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Frohes neues Jahr: Viele Kinder bekommen 2018 weniger Unterhalt

weniger Unterhalt
Saskia
Geschrieben von Saskia

Obwohl Bedarfssätze angehoben wurden.

Das neue Jahr als alleinerziehender Elternteil zu begrüßen ist kein Zuckerschlecken. Vor allem wenn es um das Thema Unterhaltszahlungen geht. Denn die Lebenshaltungskosten der gemeinsamen Kinder und die tatsächlichen Zahlungen Unterhaltspflichtiger unterscheiden sich oft deutlich. Laut Düsseldorfer Tabelle 2018 steht nun vielen Trennungskindern trotz angehobener Bedarfssätze noch weniger Unterhalt zu.


Alles neu macht der Januar! Denn pünktlich zum Jahresbeginn tritt auch wieder die neue Düsseldorfer Tabelle in Kraft. Diese klärt, wieviel Barunterhalt Kindern zusteht. Dieser errechnet sich aus dem Nettoeinkommen des unterhaltspflichtigen Elternteils und aus dem Alter des Kindes. Barunterhalt ist dann zu zahlen, wenn sich der jeweilige Elternteil wenig bis gar nicht um das Kind kümmert. Teilen sich beide Elternteile das Sorgerecht und hält sich das Kind zu gleichen Teilen bei Vater und Mutter auf, wird in der Regel auf Unterhaltszahlungen verzichtet. Gesetzlich verbindlich ist die Tabelle übrigens nicht, wird allerdings von Gerichten bei Unterhaltsklagen als Richtlinie herangezogen.

Bedarfssätze steigen, aber …

Für Kinder bis zum vollendeten 17. Lebensjahr sind die Bedarfssätze laut des Oberlandesgerichts Düsseldorf angehoben worden. Dass der Mindestunterhalt für Kinder zwischen null und fünf Jahren von 342 auf 348 Euro erhöht wurde, klingt erstmal ganz positiv. Allerdings wurden auch zum ersten Mal seit zehn Jahren die Einkommensgruppen erhöht. Was bedeutet das genau?

Da die zehn Einkommensgruppen nach oben verschoben wurden, bekommt der Großteil der Trennungskinder weniger Unterhalt als zuvor. So liegt die Mindestunterhaltsgrenze statt bei 1.500 Euro Nettoeinkommen des unterhaltspflichtigen Elternteils nun bei 1.900 Euro. Die höchste Einkommensgruppe liegt nicht mehr bei 5.100 Euro, sondern wurde auf 5.500 Euro hochgestuft. Rechtsexperten gehen davon aus, dass im Jahr 2018 daher schätzungsweise über eine Millionen Kinder weniger Unterhalt beziehen werden. Mehr bekommen nur die Kinder (aller Altersklassen), deren unterhaltspflichtiger Elternteil ein Nettoeinkommen von bis zu 1.500 Euro bezieht. Für die “restlichen” Kinder (aller Altersklassen) wirkt sich die Höherstufung der Einkommensgruppen daher negativ auf die Höhe des Unterhalts aus.

Ein Beispiel:

Ein Unterhaltspflichtiger, der ein Nettoeinkommen von bis zu 1.500 Euro verdient, soll für sein 0-5 Jahre altes Kind monatlich 348 Euro zahlen, während es im Jahr 2017 sechs Euro weniger waren.

Die Erhöhung der Einkommensgruppen bedeutet nun aber, dass bei einem Nettoeinkommen zwischen 1.501 bis 1.900 Euro ebenfalls nur der Mindestunterhalt gezahlt werden muss. Damit bekommt ein Kind zwischen 0 und 5 Jahren monatlich nur noch 348 statt der 360 Euro, die es noch im Jahr 2017 waren.

© OLG Düsseldorf

Hier geht es zur Düsseldorfer Tabelle 2017.

Zahlbetrag fällt noch niedriger aus

Zudem muss der jeweilige Richtwert nicht zu 100 Prozent bezahlt werden. Denn von dem jeweiligen Unterhaltsbetrag werden noch mal 50 Prozent des Kindergeldes abgezogen. Fällt das Einkommen zudem noch unter den ebenfalls gestiegenen Bedarfskontrollbetrag, verringert sich der Barunterhalt nochmals.

Titelbild: © Tomsickova

Über den Autor

Saskia

Saskia

Knapp über 30 und noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von all dem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs dann irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ;)

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