Kolumne

Fianas Kolumne: Out of Order – mal wieder!

Jedes Mal, wenn ich denke, der schöne Teil meiner Schwangerschaft beginnt endlich, wache ich am nächsten Morgen auf und habe erneut eine Faust im Gesicht. So liege ich bereits zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit mit einer dicken Erkältung flach und verfluche täglich Paracetamol. Das Zeug bringt genau NICHTS! Da kann ich es auch gleich lassen und im Bett warten, bis das Schlimmste überstanden ist. Ich erlebe also seit knapp einer Woche die pure Langeweile, denn mehr als herumliegen und versuchen, sich so wenig wie möglich zu bewegen, damit der Kopf nicht explodiert, ist einfach nicht drin.

Als ich vor einigen Tagen mit Halsschmerzen aufwachte, dachte ich, das sei ein schlechter Scherz. Schließlich war ich schon fast den gesamten Dezember ans Bett gefesselt. Ich konnte unmöglich schon wieder krank sein! Ich ernähre mich gesund, packe mich bei dem momentan herrschenden Schietwetter extra dick ein, wenn ich vor die Tür gehe und meide kranke Menschen so gut es geht. Letzteres ist natürlich fast unmöglich, denn irgendwie scheint halb Hamburg erkältet zu sein. So hört man an jeder Ecke: „Bei uns in der Firma sind auch fast alle krank. Das geht gerade wieder rum.“ Tja, das tut mir zwar leid, doch was soll ich mit dieser Aussage bitte anfangen?

Das Schlimme daran ist, dass die meisten nicht für ein paar Tage im Bett bleiben und sich auskurieren. Nein, dafür sind wir ja viel zu pflichtbewusst und fleißig. Was würden außerdem die Kollegen denken? Stattdessen fahren sie ihre Bazillen durch die ganze Stadt spazieren und machen sie mit so vielen anderen Menschen bekannt wie möglich. Das ist in den meisten Fällen auch gar nicht so wild. Viele von uns sind alle paar Jahre mal erkältet und stecken sich sonst nicht leicht an. Und vielleicht liegt es auch einfach nur an mir, doch seit ich schwanger bin, scheine ich, alle Erreger um mich herum einfach aufzusaugen.

Ich will mich auch nicht zu sehr beschweren, denn meine letzte Erkältung prä-Schwangerschaft liegt Jahre zurück. Damals konnte ich jedoch aus einer Palette Medikamente wählen, die Schmerzen lindern, Fieber senken, Atemwege frei pusten, Husten lösen oder einen Eukalyptusbaum in einem wachsen lassen. Dazu muss ich sagen, dass ich generell kein großer Fan von Medikamenten bin, doch wenigstens hat man unter normalen Umständen verschiedene Möglichkeiten, seiner Erkältung Beine zu machen. Jetzt heißt es in der Apotheke, nach dem Blick auf eine schlaue Liste (erlaubte Medikamente in der Schwangerschaft) lediglich, dass es ihnen leid tue, doch wie ich ja selbst sehen könne, dürfe ich nur Nasenspray mit Meersalz und Paracetamol einnehmen. Schwanger erkältet sein ist einfach großartig!

So inhaliere ich also fleißig mit Kamille, hau mir das absolut nichts bringende Nasenspray in die Nase und schmeiße ab und zu eine Paracetamol ein, wenn ich mal wieder kurz vorm Kotzen vor lauter Kopfschmerz stehe. Mein Penatenbart lässt meine Augenringe noch dunkler erscheinen und muss im Minutentakt erneuert werden, da meine Nebenhöhlen so fleißig Schnodder produzieren, dass ich statt Taschentüchern immer eine Rolle Klopapier mit mir herumtrage. Wenn das nicht sexy ist?

Heute ist der sechste Tag meiner Erkältung und ich bilde mir doch tatsächlich ein, dass es mir ein wenig besser geht. Also koche ich mir jetzt eine Kanne Tee, lege mich wieder auf die Couch und hoffe, dass ich morgen nicht wieder mit einer Faust im Gesicht aufwache.

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Redaktion ma-gazin

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