Unterwegs

Baby-Cuddling: Ehrenamtliche Kuschel-Paten

Baby-Cuddling
Saskia
Geschrieben von Saskia

Um die Zeit auf der Geburtsstation zu überbrücken.

Die Geburt ist überstanden, Mama ist wohlauf, euer kleiner Wurm muss allerdings noch einige Tage oder Wochen auf der Geburtsstation bleiben? Natürlich ist das für euch nicht einfach, denn eigentlich wollt ihr in den ersten Lebenswochen rund um die Uhr für euer Baby da sein und es in euren Armen halten. Euer Herz muss aber nicht allzu schwer werden, denn auch wenn ihr nicht 24 Stunden am Tag bei eurem Schatz in der Klinik sein könnt, ist mit dem Baby-Cuddling Rettung in Sicht.


Der Kuschel-Service für Klinikbabys stammt ursprünglich aus den USA und trägt bei uns meist die Bezeichnung “Schmuse-Oma”. Ehrenamtliche Paten sind dementsprechend häufig ältere Damen und sorgen dafür, dass Neugeborene, die länger als gewöhnlich auf der Geburtsstation bleiben müssen, mit Wärme und Zuneigung versorgt werden. Die Gründe für einen längeren Krankenhausaufenthalt können ganz unterschiedlich sein. Je nachdem wie viel zu früh ein Baby auf die Welt kommt, muss es noch einige Tage oder Wochen im Brutkasten bleiben. Auch eine Neugeborenengelbsucht, eine OP direkt nach der Geburt oder eine Behinderung kann je nach Schweregrad einen längeren Aufenthalt in einer Klinik unabdingbar machen.

Eltern-Neid vorprogrammiert?

Vor allem wenn ihr schon entlassen wurdet, könnt ihr als frischgebackene Eltern erstmal nicht rund um die Uhr bei eurem Kind sein und es mit Streicheleinheiten versorgen. Das Klinikpersonal kann sich ebenfalls nicht ausreichend um die kleinsten Patienten kümmern, wenn es um die körperlichen Bedürfnisse und eine Bezugsperson geht. Doch gerade in den ersten Tagen und Wochen ist euer Kind einer Reizüberflutung ausgesetzt und um ihm dann den Stress zu nehmen, es zu beruhigen und seine Entwicklung zu fördern, ist eine Schmuse-Oma ideal. Natürlich stellt ihr euch in diesem Fall die Frage, ob sich euer Baby zu sehr an eine fremde Bezugsperson gewöhnen könnte und bei euch plötzlich anfängt, zu fremdeln. Gewiss ist es für euch und euren Schatz idealer, wenn ihr in der Krankenhausphase für ihn da sein könnt. Dennoch müsst ihr bei einem Paten nicht befürchten, dass er plötzlich die Elternrolle übernimmt und ihr nicht mehr benötigt werdet. Eure Stimmen kennt euer Kind bereits seit rund neun Monaten und es ist schnell in der Lage, sich auf mehrere Bezugspersonen einzustellen.

Kuschel-Pate finden und werden

Natürlich kann solch ein Ehrenamt von jeder verantwortungs- und vertrauensvollen Person, die volljährig ist, ausgeübt werden. Meist melden sich dafür dennoch ältere Menschen, vornehmlich Frauen, da diese schlichtweg mehr Zeit und auch Erfahrung im Umgang mit Neugeborenen haben. Potenzielle Paten bekommen außerdem eine Einweisung in die Hygiene-Vorschriften, den Datenschutz und zum allgemeinen Aufenthalt in der jeweiligen Klinik. Schlussendlich entscheiden am Ende die Eltern, welcher Pate sich um ihr Kind kümmern darf und können natürlich auch Wünsche zum Umgang mit ihrem Baby äußern.

Neben der Klinik selbst bekommt ihr auch bei Jugendämtern, in sozialen Einrichtungen und auch von Hebammen erste Ansprechpartner genannt, um einen passenden Paten zu finden. Online könnt ihr euch zudem bei den Aktivpaten und beim Ehrenamtsportal erkundigen.

Patenschaft fortsetzen

Ihr seid ganz begeistert von eurem Baby-Paten und wollt diesen nicht mehr missen? Dann könnt ihr ihn natürlich auch nach der Klinikzeit weiterhin in das Babysitting einbinden. Allerdings solltet ihr das natürlich nur in Absprache mit der vermittelnden Stelle machen und da es ab jetzt in euren eigenen vier Wänden fortgesetzt wird, euren Babysitter genauso intensiv briefen, wie es im Krankenhaus geschehen ist. Schlagt der Person außerdem ein angemessenes Entgelt vor. Geht euer Pate mit eurem Kind auch spazieren, sorgt dafür, dass ihr ihn immer telefonisch erreichen könnt. Sofern eure Kuschel-Oma also noch kein Handy hat, solltet ihr sie damit ausstatten.

Titelbild: © JenkoAtaman

Über den Autor

Saskia

Saskia

Knapp über 30 und noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von all dem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs dann irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ;)

Hinterlasse ein Kommentar