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Asthma in der Schwangerschaft

Asthma in der Schwangerschaft
Saskia
Geschrieben von Saskia

Sind Medikamente tabu?

Eine Schwangerschaft bringt viel Freude, aber auch viele Ängste mit sich. Dass eine werdende Mutter in den kommenden Monaten auf die meisten Medikamente verzichten muss, ist kein Geheimnis. Und dennoch gibt es Ausnahmen. Ihr befürchtet, dass ihr eurem Kind damit schadet? Sofern ihr unter Asthma leidet, kann der Verzicht auf Kortison für euch und euer ungeborenes Baby sogar gefährlich werden. 


Erfreulich ist, dass sich die Atembeschwerden bei einigen Frauen zu Beginn der Schwangerschaft sogar verbessern. Bei einer von drei Frauen dagegen kann sich das Asthma aufgrund der körperlichen Veränderungen verschlimmern.
Wart ihr also bereits vor der Schwangerschaft auf Medikamente angewiesen und hat sich eure gesundheitliche Situation durch die Schwangerschaft nicht verbessert oder ist schlimmer geworden, solltet ihr auf eure Medikamente nicht verzichten.

Asthma in der Schwangerschaft und Stillzeit

Was kann passieren, wenn ihr auf Asthmasprays und Co. verzichtet?

  1. Eure Asthma-Anfälle können sich verschlimmern. Nicht ‘nur’ ihr bekommt dann weniger Luft, sondern auch der Sauerstoffgehalt eures Blutes, das wiederum euer Baby zum Überleben und für eine gesunde Entwicklung benötigt, nimmt ab. Im schlimmsten Fall kann der Sauerstoffmangel zum Beispiel eine Frühgeburt auslösen und Entwicklungsstörungen verursachen. Diese können auch dann noch vorliegen, wenn euer Kind zum errechneten Geburtstermin auf die Welt kommt. Zudem steigt das Risiko einer Spätgestose (Präeklampsie).
  2. Eine weitere Gefahr ist die Phase eurer Schwangerschaft, in der euer Baby auf euer Zwergfell drückt. Denn dann bleibt selbst einer Nicht-Asthmatikerin schnell die Luft weg und auch die Ruhephasen gestalten sich mit wachsendem Bauch zunehmend schwieriger. Gesellt sich dann auch noch Asthma hinzu, kann eure und die Sauerstoffversorgung eures Babys nicht mehr ausreichend stattfinden.
  3. Euer Körper ist durch die Schwangerschaft eh schon geschwächter als sonst. Somit könnt ihr einen Anfall noch schlechter wegstecken als zuvor.

Welche Medikamente sind für euer Baby unbedenklich?

Zu allererst gilt natürlich, dass eure Medikation nicht im Alleingang, sondern nur unter ärztlicher Aufsicht und über eine möglichst niedrige Dosierung erfolgt. Lasst euren und den Gesundheitszustand eures Kindes diesbezüglich regelmäßig untersuchen und achtet noch intensiver auf mögliche Nebenwirkungen.

Mit kortisonhaltigen Asthma-Sprays (inhalative Kortikoide) seid ihr auf der sicheren Seite. Zudem könnt ihr auch auf langwirksame Beta-2-Mimetika zurückgreifen. Allerdings nur in Verbindung mit einem Kortison-Spray. Nehmt ihr das Mittel alleine, kann dieses ebenfalls einen (starken) Asthma-Anfall auslösen.

Auf welche Medikamente solltet ihr bis zum Ende der Stillzeit verzichten?

Gerade bis zum Ende des ersten Trimesters (also bis zum Ende der 12. SSW) solltet ihr auf Kortison-Tabletten verzichten, da der Wirkstoff direkt über die Blutbahn an euer Kind weitergegeben wird. Nutzt ihr dagegen ein Spray, gelangt der Wirkstoff direkt in eure Lunge und damit kaum in die restlichen Teile eures Körpers und euer Blut. Das gilt auch für die Stillzeit und die Muttermilch. Um absolut kein Risiko einzugehen, verzichtet ihr im besten Fall während der gesamten Schwangerschaft und innerhalb der Stillphase vollständig auf Kortison-Tabletten.

Prävention und Linderung

Wie bei allen anderen Erkrankungen auch, könnt ihr durch einen gesunden und bewussten Lebensstil euer Asthma ebenfalls gut kontrollieren. Was hilft?

  1. Indem ihr wisst, welche Allergien, Unverträglichkeiten und Co. euer (Bronchial-)Asthma auslösen, könnt ihr diesen auch besser aus dem Weg gehen. Plagen euch in den warmen Monaten zum Beispiel bestimmte (oder sogar alle Pollen und Gräser), plant einen entspannten Urlaub an der See oder am Meer. Weitere Auslöser können sein: Hausstaubmilben, Tierhaare, Schimmelpilze, etc. Lasst euch von eurem Arzt zudem über mögliche Kreuzallergien aufklären.
  2. Als schwangere Asthmatikerin solltet ihr in jedem Fall Stress, Aufregung und Tabakrauch aus dem Weg gehen.
  3. Auch Sodbrennen kann einen Asthma-Anfall auslösen und genau darunter leiden schwangere Frauen leider sehr häufig. Achtet beim Liegen darauf, dass euer Kopf hoch genug liegt. Damit vermeidet ihr, dass zu viel Magensäure zurück in eure Speiseröhre fließt. Und beim Essen gilt: Lieber mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt und abends natürlich nicht zu spät und leichte Kost essen. (Achtung vor Heißhungerattacken in der Nacht 😉 )

Wieso eine spezifische Immuntherapie für Schwangere nicht zu empfehlen ist, könnt ihr im BIG-Ratgeber nachlesen.

Titelbild: © morrowlight

Über den Autor

Saskia

Saskia

Knapp über 30 und noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von all dem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs dann irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ;)

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