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Fahrradanhänger oder Kindersitz: Was passt besser zu euch?

Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Der Preis allein sollte nicht entscheiden!

Die Fahrradsaison hat begonnen und ihr schwankt zwischen der Entscheidung, ob ihr euch einen Fahrradanhänger oder Kindersitz anschaffen sollt? Dann geht es euch so wie vielen anderen Eltern auch. Mit unseren Tipps machen wir euch die Qual der Wahl hoffentlich etwas leichter.


Er ist der Klassiker, verschwindet aber gefühlt zusehends von der Straße. Die Rede ist vom bewährten Kindersitz für’s Fahrrad. Denn mittlerweile schwören viele Eltern auf die modernere Variante, den Kinderfahrradanhänger. Doch ist das teure Pendant tatsächlich auch besser?

Vorteile von Kindersitzen

  • Brauchen weniger Platz (zuhause & im Straßenverkehr)
  • Sind kinderleicht und im Handumdrehen montiert
  • Haben weniger Gewicht und sind daher einfacher zu manövrieren
  • Lassen mehr Nähe zu eurem Kind zu (geringerer Abstand)
  • Kann man aufgrund des Stecksystems ganz einfach für verschiedene Fahrräder verwenden
  • Sind viel günstiger als Fahrradanhänger

Nachteile von Kindersitzen

  • Ihr könnt damit nur ein Kind mitnehmen
  • Euer Kind ist nicht vor Regen und Wind geschützt
  • Aufgeweckte Kinder neigen zum Zappeln, was die Fahrt sehr unruhig macht
  • Kinder haben im Sitz nach vorne keine Sicht
  • Ihr müsst euer Kind bei jedem Halt aus dem Sitz nehmen

Einen Testbericht (03.06.2016) zu Fahrradkindersitzen findet ihr hier.

Und wie sieht es mit Fahrradanhängern aus? Sind sie tatsächlich so viel besser und ihren stolzen Preis wert?

Vorteile eines Fahrradanhängers

Kinderfahrradanhänger sind allgegenwärtig. Das ist euch sicher auch schon in eurer Gegend aufgefallen. Warum die Teile im Moment so angesagt sind, zeigen die vielen Vorteile, mit denen sie bei Eltern punkten.

  • Fahrradanhänger bieten Kindern ausreichend Platz und punkten zudem mit jeder Menge Stauraum fürs Gepäck und Einkäufe
  • Für Kinder ist die Fahrt viel angenehmer, da es für sie wesentlich bequemer ist
  • Bis zu zwei Kinder können gleichzeitig transportiert werden
  • Vielfältige Einsatzmöglichkeiten, beispielsweise als Jogger oder Buggy. Sie sind zum Teil im Winter sogar als Ski-Set erhältlich (Thule Anhänger)
  • Langeweile Fehlanzeige! Kinder haben gute Sicht, können entspannt schlafen oder mit dem Lieblingsspielzeug spielen
  • Schutz vor Sonne, Wind und Regen. Dank UV-Schutz, Regenverdeck und Mückennetz ist euer Kind hervorragend geschützt
  • Vor allem für lange Touren und Fahrradurlaube gibt es keine bessere Alternative für Familien
  • Dank Babyschalen und Hängematten können sogar Babys mit an Board

Nachteile eines Fahrradanhängers

Fahrradanhänger punkten zwar mit jeder Menge positiver Eigenschaften, aber auch sie haben ihre Tücken.

  • Zu teuer! Viele bemängeln die hohen Anschaffungskosten für einen hochwertigen Fahrradanhänger. Aber, es gibt tatsächlich auch gute Fahrradanhänger zu erschwinglichen Preisen.
  • Sie sind nicht gerade platzsparend. Ob beim Überwintern in der Garage oder beim Transport im Auto – wichtig ist auf jeden Fall, dass sich der Anhänger möglichst gut falten lässt.
  •  Kinder sitzen auf Augenhöhe mit dem Auspuff von Autos. Vielbefahrene Straßen solltet ihr deshalb meiden!
  • Während der Fahrt ist der Kontakt zum Kind eingeschränkt. Das betrifft auch die Sicht zum Kind.
  • Im direkten Vergleich zum Fahrradsitz sind Anhänger logischerweise schwerer, verursachen längere Bremswege und sind schwieriger zu steuern.
  • Die Erstmontage ist aufwendiger. Außerdem muss der Fahrradanhänger stets an- und abgehängt werden. Sicheres Anketten ist auch erforderlich, da sie leider ein wertvolles Diebesgut darstellen.

Welche Variante ist sicherer?

Geht es nach Crash-Tests, haben Kinderfahrradanhänger in puncto Sicherheit definitiv die Nase vorne. Die Gefahr von Kopfverletzungen bei Unfällen ist bei Kindersitzen deutlich höher. Ein Helm ist deshalb unbedingt Pflicht!

Der Rahmen schützt euer Kind im Fahrradanhänger bei einem Aufprall viel besser. Damit der Schutz aber tatsächlich gegeben ist, kommt es natürlich auch auf die Qualität des Anhängers an. Folgende Sicherheits- und Qualitätskriterien sollte euer zukünftiger Kinderanhänger also in jedem Falle erfüllen:

  • Gut gepolstertes 5-Punkte-Gurtsystem
  • Überroll- und Aufprallschutz
  • Idealerweise eine auf das Gewicht des Kindes manuell einstellbare Federung
  • Ein möglichst tiefer Schwerpunkt und ein negativer Radsturz (nach außen gestellte Reifen) verhindern ein Kippen des Anhängers
  • Gute Beleuchtung, ausreichend Rückstrahler und eine gut sichtbare Fahne
  • Ein möglichst geringes Eigengewicht (<15kg), damit die Fahrt weniger anstrengend und das Manövrieren einfacher ist

Bei der Sicherheit kommt es natürlich auch auf eure eigene Fahrweise an. Für welche Alternative ihr euch entscheidet ist daher von euren individuellen Bedürfnissen abhängig. Plant ihr längere Fahrten, Urlaube und häufige Ausflüge, dann lohnt sich die Investition in einen Anhänger. Auch für zwei Kinder ist ein Fahrradanhänger in jedem Fall zu bevorzugen. Für kurze Fahrten mit nur einem Kind ist in den meisten Fällen wiederum ein Fahrradsitz völlig ausreichend, es sei denn, ihr wollt auch größere Einkäufe mit dem Fahrrad erledigen und benötigt mehr Stauraum.

Gerald Bacher betreibt das Kinderfahrradanhänger Portal Zweiradkraft.com, auf dem er seine Besucher über Qualität, Sicherheit und Hersteller von Fahrradanhängern aufklärt. Gerald ist selber begeisterter Radfahrer und verbringt seine Freizeit gerne mit seinem Bike in den Bergen Tirols!

Titelbild: © Kzenon

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