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Der Storch bringt die Babys und wer bringt das Geld?

Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Als hätte man nicht schon genügend Sorgen, sobald man sich in freudiger Erwartung befindet, muss man sich auch noch Gedanken um die Finanzen machen. Wir alle haben zwar schon hier und da was über Mutterschaftsgeld, Elterngeld oder Kindergeld gehört. Doch mit wie viel Geld kann man letztendlich wirklich rechnen?

Wer gesetzlich krankenversichert ist, erhält während der Zeit des Mutterschutzes Mutterschaftsgeld. Der gesetzliche Mutterschutz tritt sechs Wochen vor dem Entbindungstermin ein und endet acht Wochen nach der Geburt des Kindes. Falls Mehrlinge im Anmarsch sind oder es zu einer Frühgeburt kommt, verlängert sich die Dauer nach der Entbindung um weitere vier auf insgesamt zwölf Wochen. Die Krankenkasse zahlt in dieser Zeit bis zu 13 Euro pro Kalendertag, den Rest bis zur Höhe des Nettogehalts füllt der Arbeitgeber auf.

Nach dem Mutterschutz beginnt die Elternzeit. Im Grunde hat jeder Arbeitnehmer das Recht, sich bis zum dritten Lebensjahr des Kindes eine Auszeit zu nehmen, ohne den Anspruch auf den eigenen oder einen gleichwertigen Arbeitsplatz zu verlieren. Während der Elternzeit zahlt der Staat für zwölf Monate Elterngeld. Teilen sich Mutter und Vater die Betreuung, gibt es noch zwei weitere Monate oben drauf. Dabei muss der zweite Elternteil allerdings mindestens eine zweimonatige Job-Pause einlegen, die jedoch frei über den gesamten Zeitraum verteilbar ist.

Auch Alleinerziehende haben Anspruch auf vierzehn Monate Elterngeld. Es ist außerdem möglich, den Erhalt des Geldes auf 24 bzw. 28 Monate zu strecken. Allerdings gibt es dann jeden Monat nur die Hälfte des Betrags. Danach gibt es kein Elterngeld mehr. Es ist jedoch möglich, während der Elternzeit bis zu maximal 30 Stunden pro Woche zu arbeiten.

Der Elternteil, der im Beruf kürzer tritt, um sich um das Baby zu kümmern, bezieht zwischen 65 und 67 Prozent des wegfallenden Einkommens, höchstens jedoch 1.800 Euro und mindestens 300 Euro. Bei Selbstständigen wird der Gewinn des letzten Jahres vor der Geburt als Grundlage genommen.

In Familien, in denen neben dem Neuankömmling bereits ein Kind unter drei oder zwei Kinder unter sechs Jahren Zuhause sind, gibt es noch einen Zuschlag von zehn Prozent des Elterngeldes, mindestens 75 Euro. Diesen sogenannten Geschwisterbonus gibt es, bis das älteste Kind das dritte bzw. sechste Lebensjahr vollendet. Und auch bei Mehrlingen gibt es mehr Elterngeld. Pro Mehrling gibt es 300 Euro extra.

Da die einzelnen Bundesländer für die Auszahlung des Elterngeldes zuständig sind, sind auch die Antrags- und Beratungsstellen unterschiedlich angesiedelt. So erhält man den Antrag bei der Gemeindeverwaltung, in Kliniken oder bei Krankenkassen. Manche Bundesländer bieten auch Online-Formulare an.

Zusätzlich zum Elterngeld gibt es natürlich noch das Kindergeld. Den Antrag auf Kindergeld kann man ab dem Tag der Geburt des Kindes stellen. Ab Einreichung des Antrags bis zum vollendeten 18. Lebensjahr laufen dann die Zahlungen. Befindet sich das Kind dann noch in der Ausbildung und hat keine eigenen Einkünfte, wie z.B. als Student, gibt es sogar bis zum 25. Geburtstag Kindergeld. Für das erste und zweite Kind handelt es sich um immerhin 184 Euro im Monat, für das dritte gibt es schon 190 Euro und für jedes weitere Kind sind es dann schon 215 Euro.

Wer sich jetzt fragt, warum ich die „Herdprämie“ (das Betreuungsgeld) mit keinem Wort würdige, sollte einfach die Wahlen im kommenden Jahr abwarten. Mutterschaftsgeld, Elterngeld und Kindergeld sind jedenfalls sicher, das Betreuungsgeld steht noch in den Sternen.

Wer nähere Informationen zu den verschiedenen Geldern wünscht, schaut sich am besten auf den Seiten des Bundesfamilienministeriums (www.bmfsfj.de) um. Dort gibt es auch einen Elterngeldrechner. Bei Fragen zum Mutterschaftsgeld sollte man sich an seine Krankenkasse wenden. Die hilft eventuell auch beim Elterngeld. Wer sich also gut informiert, hat jedenfalls eine Sorge weniger und kann sich entspannt auf den Familienzuwachs freuen.

Titelbild: © babimu – Fotolia.com

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