Unterwegs

So bringt ihr euren Kids das Fahrradfahren bei

Fahrradfahren lernen
Saskia
Geschrieben von Saskia

Mit oder ohne Stützräder?

Kinder können immer schlechter schwimmen und auch beim Fahrradfahren ist in Deutschland die Zahl der Kinder rückläufig, die im Straßenverkehr sicher auf ihrem Drahtesel sitzen. Laut der Landesverkehrswacht NRW bestehen fünf bis zehn Kinder pro Schulklasse ihre Fahrradprüfung nicht und müssen ein zweites Mal geschult werden. Vor zehn Jahren waren es im Durchschnitt nur zwei. Mit unseren Tipps machen wir euren Knirpsen das Fahrradfahren lernen leichter. 


Einer der Gründe, weshalb euer Nachwuchs unsicher beim Fahrradfahren ist, soll auf schlechtere motorische Fähigkeiten zurückzuführen sein. Die Teilnahme am Straßenverkehr sei somit zu gefährlich.

“Die Beweglichkeit der Kinder ist deutlich zurückgegangen. Manche können nicht einmal mit einer Hand fahren oder fahren selbst beidhändig Schlangenlinien”, so das Fazit von Burkhard Nipper Direktor der Landesverkehrswacht NRW.

 

Im größten Bundesland Deutschlands NRW findet die Fahrprüfung in der dritten oder vierten Klasse statt. In diesem Alter können die meisten Kinder zwar Fahrrad fahren, aber an der notwendigen Sicherheit fehlt es ihnen trotzdem. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) plädiert deshalb dafür, das sichere Fahrradfahren in der Schule intensiver zu lehren. Weitere Maßnahmen sollten sichere Radwege, die vor allem in Großstädten Mangelwahre seien, sein. Ein weiterer entscheidender Aspekt? Zu allererst seid ihr als Eltern dafür verantwortlich, eurem Nachwuchs das Radfahren Schritt für Schritt beizubringen. Doch wann solltet ihr überhaupt damit beginnen und welche Schritte sind notwendig, um euren Kleinen Sicherheit und Verantwortungsbewusstsein mit auf den Weg zu geben?

1. Laufrad und Roller für Beginner

Kann euer Knirps sicher laufen und stehen, ist er in der Regel bereit für ein Laufrad. Das ist ungefähr mit zwei Jahren der Fall. Hat er Spaß daran und bewegt sich bereits sicher damit, könnt ihr mit rund 2,5 Jahren bereits auf einen Tretroller mit drei Rollen umsteigen und ungefähr ein Jahr später auf einen Roller, der nur noch zwei Rollen hat. Experten bestätigen, dass das Rollerfahren den Gleichgewichtssinn, das Reaktionsvermögen sowie die Körperbeherrschung perfekt trainiert. Auf Stützräder könnt ihr übrigens verzichten, da sie den Gleichgewichtssinn eures Kindes nicht ausreichend trainieren. Und genau dieser ist der wichtigste Schritt, um bereit für das Fahrradfahren zu sein.

2. Fahrradfahren lernen ohne Druck

Wichtig ist wie in allen anderen Entwicklungsbereichen auch: Setzt euren Nachwuchs nicht unter Druck. Jedes Kind entwickelt sich individuell und benötigt unterschiedlich viel Zeit, um bereit für weitere Meilensteine zu sein. Im Kindergartenalter sind die meisten Kinder mit einem Fahrrad überfordert. Das liegt daran, dass beispielsweise ihr Gleichgewichtssinn noch nicht gut genug entwickelt ist, der Blickwinkel eingeengt und das Richtungshören noch eingeschränkt ist. Sie können Entfernungen schlechter einschätzen und die Rechts-Links-Koordination funktioniert auch noch nicht perfekt. Geht es mit dem ersten Fahrrad also langsam an.

3. Übungen an einem sicheren Ort

Damit sich euer Kind erst mal nur auf das Radfahren an sich konzentrieren kann und es durch den Straßenverkehr nicht gefährdet wird, sucht euch einen sicheren Ort zum Üben, zu dem ihr ihn begleitet. Das kann ein leerer Schulhof, ein Park mit ebenem Boden oder ein Platz sein, der nicht befahren wird. Dort kann sich euer Nachwuchs dann ganz in Ruhe auf das Auf- und Absteigen, Lenken, Fahren und Bremsen konzentrieren.

4. Anschubsen zur Starthilfe

Viele Eltern meinen, dass es dem Kind am besten hilft, es anzuschieben. Doch um die stabilisierenden Kräfte eures Nachwuchses am besten zu fördern, ist ein kurzer Anschubser beim Anfahren wesentlich hilfreicher, um nach dem ersten Rollen selbstständig in die Pedalen zu treten.

5. Fallen ist Teil des Prozesses

Natürlich wollt ihr eure Kleinen vor Stürzen und Verletzungen schützen. Aber erstens gehören zur Kindheit auch ein paar Schürfwunden dazu und zweitens ist gerade in der Anfangsphase das Tempo meist so gering, dass bei einem Sturz keine größeren Verletzungen entstehen können. Zudem lernt euer Kind somit auch seine Grenzen kennen und entwickelt ein besseres Gespür dafür, welche Bewegungen zum Fahrradfahren förderlich sind und welche eher nicht. Auch kann das Fallen euer Kind dazu animieren, noch umsichtiger zu werden. Achtet dennoch darauf, dass ihr es nie ohne Helm fahren lasst.

6. Immer den Blick nach vorne richten

Um das Gleichgewicht halten und sich irgendwann auf den Straßenverkehr konzentrieren zu können, muss euer Kind lernen, den Oberkörper, den Kopf und den Blick immer nach vorne zu richten. Daher solltet ihr nicht hinter und auch nicht neben, sondern vor eurem Kind herlaufen, wenn es das Fahrradfahren lernt.

7. Gemeinsames Fahren und Vorbildfunktion

Wenn euer Kind sicher auf dem Rad unterwegs ist, könnt ihr bereits kleinere gemeinsame Touren machen. Natürlich seid ihr dabei immer sein Vorbild! Zumindest dann, wenn ihr im normalen Straßenverkehr unterwegs seid. Sicher weiß euer Kind bereits einige elementare Straßenverkehrsregeln. Jetzt solltet ihr diese weiter vertiefen und immer mal wieder abfragen. Am besten fahrt ihr aber weiterhin erst mal in ländlichen Umgebungen und bringt eurem Knirps damit auch die Nähe zur Natur nahe. So hat er dann auch genug Zeit, um wirklich sicher zu fahren. Ist dies der Fall, könnt ihr von da an auch in verkehrsruhigen Zonen gemeinsam weiter üben. Bis zum vollendeten achten Lebensjahr müssen Kinder übrigens auf dem Gehweg fahren. Erst danach dürfen sie den Radweg nutzen. Seit Dezember 2016 dürfen sie von Aufsichtspersonen ab 16 Jahren auf dem Gehweg begleitet werden.

Hier findet ihr die 6 wichtigsten Tipps zum Schwimmenlernen.

Titelbild: © Peter Bernik

Über den Autor

Saskia

Saskia

Noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von all dem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ...

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