Zuhause

Digitale Babyüberwachung: Hochsicherheitstrakt Kinderzimmer

digitale baby-überwachung
Saskia
Geschrieben von Saskia

Computer, die mit Babys interagieren? Nein danke!

Das digitalisierte Leben vereinfacht euch in vielen Bereichen den Alltag als Familie. Doch Hersteller wollen euch nicht nur über Babyphone-Apps bei der Überwachung euer Kinder helfen. Anbieter werben zum Beispiel damit, die Herzfrequenz euer Babys im Schlaf zu überwachen, um dem plötzlichen Kindstod zuvorzukommen und der Spielzeughersteller Mattel wollte noch einen Schritt weiter gehen und eine künstliche Intelligenz namens Aristotle auf den Markt bringen. Überwachung, Gesundheit und Interkation? Das sind gleich drei Dinge auf einmal und die gehen nun wirklich nicht!


Wichtig ist, sich vor dem Kauf bewusst zu machen, dass auch ein Hersteller keinesfalls irgendeine Form der Garantie ausspricht, eure Kinder auf dem jeweiligen Gebiet zu 100 Prozent schützen zu können. Und dann stellt sich auch die Frage, inwieweit diese Geräte der Gesundheit eurer Kinder eher schaden, als dass sie in irgendeiner Weise nützlich sein könnten.

Mattel stellt Aristotle ein

Auch der Spielzeughersteller Mattel wollte mit Nabi Aristotle ein vernetztes Produkt oder in Fachsprache ein “smartes Smart Home Hub für Kinder” – auf den Markt bringen. Mit dem Ziel? Gesundheitliche Überwachung sowie Interaktion mit dem Kind. Dank Nachahmungseffekt sollte die Künstliche Intelligenz in der Lage sein, mit dem Baby zu kommunizieren. Durch Kamera und Mikrofon hätte es Geschichten, Schlaflieder und Spiele zum Besten geben können. Zudem sollte das Mikrofon als Babyphone fungieren und Aristotle als Nachtlicht dienen. Über weitere Apps und eine Hub-Verbindung sollten Prozesse möglich sein, wie etwa eine Nachricht zu bekommen, wenn der Windelvorrat zur Neige geht, um diesen über eine Spracherkennung bei Amazon wieder nachordern zu können.

Das große Problem besteht derzeit allerdings immer noch darin, dass es keine wissenschaftlichen Studien darüber gibt, wie sich eine künstliche Intelligenz auf die Entwicklung und die Psyche eines Kindes auswirken kann. Nachdem eine Petition in Umlauf geriet, um Aristotle zu stoppen, entschied sich auch Mattels neuer Technologie-Chef Sven Gerjets gegen den Verkauf.

 

Teuer, keine Gewähr, kein Vertrauen!

Was diese Geräte allerdings immer sind? Teuer! So sollte Aristotle Mitte 2017 für 300 US-Dollar auf den Markt kommen. Und meist sorgen sie dafür, dass sich Eltern noch mehr sorgen und verärgert sind. Der Grund ist plausibel. Auch hochpreisige vernetzte Produkte können die Gesundheit und Aufsicht eurer Kinder nicht vollständig gewährleisten. Und mal ganz abgesehen von der Masse elektronischer Strahlungen, die euren Kleinsten ebenfalls ganz sicher nicht zu Gute kommt, ist ein vollkommen überwachtes Kinderzimmer wohl in keinster Weise wünschenswert.

„Wir wissen, dass wir ein Baby mit einfachen vorbeugenden Maßnahmen um einiges mehr schützen können, als mit jeder teuren Technologie da draußen“, so Dr. Rachel Moon, die als eine der Hauptautorinnen eine Empfehlung der American Academy of Pediatrics (AAP) zu diesem Thema veröffentlichte.

Video: YouTube

Titelbild: © Julia Albul

Über den Autor

Saskia

Saskia

Noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von all dem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ...

Hinterlasse ein Kommentar