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Das juckt! – Probleme mit der Babyhaut

Milchschorf
Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Babys und Kleinkinder sind oft anfällig für Hautkrankheiten. Das liegt daran, dass ihre empfindliche Haut sich noch in der Entwicklungsphase befindet. Welche unterschiedlichen Hautveränderungen es gibt und wie ihr diese bei euren Kleinen richtig pflegt, haben wir für euch zusammengefasst.


Funktionelle Unreife

Die Haut eures Babys ist deutlich dünner und dadurch natürlich viel empfindlicher als die eines Erwachsenen. Sie reagiert also stärker auf äußere Reize und Einflüsse. Außerdem sind die Talg- und Schweißdrüsen noch nicht voll entwickelt. Dadurch trocknet sie nicht nur schneller aus, sondern ist sehr empfindsam gegenüber Temperaturschwankungen. Die weiche Babyhaut kann sich auch schneller entzünden, weil sie nach alkalischen Substanzen, wie Waschgel, Lücken in ihrem Säureschutzmantel aufweist. Deswegen ist es unabdingbar eine spezielle Hautpflege für die tägliche Reinigung oder das tägliche Bad zu verwenden, die nicht nur mild und seifenfrei ist, sondern auch dabei hilft, die hauteigenen Schutzmechanismen zu unterstützen.

Milchschorf oder Kopfgneis?

Der Name Milchschorf kommt daher, dass der Ausschlag aussieht wie angebrannte oder verkrustete Milch. Mit einer Milchallergie hat das Ganze allerdings nichts zu tun.
Die gelblichen Schuppen bilden sich meist in Verdingung mit einem geröteten Bereich der Kopfhaut. Die meisten Eltern verwechseln häufig den harmlosen Ausschlag Kopfgneis mit Milchschorf, ganz einfach weil sich diese beiden sehr ähnlich und äußerlich kaum zu unterscheiden sind.

Der Kopfgneis, oder auch Seborrhoisches Ekzem genannt, ist lediglich ein Ergebnis übermäßiger Talgproduktion und vollkommen harmlos. Darüber hinaus juckt er nicht und seine Schuppen sind weich und fetthaltig. Er tritt meistens sehr früh auf und bildet sich in den ersten drei Lebensmonaten wieder zurück.

Der echte Milchschorf hingegen ist eher seltener, dafür aber nicht so harmlos. Er entwickelt sich meistens erst nach ein paar Monaten und kann bis zu zwei Jahre bleiben. Nicht nur die Schuppen beim Milchschorf sind fester und manchmal auch nässend oder borkig, er löst auch einen Juckreiz aus, wodurch viele Babys anfangen zu kratzen. Und das nicht nur am Kopf, denn Milchschorf kann sich auch auf Gesicht, Ohren und Nacken, aber auch auf Armen und Beinen ausbreiten. Sogar im Windelbereich ist dieser Ausschlag möglich und wird nicht selten mit Windeldermatitis verwechselt. Ihr helft eurem Baby ungemein, wenn ihr ihm ein paar dünne Baumwollfäustlinge in der Nacht anzieht, damit es die juckenden Stellen nicht aufkratzen kann. Dadurch würden sich diese nur unnötig entzünden. Um welchen Ausschlag es sich allerdings handelt, müsst ihr unbedingt von eurem Arzt untersuchen lassen.

Neugeborenenakne und Säuglingsakne

Nicht nur Teenager bekommen unschöne Pickelchen im Gesicht, denn ungefähr 20% aller Neugeborenen bekommen diese in den ersten sechs Wochen nach der Geburt. Dies nennt man Neugeborenenakne oder auch Babyakne, welche völlig harmlos ist. Sie juckt nicht und verheilt nach einiger Zeit von ganz alleine. Die Babyakne entsteht durch die Hormonumstellung, die jedes Baby nach der Geburt durchmacht, und muss in der Regel nicht behandelt werden.

Anders sieht es da mit der Säuglingsakne aus, die meistens zwischen dem zweiten und dritten Lebensmonat auftritt. Diese ist zwar optisch kaum von der Neugeborenenakne zu unterscheiden, kann aber deutlich schlimmer verlaufen. Die Säuglingsakne ist von starkem Juckreiz geprägt und viele Babys kratzen sich deswegen nachts sehr stark, wenn sie nicht davon abgehalten werden. Bei der Säuglingsakne ist es wichtig, dass ihr mit eurem Sprössling zum Arzt geht, denn meistens muss ihr mit Entzündungshemmenden Cremes oder sogar Antibiotika entgegen gewirkt werden. Wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird, kann die Säuglingsakne auch viele Narben hinterlassen. Sie ist erblich bedingt und meistens ein Vorbote von späterer starker Pubertätsakne.

Neben diesen wichtigen Hautveränderungen gibt es auch noch einige andere, wie Milien, Blutschwamm oder auch Storchenbiss. Milien sind kleine weiße Körnchen, die sich durch die Hormonumstellung nach der Geburt an den Ausgängen von Talgdrüsen bilden. Sie können sich zwar innerhalb kurzer Zeit stark vermehren, verschwinden aber nach einigen Wochen wieder von alleine und müssen nicht behandelt werden.

Blutschwämme sind meistens sehr auffällige Hautveränderungen und knapp 3% aller Neugeborenen kommen mit ihnen auf die Welt. Bei Frühchen ist es sogar jedes zehnte Baby. Ein Blutschwamm ist ein gutartiger Tumor der Blutgefäße und tritt meistens an Hals oder Kopf auf. Manche werden mit dem Alter größer, andere bilden sich zurück. Aber die Leicht erhabenen roten Flecke sind normalerweise nicht bösartig.

Kleine rote Abzeichnungen auf der Haut können auch die sogenannten Storchenflecke sein, die meistens auf der Stirn oder Nackenmitte auftreten. Der Name stammt aus den früheren Aufklärungsgeschichten, in denen der Storch das Baby brachte. Die Rötung soll dort entstanden sein, wo der Storch das Baby in seinem Schnabel getragen hat. Tatsächlich entstehen sie durch vermehrte und erweiterte kleine Äderchen, die beim Schreien oder Aufregen des Babys farblich noch intensiver werden können. Sie sind allerdings harmlos und bilden sich innerhalb des ersten Lebensjahres zurück.

Wie ihr seht, gibt es einige Hautveränderungen und auch –krankheiten, die bei euren Babys entstehen können. Ob groß, klein, stark oder schwach – wichtig ist, dass ihr diese von einem Arzt untersuchen lasst, denn Vorsorge ist besser als Nachsorge.

Titelbild: © Sabine Naumann – Fotolia.com

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