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Gefahrenzone Spielplatz: Wie Aufsichtspersonen das Unfallrisiko erhöhen

Spielplatz
Saskia
Geschrieben von Saskia

Worauf ihr auf Spielplätzen verzichten solltet.

Die ersten Besuche auf dem Spielplatz sind nicht nur für die Kleinsten aufregend. Auch Mama und Papa müssen nun austesten, was sie ihrem Knirps bereits allein zutrauen können und wann sie ihm unter die Arme greifen sollten. Ansonsten kann der Spielplatz schnell zur Gefahrenzone werden. Allerdings weniger durch Sand im Mund oder übermütige Schaukelversuche sondern viel mehr durch die unsachgemäße Nutzung der Spielgeräte und die mentale Abwesenheit der Aufsichtspersonen. Studien zeigen nämlich, dass beide Verhaltensweisen zu einem erhöhten Unfallrisiko führen. 


Die ersten Spielplatzerfahrungen machen Kinder bereits mit wenigen Monaten. Dann wird im Sand gebuddelt und die ersten Kuchen werden gebacken. Natürlich wird das mit zunehmendem Alter irgendwann langweilig. Vor allem wenn die Kleinsten den Größeren beim Schaukeln, Rutschen und Klettern zuschauen. Und weil ihr euch sorgt, unternehmt ihr die ersten Schaukel- und Rutschversuche meist mit euren Kindern zusammen. Eine amerikanische Studie der Charles Jennissen Universität Iowa hat allerdings ergeben, dass das gemeinsame Rutschen mit Kindern (unter sechs Jahren) gefährlicher ist als alleine. Dafür wurden rund 12.700 dokumentierte Rutschunfälle in den USA ausgewertet.

“Die häufigsten Verletzungen durch Rutschunfälle bei Kleinkindern sind Brüche der unteren Extremitäten. Die Hauptursache dafür ist, auf dem Schoß einer anderen Person zu rutschen”, so die Forscher um Charles Jennissen.

 

Darunter fallen vor allem Knochenbrüche des Schienenbeins. Sitzen Kinder vor oder auf dem Schoß der Eltern, steigt das Risiko, dass Kinder mit dem Bein hängen bleiben. Da der Rutschvorgang durch den Schwung (beziehungsweise das Gewicht) des Erwachsenen trotzdem fortgesetzt wird, resultieren daraus häufig Knochenbrüche und Schürfwunden. Rutschen Kinder alleine ist das Gewicht und damit auch der Schwung wesentlich geringer. Zudem lernen Kinder dadurch schneller, ihren Gleichgewichtssinn zu trainieren und dass sie Dinge bereits allein bewältigen können, was wiederum ihr Selbstwertgefühl und ihr Selbstvertrauen stärkt.

Unser Tipp:

Zu Beginn sollte die Rutsche nur so hoch sein, dass ihr beim Rutschen an der Seite mitlaufen könnt. Klappen die ersten Versuche, könnt ihr im zweiten Schritt bereits am Ende der Rutsche warten.

Smartphonenutzung erhöht Unfallgefahr

Endlich sind die Kleinen beschäftigt, und während sie sich im Sand und auf den Spielgeräten so richtig austoben, macht ihr das Gleiche. Allerdings mit eurem Smartphone und in den Tiefen des Internets. Laut einer österreichischen Untersuchung hat sich die Zahl der Spielplatz-Unfälle seit Beginn des Smartphones von 2008 bis 2015 bei Kindern unter fünf Jahren mehr als verdreifacht. So ergab die Untersuchung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV), dass neun von zehn Aufsichtspersonen abgelenkt seien. Bei der Hälfte der Fälle war das Smartphone der Grund.

„Schon wenige Sekunden der Unachtsamkeit reichen aus, um einen drohenden Sturz von der Schaukel oder das Einklemmen von Fingern auf der Wippe nicht rechtzeitig erkennen zu können“, so KFV-Direktor Othmar Thann.

 

Zur Veranschaulichung: So schnell lässt sich Papa buchstäblich aus der Bahn werfen. 😉

Unser Tipp: 

Natürlich bedeutet der Gang auf den Spielplatz nicht, dass ihr eure Kinder unentwegt beobachten und behüten sollt. Das gemeinsame Rutschen macht deutlich, dass die Kleinen den Spielplatz durchaus alleine erobern können und sollten. Allerdings sollte eure Hauptaufmerksamkeit dennoch euren Kindern und ihren Tätigkeiten gelten. Ein regelmäßiger Blick zum Kind ist dabei wichtig, und selbst wenn sie bereits alleine schaukeln und wippen können, ist eure Anwesenheit dennoch wichtig und ganz sicher auch erwünscht, damit euch eure Kleinsten ihre Künste auch stolz präsentieren können. Vergesst nicht: Euer Nachwuchs wird nur einmal groß und diese Schritte mitzubekommen ist viel mehr wert als laufend aufs Smartphone zu schauen.

Das erste Wort, zum ersten Mal alleine schaukeln? Wir empfehlen euch noch mal unseren Beitrag zu den 8 wichtigsten Meilensteinen eurer Kleinen.

Titelbild: ©  Tadeusz Ibrom

Über den Autor

Saskia

Saskia

Noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von all dem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ...

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