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Frühchenförderung: Tintenfische als Nabelschnurersatz

Frühchenförderung
Saskia
Geschrieben von Saskia

Frühchen und Tintenfische? Eine Liebesgeschichte!

Wenn euer Baby als Frühchen auf die Welt kommt, benötigt es gleich einen Berg an Wärme, Geborgenheit und muss meist einige Zeit in einem Inkubator liegen, bis es mit euch endlich nach Hause darf. Doch neben dem Brutkasten ist die elterliche Wärme mindestens genauso wichtig. Und neben dem sogenannten Känguruhen, gibt es ein weiteres Lebewesen aus dem Tierreich, das bei der Frühchenförderung behilflich ist: der Tintenfisch!


Frühchenförderung durch Tintenfische?!

Genau! Schließlich hat so ein Oktopus ja auch genug Arme, um sich fleißig um mehrere Frühchen gleichzeitig zu kümmern. 😉 Aber keine Angst. So weit ist es um unsere Perinatalzentren und Geburtsstationen noch nicht bestellt. Der Tintenfisch, beziehungsweise seine Tentakeln, spielen dennoch eine Rolle bei der Genesung und Entwicklung der Allerkleinsten. Allerdings in gehäkelter Ausführung.

Nabelschnurersatz und Beruhigung

Ein Oktopus erinnert mit seinen Armen nämlich stark an die Nabelschnur der Mutter. Da Frühchen einen Großteil ihrer Zeit im Krankenhaus im Brutkasten liegen, kann es schnell passieren, dass sie sich den Sauerstoffschlauch oder die Magensonde aus der Nase ziehen. Statt der Schläuche sind die weichen Arme des Tintenfisches nun viel spannender. Zudem soll sich durch die kleinen Helferlein auch die Atmung stabilisieren, der Herzschlag beruhigen und der Sauerstoff im Blut ansteigen.

Frühchenförderung: Dänemark ist Vorreiter

In Dänemark wurde herausgefunden, dass die kuscheligen Tentakeln die Frühchen an die Nabelschnur im Bauch der Mutter erinnern. Im Februar 2013 wurde das “Danish Octo Project” gegründet. Darauf verbreiteten sich die “Spruttegruppen” und ihre gehäkelten Kraken auch in England, Spanien, Österreich und in der Schweiz. Und was berichten Eltern von den lustigen Tierchen?

“Sie erzählen uns immer wieder, dass ihre Babys ruhiger wirken, wenn sie mit den kleinen Wassertieren zusammen sind”, sagt der Pfleger Daniel Lockyer der Huffington Post.

 

Er arbeitet als Pfleger im Poole-Hospital im englischen Dorset, das im November 2016 200 gehäkelte Tintenfische gespendet bekam.

“Es ist unglaublich, dass etwas so einfaches ein Baby trösten kann und den Kleinen helfen kann, sich besser zu fühlen. Wir sind sehr dankbar für alle Spenden und wir sind sicher, dass die Familien, die unseren Service nutzen, es auch sein werden”, so Daniel Lockyer.

Auch das Perinatalzentrum der Sana Kliniken in Duisburg ist durch den Inner Wheel Club um 25 Oktopus-Spenden reicher und freut sich sehr über die kleinen weichen und farbenfrohen Helfer, die die Frühchenförderung tatkräftig unterstützen. 😉

Auf Instagram und Facebook findet ihr übrigens viele rührende Impressionen. Ihr könnt häkeln und wollt einer Geburtsstation auch ein oder mehrere Tintenfische spenden? Hier findet ihr die Anleitung dazu. Natürlich könnt ihr eure Spenden auch dem dänischen Octo Project zukommen lassen.

Titelbild: © Tobilander

Über den Autor

Saskia

Saskia

Noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von all dem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ...

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