featured Gesund

Deshalb sollten Kinder barfuß laufen

barfuß laufen
Saskia
Geschrieben von Saskia

Über Stock und Stein

Derzeit lassen die warmen Tage zwar noch auf sich warten, aber wenn es endlich so weit ist, haltet ihr euch mit euren Kleinsten wieder viele Stunden auf dem Spielplatz, der Wiese und dem Balkon auf. Neben ausreichendem Sonnenschutz ist ab jetzt auch luftiges Schuhwerk angesagt. Noch besser wäre es aber, wenn ihr eure Knirpse so oft wie möglich barfuß laufen lasst.


Ihr wisst selbst, was eure Füße Tag für Tag leisten müssen. Sie stemmen euer gesamtes Körpergewicht, bringen euch von A nach B, mal schneller, mal langsamer und wenn ihr sie in falsches Schuhwerk gesteckt habt oder zu viel gelaufen seid, brauchen sie dringend eine Pause. Da liegt der Gedanke nahe, dass Kinderfüße noch viel mehr geschont werden sollten, oder? Wenn euer Kind seine ersten Schritte wagt, wollt ihr ihm seine Laufübungen so angenehm wie nur möglich machen und das bedeutet, Schuhe ohne hochwertiges Fußbett kommen für die winzigen Füßchen gar nicht erst in Frage. Ein Trugschluss!

Schritt für Schritt

Wenn Babys laufen lernen, begreifen ihre Füßchen erst nach und nach, dass sie eine Menge Gewicht tragen und Balance halten müssen. Das geht am besten, wenn sie den direkten Kontakt zum Fußboden aufnehmen und somit barfuß laufen können. Gut gepolsterte Schuhe lassen solch einen Kontakt gar nicht erst zu und nehmen der Fußmuskulatur gleich ihre wichtigste Aufgabe: Sich zu entwickeln und stark genug zu werden, um der alltäglichen Belastung gewachsen zu sein. Hinzu kommt, das Babyfüße schnell wachsen. Durch Schuhe engt ihr sie aber eher ein, die gewölbte Fußunterseite wird nicht genügend trainiert und es können erste Fehlstellungen auftreten, die zu Platt-, Spreiz- oder Senkfüßen führen.

Die Welt entdecken

Wann seid ihr zum letzten Mal barfuß über eine feuchte Wiese oder am Strand entlang gelaufen? Wie habt ihr euch dabei gefühlt? Gewiss ganz entspannt und frei? Und genau dieses Gefühl solltet ihr Baby- und Kinderfüßen noch häufiger gönnen. Kinder lieben den direkten Kontakt zur Natur und nehmen diese durch das Barfußlaufen noch viel intensiver wahr. Also ab durch kitzelnde Grashalme und spielt mit den Füßchen im Sand Verstecken! 🙂

Abwehrkräfte und Haltung stärken

Wieso sind Fußreflexzonenmassagen so beliebt? Weil Füße höchst sensibel sind. Durch die Massage der Fußreflexzonen wird die Aktivität unserer Organe angeregt und kleine gesundheitliche Wehwehchen können damit beseitigt werden. Das Barfußlaufen ist somit nicht nur die natürlichste Art und Weise unserer Fortbewegung, sondern dient auch der Aktivierung dieser höchst sensiblen Zonen. Ihr trainiert damit das Immunsystem eurer Kleinen und da sich nackte Füßchen an jede kleinste Veränderung der Bodenbeschaffenheit anpassen müssen, wird die Muskulatur gestärkt, die wiederum für eine gesunde Entwicklung der Wirbelsäule notwendig ist.

Wann ist Vorsicht angesagt?

Wenn euer Schatz gerade erst mit euch gemeinsam seine ersten Schritte wagt, gewöhnt ihn ganz vorsichtig an die unterschiedlichsten Untergründe. Kleine Steinchen oder Muscheln können schon mal recht unangenehm werden. Lasst ihr euer Kind regelmäßig barfuß laufen, wird es sich schnell daran gewöhnen. Ist es zu kalt, gilt natürlich leider: Socken und Schuhe an! Seid ihr auf ungemähten Wiesen oder auf ungepflegten Spielplätzen unterwegs, gilt Vorsicht vor Scherben, Wespen (die sich gerne im hohen Gras verstecken) und ähnlichen Gefahren. Haltet ihr euch länger in der prallen Sonne auf und lauft über Asphalt, wird der Boden zu heiß sein. Auch dann solltet ihr eure Kinder nicht barfuß laufen lassen. In der Wohnung dürfen Kinderfüße nicht zu kalt werden. Speziell wenn ihr einen Fliesenboden habt, sind rutschfeste Socken empfehlenswert. Auch hier gilt wieder: Verzichtet am besten auf Schuhe, beziehungsweise Pantoffeln. Stoppersocken halten warm, verhindern das Rutschen und trainieren die Füße und Wirbelsäule besser als jeder Schuh.

Titelbild: © vsurkov

Über den Autor

Saskia

Saskia

Knapp über 30 und noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von all dem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs dann irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ;)

Hinterlasse ein Kommentar