Kolumne

Fianas Kolumne: Was wird es denn nun, Doc?


Die Zeit vergeht bekanntlich wie im Flug. Doch wenn man auf etwas wartet, schleicht sie gemächlich im Schneckentempo voran und scheint, kaum von der Stelle zu kommen. So fieberten wir, wie wohl die meisten werdenden Eltern, wochenlang dem Tag entgegen, an dem wir endlich das Geschlecht unserer Zwillinge erfahren würden.

Natürlich hat jede Frau etwas im Gefühl. Auch ich hatte meine Ahnungen. Allerdings schwankten diese von Woche zu Woche. Doch wenigstens wusste ich schon länger, dass ich eineiige Zwillinge erwarte. So standen die Chancen auch in meinem Fall bei fifty-fifty. Erst sprach ich immer von „den Jungs“, wenn es um die Zwerge in meinem Bauch ging. Je weiter die Schwangerschaft voranschritt, war ich mir jedoch nicht mehr so sicher und tippte eher auf Mädchen. Zum Glück gibt es nur diese zwei Optionen. Sonst wird man ja wahnsinnig!

Dass man täglich spekuliert und es kaum abwarten kann, das Geschlecht zu erfahren, können wohl viele nachempfinden. Allerdings kenne ich auch einige, die sich gerne auf die Folter spannen lassen. Manchmal mit überraschenden Ergebnissen. So war eine Freundin fest davon überzeugt, einen Jungen zu bekommen und war nach der Geburt dann doch überrascht, dass sie ein Mädchen in den Armen hielt. Meine Mutter hingegen war sich so sicher, dass ich ein Mädchen werde, dass sie sich nicht mal die Mühe gemacht hat, wenigstens einen Namen für einen Jungen parat zu haben, sollte sie sich irren. Aber das ist ja nochmal gut gegangen.

Ich fand es schon hart, bis zur 17. Schwangerschaftswoche, in der mein heiß ersehnter zweiter Termin im Pränatalzentrum anstand, zu warten. Der Arzt fragte schon vor der Untersuchung, ob er denn heute „das Geheimnis lüften“ soll. Ähm, JA! Die Untersuchung dauerte eine Ewigkeit und mir wurde vor Aufregung so warm, dass wir sogar eins der verschneiten Fenster öffnen mussten. Natürlich war es wieder ein Erlebnis, die Twins herumhüpfen zu sehen und von dem Arzt zu hören, wie gut es den Kleinen in meinem Inneren geht, doch hätte er es auch nicht unbedingt so spannend machen müssen.

Meine Gedanken – und die meines Freundes, wie ich später erfuhr – kreisten ununterbrochen um die Frage, über welches Geschlecht ich mich „mehr“ freuen würde. Noch vor einem halben Jahr, als ich dachte, dass ich in frühestens zwei Jahren schwanger werden würde, war ich mir sicher, dass ich gerne Jungs bekommen hätte, doch in dem Moment auf der Liege machte mich dieser Gedanke traurig, denn Mädchen wären auch großartig! So ging es in meinem Kopf hin und her, ohne ein Ergebnis zu erzielen. Und als ich dachte, der Doc hätte es schon vergessen, fragte er endlich, ob wir ES denn nun wissen wollen. Als Antwort auf unser eifriges Nicken, sagte er ganz entspannt: „Es sind Mädchen.“ GEIL!

Und zack, war sie dahin, die jahrelange Überzeugung, lieber Jungs bekommen zu wollen und ich bin überglücklich, Mädchen zu erwarten. Das Schöne daran ist allerdings, dass ich mich genauso riesig über Jungs gefreut hätte, denn auch das wäre unfassbar grandios gewesen! Man freut sich über das eine und ist ein wenig traurig, dass es nicht das andere wird. Und auch in diesem Punkt sind mein Freund und ich uns einig: das Geschlecht ist am Ende doch völlig egal!

Und nun beginnt das Warten aufs Neue: Wie sie wohl aussehen?

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Redaktion ma-gazin

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