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Dein Kind bei der Eingewöhnung bestmöglich begleiten

eingewöhnung in den kindergarten
Geschrieben von Tamara Jungbauer

So gelingt die Eingewöhnung in die Kindergartenzeit.

Um euch heute noch mal hilfreiche Tipps zur Eingewöhnung in den Kindergarten zu geben, hat sich Tamara mit dem sensiblen Thema auseinandergesetzt. Während einigen von euch unsere allgemeinen Tipps geholfen haben, die euch und eurem Kind den Stress zu Beginn nehmen sollen, haben wir euch auch das Berliner Modell ans Herz gelegt. Tamara empfiehlt euch ebenfalls eine sensible Eingewöhnung, sofern es eurem Zwerg nicht ganz so einfach fällt, sich an die elternlose Zeit zu gewöhnen. 


Die Eingewöhnung in den Kindergarten ist nicht nur für das Kind ein großer Schritt, sondern auch für uns Eltern, da wir vor allem eines tun müssen, was uns nicht immer leicht fällt: unser Kind loslassen.

Wie kannst du dich und dein Kind bestmöglich auf die Eingewöhnung vorbereiten?

Im Vorfeld ist es sinnvoll, deinem Kind mit durchwegs positiven Beschreibungen vom Kindergarten zu erzählen und auftretende Fragen zu beantworten. Wenn möglich, kannst du die Betreuungseinrichtung gemeinsam mit deinem Kind besuchen, damit es sich ein konkretes Bild davon machen kann, was hier gemacht wird und um die künftigen Betreuer/innen kennenzulernen. Wesentlich hierbei ist deine eigene Einstellung.

Du solltest dir zunächst einmal selbst sicher sein, dass die ausgewählte Einrichtung deinen Ansprüchen (bzw. denen deines Kindes) genügt und du dein Kind dem hier arbeitenden Personal guten Gewissens anvertrauen kannst. Natürlich ist dies in der Regel eine Gefühlssache, da du nur aufgrund deines relativen kurzen Eindrucks beim Kennenlernen nach urteilen kannst. Dein Bauchgefühl und deine Beobachtungen während der Eingewöhnung ergeben aber meist schon ein recht überschaubares Bild.
Dein Kind sollte auf jeden Fall spüren, dass du dir sicher bist, denn jeglicher Zweifel deinerseits verunsichert dein Kind. Vermittelst du ihm aber, dass es hier gut aufgehoben ist, so kann es sich öffnen und leichter Vertrauen finden.

Eingewöhnung in den Kindergarten: So funktioniert’s!

Zunächst ist es wichtig, dass du dir ausreichend Zeit für die Eingewöhnungsphase nimmst. Im Schnitt ist es ideal, ein bis zwei Monate einzuplanen. Meist geht es schneller, manchmal braucht es aber eben etwas mehr Zeit.
Stehst du selbst unter zeitlichen Druck, weil du etwa weißt, dass du in zwei Wochen wieder arbeiten wirst und bis dahin die Eingewöhnung „erledigt“ sein sollte, so wird dein Kind diesen Druck unbewusst spüren und dadurch der Möglichkeit beraubt, in seinem eigenen Tempo loszulassen und sich an die neue Situation zu gewöhnen.
Meist geht der zweite Elternteil dann wieder arbeiten, wenn das Kind in den Kindergarten kommt. Der Wiedereinstieg ins Berufsleben lässt sich also in der Regel im Vorhinein planen und mit der Eingewöhnung koordinieren. Gib deinem Kind die Zeit, die es braucht.

Die ersten Tage sollte dein Kind zur Gänze mit dir gemeinsam im Kindergarten verbringen. Erst wenn es etwas Vertrauen in die neue Umgebung und speziell in die dortige Bezugsperson gefunden hat, kann langsam damit begonnen werden, für kurze Zeit den Raum zu verlassen. Diese Zeitspannen können dann nach und nach, je nach Reaktion deines Kindes, verlängert werden.
Solange du noch bei der Eingewöhnung mit dabei bist, ist es hilfreich, dass du dich so weit wie möglich im Hintergrund hältst. Du kannst am Rande des Gruppenraumes sitzen, wo du jederzeit für dein Kind erreichbar bist. Du spielst aber hier nicht mit ihm oder führst es im Raum umher. Hier ist das Betreuungspersonal dafür verantwortlich, sich um die Bedürfnisse deines Kindes zu kümmern und dies sollte dem Kind auch von Anfang an vermittelt werden.

Zur Eingewöhnung in den Kindergarten gehört auch Abschied nehmen!

Früher oder später wird schließlich der Moment (den die meisten Eltern fürchten) kommen, an dem du von deinem Kind Abschied nehmen musst. Auch wenn dir das Herz bricht, dein Kind weinend zurücklassen zu müssen, dieser Augenblick ist unvermeidbar und wichtig, damit der Loslösungsprozess stattfinden kann.
Es ist wichtig, dass du dich stets von deinem Kind verabschiedest, wenn du es zurück lässt – sei es auch nur für fünf Minuten. Andernfalls wird es feststellen, dass du einfach weg bist und fortan ständig fürchten, plötzlich wieder allein gelassen zu werden. Eine derartige innere Unruhe im Kind erschwert es ihm, Vertrauen aufzubauen. Du ersparst deinem Kind also nichts, wenn du dich davonstiehlst, um einem tränenreichen Abschied aus dem Weg zu gehen.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass es in erster Linie an uns Eltern liegt, ob die Eingewöhnung gelingen kann. Nur wenn wir selbst bereit dazu sind, loszulassen und dem Kind unsere Zuversicht und unser Vertrauen vermitteln, kann es selbst loslassen. Zudem sollten wir den kleinen Leuten ausreichend Zeit geben, um sich ihren individuellen Bedürfnissen entsprechend in der neuen Situation zurechtfinden zu können. Auf diese Weise wird die Eingewöhnung in den Kindergarten sicher gut gelingen.

Übrigens hat auch Fran über Alice’s Anfangszeit im Kindergarten berichtet. Hier geht’s zum ersten Teil und hier zum zweiten. 🙂

Bild: © BlueOrange Studio – Fotolia.com

Über den Autor

Tamara Jungbauer

Ich bin Mutter zweier Söhne, lebe in Wien und habe Erziehungswissenschaften studiert. Mit meinem Erziehungsblog "www.erziehungskiste.net", biete ich neben Infos rund um das Thema Kinder und Familie auch eine kostenlose E-Mail Beratung an. Meine Beiträge beinhalten Tipps und nützliche Informationen für Eltern und andere Interessierte und ich freue mich, nun auch den ma-gazin-Lesern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

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