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Darum ist ein Geburtsvorbereitungskurs für Geschwister sinnvoll!

Geburtsvorbereitungskurs für Geschwister
Saskia
Geschrieben von Saskia

Damit sich die Kleinen auf die Kleinsten freuen!

Natürlich erinnert ihr euch noch an eure erste Schwangerschaft und diese endlose Vorfreude. Der Bauch wächst, irgendwann spürt ihr die ersten Tritte und ihr singt eurem Bauchbewohner die ersten Schlaflieder vor. Und genau dieser Wurm ist nun auf der Welt, kann je nach Alter schon einiges ganz alleine und wird immer selbstständiger. Da kommt der Zeitpunkt für ein Geschwisterchen doch gerade recht, oder? Ja und nein, denn ihr solltet euch darauf einstellen, dass sich die Freude eures ersten Kindes in Grenzen hält. Schließlich muss es ab jetzt eure Aufmerksamkeit und viele weitere Dinge mit dem ‘fremden’ Baby teilen. Und diese Phase beginnt bereits während eurer zweiten Schwangerschaft und nicht erst mit der Geburt. Aber keine Panik! Ein Geburtsvorbereitungskurs für Geschwister hilft euch dabei.


Was bringt ein Geburtsvorbereitungskurs für Geschwister?

Ist euer erstes Kind noch keine zwei Jahre alt, wird es eure Schwangerschaft wahrscheinlich noch gar nicht so intensiv wahrnehmen können. Ab ungefähr dem zweiten Lebensjahr werden bereits Geburtsvorbereitungskurse für Geschwister angeboten. Darin lernen sie auf kindgerechte Art und Weise, wie eine Geburt abläuft, wie das Baby im Bauch der Mama ernährt wird, was ein Baby den lieben langen Tag so macht und natürlich auch, wie sie als großes Geschwisterchen Mama, Papa und das Baby tatkräftig unterstützen können. Ob solch ein Kurs für euer Kind in Frage kommt, entscheidet ihr natürlich nicht allein, sondern gemeinsam mit eurem Sprössling. Vor allem dann, wenn es sich so gar nicht von euch besänftigen lassen mag, könnte ein neutraler Ort mit gleichgesinnten Kindern und einer neutralen Kursleitung ein großer Gewinn sein. Im besten Falle wird euch eine Probestunde angeboten, da es natürlich auch möglich sein kann, dass es eurem Kind dort nicht gefällt und ihr hättet die Kursgebühr umsonst bezahlt. Entscheidet es sich für den Kurs, findet es vielleicht sogar neue Freunde und im besten Fall freut es sich auf sein Geschwisterchen und die neue verantwortungsvolle Rolle. Doch selbst dann, wenn dies nicht zutrifft, zeigt Verständnis und habt weiterhin Geduld. Ist euer zweites Kind auf der Welt und kümmert ihr euch gleichermaßen um das kleine und das große, wird auch der härteste ‘Geschwisterkritiker’ irgendwann merken, dass seine Eifersucht unbegründet ist und er es eh viel besser als der Winzling hat. Schließlich darf er ja bereits viel länger auf bleiben! 🙂

Was ihr als Eltern tun könnt:

Den ‘Großen’ Zeit geben

Um euren Schatz auf sein Geschwisterchen vorzubereiten, solltet ihr ihm (je nach Alter) so früh wie möglich erklären, dass ihr Nachwuchs erwartet. Im besten Falle wartet ihr die ersten heiklen Monate ab, aber ab ungefähr der 13. SSW solltet ihr das Thema nicht mehr vor ihm verheimlichen. Somit hat das große Geschwisterchen genügend Zeit, sich mit dem kleinen Wunder ganz langsam vertraut zu machen. Lasst ihn an eurer Schwangerschaft genauso teil haben wie den Papa. Kuschelt euch zusammen auf die Couch, lasst ihn euren Bauch streicheln, nach dem Baby horchen und verratet ihm zum Beispiel, welche Vornamen zur Auswahl stehen oder singt dem Minime gemeinsam ein Lied vor. So lernt es auch schon mal die Stimme seines großen Bruders oder seiner Schwester kennen. Außerdem könnt ihr eurem Kind von der Zeit berichten, in der ihr mit ihm schwanger wart und von den ersten aufregenden Monaten nach der Geburt. Zeigt ihm Bilder und erzählt zum Beispiel, was ein Baby zu Beginn alles benötigt und noch nicht alleine kann. All diese Informationen und Einbindungen helfen eurem Kind, sich mit dem Geschwisterchen langsam vertraut zu machen und zu verstehen, dass dieses in der ersten Zeit zu 100 Prozent auf Mama und Papa angewiesen sein wird.

Nicht vernachlässigen

Gewiss verlangt die Schwangerschaft von euch wieder viel Energie und Kraft und ihr müsst euch in vielen Bereichen ein wenig zurücknehmen. Das wird auch euer älteres Kind zu spüren bekommen und kann schon mal den einen oder anderen Vorwurf oder Wutanfall mit sich bringen. Versucht in diesen Situationen ruhig und verständnisvoll zu bleiben und macht euren ‘Großen’ keine Vorwürfe. Sie müssen nun zum ersten Mal zurückstecken und wissen, dass es an dem neuen Baby liegt, dass in euch heranwächst. Diese Eifersucht werdet ihr nicht immer verhindern können, aber sofern es ab jetzt auf die ein oder andere Tätigkeit mit euch verzichten muss, erklärt ihm, warum und versucht ihm stattdessen eine andere Aktion anzubieten, die euch weniger anstrengt. Der Papa dagegen wird ab jetzt um so mehr gefordert. Schließlich hat er kein ‘Handicap’ und kann (sofern es die Zeit erlaubt) auch mal häufiger den Part der Mama übernehmen. Das gilt übrigens auch für die Zeit nach der Geburt.

Die ‘Großen’ einbinden

Ist euer Baby auf der Welt, richten sich alle Augen auf den kleinen Wurm und sofern euer erstes Kind im Kleinkindalter ist, wird es sich schnell vernachlässigt fühlen. Gebt ihm daher so häufig wie nur möglich die Chance, sich mit um sein Geschwisterchen zu kümmern. Vielleicht ist es ja schon alt genug, beim Windelwechseln oder umziehen zu helfen. Lasst ihn beim Baden zuschauen (und irgendwann mitplantschen) und plant viele gemeinsame Kuschel- und Spielstunden ein.

Titelbild: © luanateutzi

Über den Autor

Saskia

Saskia

Knapp über 30 und noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von all dem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs dann irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ;)

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