstrafen verhängt. Dabei besteht selbst dort keine direkte Impfpflicht …


Was passieren kann, wenn zwischen Mutter und Vater die Meinungen zur Kindesgesundheit auseinanderdriften, zeigt ein Beispiel aus dem US-Bundesstaat Michigan.

Laut des Nachrichtensenders ABC wurde eine Mutter zu einer mehrtägigen Gefängnisstrafe verurteilt, weil sie sich weigerte, ihren neunjährigen Sohn impfen zu lassen. Zwar erlaubt es der Bundesstaat, dass Eltern nicht jeder Impfung zustimmen müssen, allerdings werden diese trotzdem ‘dringend empfohlen’.

Der Fall landete vor Gericht, da sich die getrennt lebenden Eltern, die sich das Sorgerecht teilen, uneinig wurden, ob die Impfungen notwendig seien oder nicht. Nachdem sich der Vater plötzlich für eine Impfung aussprach und sich die Mutter (laut ABC) weiterhin dagegen wehrte, wurde ihr ein zeitliches Ultimatum bis zum 11. Oktober 2017 eingeräumt, das sie jedoch aus persönlicher Überzeugung verstreichen ließ. Bereits Ende 2016 entschied das Gericht, dass sie ihrer Impfpflicht nachkommen müsse.

Sie wollte ihren Sohn dennoch davor schützen: “Man hat mir meine Rechte als Elternteil genommen”, sagte die Mutter nach Angaben des Nachrichtensenders. Die Beharrlichkeit der Mutter wurde ihr gleich doppelt zum Verhängnis. Sie musste für fünf Tage ins Gefängnis, ihr Sohn erhielt derweil unter der Aufsicht seines Vaters gleich acht Impfungen auf einmal.

“Es waren die schlimmsten fünf Tage meines Lebens. Ich bete inständig, dass mein Sohn durch die Impfungen keine Schäden davonträgt.”

Impfpflicht auch bald in Deutschland?

Eine Impfpflicht besteht in Deutschland derzeit nicht. Dennoch sprach sich im Frühjahr dieses Jahres die Bundesregierung zu einer verpflichtenden Impfberatung für Eltern aus. Weigern sie sich, muss die Kita dies dem Gesundheitsamt melden. Hinzu kommt, dass ihnen ein Kita-Platz verwehrt werden und eine Geldstrafe auferlegt werden darf.

“Dass noch immer Menschen an Masern sterben, kann niemanden kalt lassen”, sagte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (Quelle: Die Zeit).

Den Beschluss zur Modernisierung des epidemologischen Gesetzes (vom 01. Juni 2017) findet ihr hier.

Welche Impfungen sind empfehlenswert und wer trägt die Kosten?

Während der U-Untersuchungen werdet ihr über alle wichtigen Kinderschutzimpfungen informiert. Dazu gehören Diphterie, Masern, Röteln, Kinderlähmung, Windpocken und Tetanus. Die BIG stützt sich innerhalb ihres Leistungskataloges auf Empfehlungen von Experten wie die Schutzimpfungsrichtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses und der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut. Die Kosten der Impfstoffe werden über die Versichertenkarte abgerechnet. Es gelten jeweils die Voraussetzungen der STIKO. Natürlich sollten auch Erwachsene ihren Impfschutz in regelmäßigen Abständen auffrischen. Weitere Infos dazu findet ihr im BIG-Ratgeber.

Video: YouTube – BIG direkt gesund

Titelbild: © LIGHTFIELD STUDIOS

Über den Autor

Saskia

Saskia

Knapp über 30 und noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von all dem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs dann irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ;)

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