Verspielt

Alleine spielen? Mit diesen Tricks klappt es!

alleine spielen
Saskia
Geschrieben von Saskia

Sogar bei den Kleinsten!

Vor allem im ersten Lebensjahr wollt ihr keinen Entwicklungsschritt eures Schatzes verpassen. Jeden Tag lernt euer Kind neue Dinge und es gibt nichts aufregenderes, als die Welt spielerisch zu entdecken. Und das geht sogar schon bei den ganz Kleinen einige Minuten pro Tag ohne Spielpartner. Wieso ist das so wichtig? Damit trainiert ihr nicht nur, dass sich euer Knirps auch mal selbst genug ist, sondern auch, erste kleinere Herausforderungen alleine bewältigen zu können und verhelft ihm damit zu einem gesunden Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein.


Eltern haben häufig das Gefühl, dass sie ihr Baby oder Kleinkind vernachlässigen, wenn sie sich während seiner Wachphasen nicht permanent mit ihm beschäftigen. Schließlich kann es vielleicht gerade mal alleine sitzen und sich kaum mitteilen. Wie soll es ohne Hilfe von eurer Seite die Welt entdecken? In winzigen Schritten, die eurem Kind ganz viel Aufmerksamkeit und Konzentration abverlangen! Folgende Tricks helfen euch dabei, es auch mal einige Minuten am Tag sich selbst (und seinem Spielzeug) zu überlassen.

1. Aufwachen

Wenn euer Baby wach im Bettchen liegt, müsst ihr nicht gleich hineilen und euch ein ‘Showprogramm‘ überlegen. Beobachtet aus der Ferne, ob es ihm gut geht. Ihr werdet feststellen, dass es sich bereits einige Minuten ganz zufrieden alleine beschäftigen kann. Entweder spielt es mit seinen Händen und Füßchen, beobachtet sein Mobile oder brabbelt mit seinem Kuscheltier. Und selbst wenn es kein Spielzeug in seinem Bett hat, kann ihm bereits der Vorhang, der im Wind flattert oder der zwitschernde Vogel vor dem Fenster genügen, um für ein paar Minuten konzentriert und abgelenkt zu sein. Nutzt die Zeit, um duschen zu gehen oder ganz entspannt einen Kaffee zu trinken. 🙂

2. Sichere und interessante Umgebung

Ist euer Kleines schon in der Lage zu krabbeln, gilt es, das ‘Spielfeld’ kleinkindsicher zu machen. Bei den Kleinsten ist es einfacher. Da reicht meist eine Krabbeldecke, das Lieblingsspielzeug oder ein Spielbogen, den ihr über eurem Baby positioniert und schon könnt ihr euren Schatz sich selbst überlassen. Haltet ihr euch in der freien Natur auf, könnt ihr erstmal auf Stofftiere und Co. verzichten. Kitzelnde Grashalme, Gänseblümchen und vorbeiziehende Vögel, Schmetterlinge und Wolken sind schon spannend genug. Je früher ihr diese Phase trainiert, umso schneller wird es sich auch daran gewöhnen, dass ihr nicht permanent als Spielpartner zur Verfügung steht. Falls der Ball oder die Rassel doch mal außer Reichweite eures Kindes gerät, eilt nicht gleich hin, sondern wartet ab, wie es reagiert. Vielleicht spielt es ohne weiter und falls es lauten Protest gibt, sprecht mit ihm und gebt (je nach Alter) Denkanstöße und Tipps, womit es stattdessen spielen oder wie es den Gegenstand selbst wiederholen kann.

3. Spielzeug ODER Spielpartner

Tut sich euer Kind schwer, sich nur mit sich selbst und seinem Spielzeug zu beschäftigen, gebt ihm letzteres nur dann, wenn es alleine spielt. Seid ihr gemeinsam aktiv, probiert es ohne. So merkt es gleich, dass es zwei Arten des Spielens gibt und dass beide ihre Vorteile haben. Klappt es dann immer noch nicht (hier ist Geduld gefragt!), setzt euch mit einem eigenen Spielzeug in die Nähe eures Babys und spielt ihm etwas vor, aber spielt nicht mit ihm. So hat es die Möglichkeit, sich etwas von euch abzuschauen.

4. Zimmer verlassen

Ist euer Kind ungefähr ein halbes Jahr alt, könnt ihr ganz offiziell auch mal für fünf bis zehn Minuten den Raum verlassen. Die ersten Versuche können noch schwierig sein, da ein Kind zwischen vier und sechs Monaten schon begreifen kann, dass ihr plötzlich nicht mehr da seid. Erläutert immer, wo ihr gerade hingeht und warum. Bekommt euer Kind Angst und weint sogar, tröstet es, aber gebt nicht gleich auf und erklärt immer, dass ihr nur den Raum verlasst. Oftmals hilft es, wenn ihr weiterhin mit eurem Kind sprecht, selbst wenn ihr außer Sichtweite seid. Trainiert diesen Schritt am besten immer, wenn euer Kind gut gelaunt und in Spiellaune ist und nicht, wenn es eh schon übermüdet und kuschelbedürftig ist.

5. Entwicklung

Gerade was das Alter angeht: Jedes Kind entwickelt sich unterschiedlich und benötigt in allen Belangen ganz viel Verständnis und Geduld. Während das Kind von euren Freunden bereits mit vier Monaten problemlos eine viertel Stunde alleine in einem Zimmer spielen kann, ist es total normal, wenn euer Schatz mit sechs Monaten in der gleichen Situation noch Angst hat. Probiert es einfach häufiger und in kleinen Schritten und überfordert euer Kind nicht. Wichtig ist, dass ihr am Ball bleibt und nicht gleich denkt, ihr würdet bei der Erziehung versagen. Irgendwann seid auch ihr ein eingespieltes Team!

Titelbild: © NiDerLander

Über den Autor

Saskia

Saskia

Knapp über 30 und noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von all dem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs dann irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ;)

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