Unterwegs

Finger weg: Dieser Kombi-Kinderwagen ist gefährlich!

Kombi-Kinderwagen
Saskia
Geschrieben von Saskia

Ende Februar veröffentlicht Stiftung Warentest die neuesten Testergebnisse zu sogenannten Kombi-Kinderwagen. Diese sind für Säuglinge sowie für größere Kinder geeignet. Doch die geldsparende Alternative kann zu einem gefährlichen Unterfangen werden. Ein Kinderwagen fiel dabei besonders negativ auf. Um Eltern vor der Gefahr zu warnen, wurden daher bereits vor der Veröffentlichung des gesamten Testergebnisses der Hersteller und die zuständige Aufsichtsbehörde verständigt.


Vorsicht vor Noxxter

Bei dem Test kam heraus, dass das Modell Noxxter von Knorr-Baby mit einem sicherheitsgefährdenden Sportaufsatz ausgestattet wurde. Der Sitz wird durch vier Metalstifte im Fahrgestell befestigt. Allerdings sei bereits bei zwei Metalstiften ein deutliches Einrasten zu hören gewesen und erweckte so den Anschein, als sei der Sitz sicher befestigt. Eine Kippgefahr besteht genau dann, wenn das Kind in den Wagen gesetzt wird. Wird der Aufsatz so eingeklinkt, dass das Kind mit dem Gesicht nach vorne schaut, kann es laut Stiftung Warentest (unangeschnallt) nach hinten aus dem Kinderwagen fallen. Wird der Aufsatz rückwärts befestigt, kann sich das Kind die Arme quetschen.

Stiftung Warentest hat nun die Marktaufsicht des Herstellers Knorr-Baby mit der Gefahr vertraut gemacht. Die Behörde muss entscheiden, ob der Wagen mit dieser Konstruktion weiter verkauft werden darf.

Schon beim letzten Kinderwagentest (test 2/15) konnte nur ein Wagen überzeugen und auch beim Autositztest 2016 musste ein Produkt komplett vom Markt genommen werden.

Was sagt der Hersteller?

Laut Knorr-Baby würde das Arretiersystem des Modells Noxxter bereits seit fünf Jahren verwendet und bislang seien keine Beschwerden bei ihnen eingegangen. Dennoch solle ab der nächsten Produktion der Wagen mit einer Kippsperre ausgestattet werden. Laut des Entwurfes, der Stiftung Warentest vorgelegt wurde, soll das Modell in Zukunft mit zwei rot lackierten Metallleisten unter dem Sportsitzaufsatz ausgestattet werden, die das Kippen verhindern. Die Gebrauchsanweisung wird durch Bilder mit eindeutigen Hinweisen versehen und ein neuer Produktfilm veröffentlicht. Bereits gedruckte Gebrauchsanweisungen würden mit einem Extrablatt versehen, die Warnhinweise beinhalten. Hier geht’s zur offiziellen Kundenmitteilung des Herstellers.

Vor dem Kauf: Testberichte und persönliche Prioritäten

Lasst euch beim Kauf von Kinderwagen, Autositzen, Babyschalen und Co. Zeit. Nicht nur, um Preise zu vergleichen, sondern um ein wirklich sicheres Produkt zu finden. Übrigens gilt hier NICHT die Devise: Teuer ist besser. Es lohnt sich immer, offizielle Testberichte als Kaufhilfe hinzuzuziehen und sich nicht gleich vom kompetenten und eloquenten Verkaufspersonal überzeugen zu lassen. Natürlich sollt ihr euch ihre Empfehlungen anhören, aber auch der beste Verkäufer ist vor Produktmängeln oder auch einem schlechten Preis-Leistungs-Verhältnis nicht gefeit. In jedem Fall solltet ihr vor der Anschaffung ein paar Nächte darüber schlafen und Bewertungen in den Kauf mit einfließen lassen. Bezüglich der Testberichte müsst ihr allerdings auch nicht jeden Teil der Bewertungskriterien gleich hoch gewichten. Hierbei spielen die Sicherheit und die Materialbeschaffenheit die größte Rolle. Dagegen sind Kriterien wie das Mitwachsen des Wagens oder wie einfach sich das Gestell aufbauen lässt auch wichtig, aber in diesen Punkten solltet ihr selbst entscheiden, ob sie euren Kauf beeinflussen. Besteht beim Beratungsgespräch darauf, den Wagen zum Test auf- und abbauen zu dürfen und fahrt ein paar Schritte damit. Macht euch vorher eine kleine Checkliste, um keine eurer Prioritäten zu vergessen. Seid ihr zum Beispiel immer mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs und verreist wenig, ist ein leichtes Gestell wichtiger, als dieses ganz schnell und einfach auf- und abbauen zu können.

Wir wünschen euch eine gute und vor allem sichere Fahrt!

Video: Stiftung Warentest – YouTube

Titelbild: ©  tataks

Über den Autor

Saskia

Saskia

Knapp über 30 und noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von all dem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs dann irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ;)

1 Kommentar

  • Also wir finden den „ABC All in One“ super. Den werden wir uns auch kaufen. Ich kann ihn nur empfehlen. Schwenkräder, dann hast du einen Maxicosi dabei und das Adapter Stück, eine Babyschale und den Sportaufsatz. Ist leicht zum Zusammenbauen und lässt sich klasse schieben.

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