Gebloggt Frans Mama-Blog

Eltern versus den Rest der Welt

Fran
Geschrieben von Fran

Es gibt Situationen, in denen sich die Geister scheiden, besonders zwischen Eltern und der “kinderlosen Fraktion”. Vor allem Erziehungsfragen oder das Benehmen der Kinder in der Öffentlichkeit führen nicht selten zu Vorurteilen und Streitfragen.


 

Heute habe ich auf einer sozialen Onlineplattform einen Beitrag von einer kinderlosen Kassiererin gelesen, die sich sehr über folgendes Szenario echauffiert hat:

Ein Mann tritt mit seinem Kind (wohl ca. 6 Jahre alt) an die Kasse. Das Kind war zu dem Zeitpunkt schon am Schreien, wie am Spieß. Als es dann noch die Süßigkeiten sieht, ist endgültig Krieg angesagt. Das Kind schrie (O-Ton der Kassiererin) bis zur Grenze des Erbrechens und der Vater ignorierte es und unternahm nichts. Und das, obwohl wohl alle Leute davon gestört waren.

benehmen

Die Antworten auf diesen Beitrag ließen sich ziemlich deutlich in zwei Lager teilen: Eltern und der kinderlose Rest.
Die kinderlose Fraktion blies in dasselbe Horn wie die Beitragsverfasserin. Der Vater versagt, das Kind ist verzogen. Es sei rücksichtslos und absolut inakzeptabel, dass er das Kind nicht sofort ruhig gestellt hat. Schließlich hätte das Verhalten des Kindes wirklich alle deutlich irritiert und sei sowieso völlig unnötig.

Die Eltern entgegneten, dass die kinderlose Fraktion sich überhaupt nicht in die Situation hinein versetzen könne, und nicht wisse, wie bescheiden der Tag des Vaters und seines Kindes bis dahin gelaufen war.
Es wurde gesagt, dass man irgendwann den Punkt erreicht, an dem man einfach nicht mehr diskutieren will und den Trotzanfall ignorieren würde.

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Ich widerstand meinem ersten Impuls, ebenfalls eine Antwort zu verfassen, trank stattdessen meinen Kaffee fertig und machte mich mit dem Tochterkind auf den Weg in den Kindergarten.

Bereits im Treppenhaus ließ Alice vermelden, dass sie lieber mit dem Auto fahren wollte, anstatt, wie sonst immer, zu Fuß zu gehen. Da wir innerhalb von 10 Minuten zum Kindergarten laufen können, erklärte ich ihr geduldig einmal, zweimal, dreimal und auch zum x-ten Mal, dass wir für die kurze Strecke nicht das Auto nehmen werden.

Das Ende vom Lied?
Ich war total entnervt, weil ich 100 Mal dasselbe sagen musste, und Alice war mehr als frustriert und lief den ganzen Weg über weinend und motzend neben mir her. Menschen, die uns entgegen kamen, straften mich mit abwertenden und vorwurfsvollen Blicken. Sie waren sichtlich von dem weinenden Kind an meiner Seite gestört.

Klar, ich hätte mich abermals auf Augenhöhe mit ihr begeben und versuchen können, zu beschwichtigen, was nicht zu beschwichtigen war. Sie bekam ihren Willen nicht und ihre negativen Gefühle standen ihr zu. (An der Ausdrucksweise muss in dem Alter sowieso noch gearbeitet werden…).Laufen.zum.KiGa

Als Elternteil ist man permanent auf dem Prüfstand der anderen. Es ist einfach, über das schreiende Kind und den augenscheinlich nachlässigen Vater zu urteilen. Dennoch sollte man das nicht so leichtfertig tun, denn man weiß schließlich nicht, wie viel zuvor diskutiert wurde und wie voll der Vater/die Mutter die Nase davon hat.

20 Meter vor dem Kindergarten kippte Alices Laune im Übrigen wieder, und ich konnte den reinsten Sonnenschein abgeben, der tanzend den Rest des Weges entlang geschwebt war.

 

Mehr Blogbeiträge von Fran gibt es auf ihrem Mama-Blog hier beim ma-gazin.

 

Titelbild und Bilder im Text: © Franziska Petersen

Über den Autor

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"Ein Kind zu bekommen, ist eine grosse Entscheidung, denn man entscheidet sich dafür, sein Herz für alle Zeit außerhalb seines Körpers zu tragen." Dieses Zitat ist so wahr, dass es fast schon weh tut. Ich habe durch meine Töchter gelernt, wie unfassbar das Leben durch ein Kinder bereichert wird und liebe jeden Tag mit ihnen. All die Anstrengungen, der Stress, einfach alles, ist es wert. Denn wenn sie mich nur einmal anlächeln, wird mir meine Mühe tausendfach zurückgezahlt.

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