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Die Periduralanästhesie – Kurz und schmerzlos? (2. Teil)

Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Im 1. Teil unseres PDA-Artikels haben wir euch erklärt, wie so eine Periduralanästhesie abläuft und welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, damit es für euch eine Schmerzlinderung durch lokale Narkose während der Geburt überhaupt geben kann. Eine Entbindung ohne schlimme Wehen-Schmerzen – ein Traum! Oder? Natürlich birgt auch die PDA einige Nachteile, die wir euch nicht vorenthalten dürfen. Ein Tipp jedoch vorweg: Auch wenn ihr euch eigentlich gegen eine PDA entschieden habt, solltet ihr die Möglichkeit trotzdem mit eurem Arzt und eurer Hebamme durchsprechen, falls ihr euch “mittendrin” doch noch umentscheidet.

Was ihr im Vorfeld beachten müsst

Euer Arzt und eure Hebamme werden euch natürlich bereits vor der Geburt in einem der Vorbereitungsgespräche über die Möglichkeit einer PDA aufklären. Hier aber vorab schon einmal ein paar Infos: Bei einer Periduralanästhesie darf die Blutgerinnung nicht beeinträchtigt sein. Daher dürft ihr bis kurz vor der Entbindung keine blutgerinnungsverändernde Medikamente, wie z.B. Azetylsalizylsäure einnehmen, die Bestandteil vieler Kopfschmerztabletten ist, aber auch zur Behandlung nach Herzkranzgefäß-Erweiterungen eingesetzt wird. Inwiefern ihr die Einnahme dieser Medikamenten, aufgrund eurer Schwangerschaft, reduzieren oder sogar einstellen müsst, besprecht ihr am besten mit dem Arzt eures Vertrauens.

Solltet ihr stolze Besitzerin eines Steiß-Tattoos sein, könnte die Durchführung der PDA problematisch werden. Der Anästhesist benötigt für den Einstich einwandfreie Sicht, damit er die Nadel genau setzen kann. Immerhin agiert er an einer kritischen Stelle eures Körpers – ganz in der Nähe eures Rückenmarks. Solltet ihr also über ein ganz besonders großes Exemplar verfügen, hört auf euren Narkose-Arzt oder eure Hebamme, wenn sie euch von einer PDA abraten. Genauso spricht eine Infektion im Injektionsgebiet oder eine Blutvergiftung gegen eine PDA.

Übrigens: Bleibende Nervenschäden, wie z.B. die gefürchtete Querschnittslähmung, die beim Einführen des Katheters auftreten können, sind extrem selten. Trotzdem ist der Anästhesist dazu verpflichtet euch über die Risiken zu informieren. Ihr braucht keine Angst zu haben.

Mögliche Nachteile einer PDA

Trotzdem birgt die wohltuende PDA auch einige Nachteile, die ihr gründlich abwägen solltet. Mit der ständigen Anwesenheit eines Arztes lassen sich diese jedoch weitgehend vermeiden:

Blutdruckabfall

Ein Blutdruckabfall kann infolge einer PDA auftreten, da sich durch das Anästhetikum die Blutgefäße erweitern. Starke Schwindelgefühle gehen mit dem Blutdruckabfall einher, können aber durch gleichzeitig verabreichte kreislaufunterstützenden Mittel gehemmt werden.

Zu starke Entspannung der Gebärmuttermuskulatur

Damit die Wehen, aufgrund einer durch die Narkose zu stark entspannten Gebärmutter, nicht zu schwach ausfallen, können der werdenden Mutter wehenfördernde Mittel, wie Oxytocin, verabreicht werden

Zu hohe Dosierung der PDA

In diesem Fall kann eine völlige Unempfindlichkeit auftreten und das Gefühl für die Wehen und das Mitpressen verloren gehen. Oft muss dann die Geburt mit der Zange oder der Saugglocke zu Ende gebracht werden.

Vorteile einer PDA

Für wen das alles jetzt wie ein riskanter Drogentrip klingt, dem seien hier jetzt noch die Vorteile einer Periduralanästhesie aufgezeigt. Denn es gibt sie tatsächlich!

Die exakte Dosierung

Bei einer genauen Dosierung des Anästhetikums bleiben euch die starken Geburtsschmerzen erspart und ihr könnt trotzdem die Wehen miterleben und unterstützen.

Kein Zeitverlust

Sollte eine Entbindung mit der Zange oder der Saugglocke erforderlich sein, seid ihr durch die PDA bereits örtlich betäubt und es geht keine kostbare Zeit für die Anästhesie verloren.

Verringerung von Druck und Belastung

Der durch das Pressen verursachte Druck im Kopf und Oberbauchbereich für durch eine PDA weitestgehend vermieden. Außerdem verringert sich oft die Belastung des Babys während der Geburt – eine Beeinträchtigung eures Sprösslings ist bisher nicht bekannt.

Alles in allem bleibt die Entscheidung natürlich euch überlassen, ob man bei euch eine PDA durchführen soll oder nicht. Ihr sollt nur wissen, dass ihr euch nicht durch den Schmerz quälen müsst, wenn ihr nicht mehr könnt. Schließlich benötigt ihr gerade zum Ende der Geburt hin eure ganze Kraft. Für wen eine PDA absolut nicht in Frage kommt, sollte alle Möglichkeiten der alternativen Schmerzlinderung in Betracht ziehen. Oft können schon beruhigende, nichtmedikamentöse Methoden helfen: Massagen, Wärme, Atemübungen oder Bewegung wirken unterstützend und lindernd. Auch Akupunktur oder homöopathische Mittel können zur Entkrampfung beitragen. Hört auf euer Gefühl und euren Körper und besprecht alles ausführlich mit eurem Arzt und eurer Hebamme.

Titelbild: ©panthermedia.net Hannes Eichinger

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