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Ab ins Bett: 5 Einschlaftipps für Schulkinder

Einschlaftipps für Schulkinder
Saskia
Geschrieben von Saskia

“Ich bin aber noch gar nicht müde!”

Abends, halb acht, im Kinderzimmer brennt immer noch das Licht: Jonas ist sieben Jahre alt und will einfach nicht ins Bett. Wie so oft fehlt seinen Eltern die Energie, ihn davon zu überzeugen, dass um 19:30 Uhr Schlafenszeit ist. “Ausnahmsweise” darf er dann noch mal eine halbe Stunde Fernsehen oder an den Computer. Und danach? Geht das gleiche Theater von vorne los. Jonas schläft mal wieder viel zu spät ein, hat eine unruhige Nacht und geht morgens unkonzentriert in die Schule. Ein Teufelskreis!


Denn abgesehen von den nicht enden wollenden Diskussionen kommt er in der Schule nicht mehr gut mit, verliert schneller die Geduld und dreht vor lauter Müdigkeit ab dem späten Nachmittag noch mal richtig auf. Dann wird gespielt, getobt, geschrien …  Und seine ebenfalls übermüdeten Eltern? Ahnen schon wieder, dass am Abend die gleichen erschöpfenden Gespräche stattfinden. Mit ganz viel Glück schläft er manchmal beim Fernsehschauen ein, aber meist müssen sie ihn ermahnen, bis er weinend oder wütend ins Bett geht.

Bei euch geht es ähnlich zu? Unsere Tipps helfen euch dabei, aus dem Hamsterrad auszusteigen. Eine Voraussetzung müsst ihr dabei allerdings immer wieder aufs Neue erfüllen: Konsequenz und damit auch jeden Abend die gleiche Zubettgehzeit und Einschlafrituale, durch die eure Kinder zur Ruhe kommen!

1. Frische Luft statt Fernseher

Heutzutage sind selbst bei den Jüngsten Fernseher, Computer und Tablets ein nicht wegzudenkender Zeitvertreib geworden. Und wie sieht es mit der Bewegung an der frischen Luft und genügend Tageslicht aus, um abends müde aber glücklich ins Land der Träume zu gehen? Der kurze Schulweg zu Fuß oder auf dem Fahrrad ist zwar ein Anfang, aber reicht längst nicht, um einen energiegeladenen Knirps auszulasten. Achtet also immer darauf, dass eure Kinder mehr Zeit draußen verbringen als in der Wohnung.

2. Tag oder Nacht?

Ein weiteres Problem der digitalen Technik? Die Augen werden zwar mit der Zeit müder, aber gerade zum Abend machen hektische Bilder und grelle Lichter eure Kinder eher nervös und aggressiv. Zudem täuscht das blaue Licht eines Smartphones oder Tablets vor, es sei mitten am Tag, obwohl längst Schlafenszeit ist.

3. Keine Toberei und kein Zucker

Auch diese ‘negativen’ Rituale bewirken eher das Gegenteil. Eltern haben häufig die Hoffnung, ihre Kinder durch das Toben und Spielen endlich müde zu bekommen. Stattdessen drehen Kinder dadurch aber meist noch mal richtig auf. Selbst dann, wenn sie eigentlich hundemüde sind. Noch schlimmer sind Süßigkeiten und gesüßte (oder sogar koffeinhaltige) Getränke. Zucker macht nämlich zuallererst wach und zappelig. Zwischen dem Abendessen und Schlafengehen sollte auch noch mal ungefähr eine Stunde liegen, da es sich mit einem vollen Bauch ebenfalls nicht gut schlafen lässt.

4. Zeit zum Reden

Ihr kennt es selbst: Wenn ihr mit Kummer und Sorgen ins Bett geht, schlaft ihr nicht nur schlecht ein, sondern habt auch eine unruhige Nacht. Oft gesellen sich auch noch Alpträume hinzu. Euren Kindern geht es genauso. Hinzu kommt, dass sie aufgrund dieser Erfahrung bereits ungerne oder sogar mit Angst ins Bett gehen und es daher versuchen hinauszuzögern. Daher ist es wichtig, dass ihr euch zum Beispiel vor dem Abendessen zusammen auf die Couch oder ins Kinderzimmer kuschelt und euch von euren Kleinen erzählen lasst, wie ihr Tag war und was sie erlebt haben. Vielleicht passt es für euch auch direkt nach der Schule besser. Das könnt ihr natürlich individuell entscheiden. Nur während des Essens, am frühen Morgen und kurz vor oder ab der Schlafenszeit sind diese oft sehr emotionalen Gespräche fehl am Platz.

5. Positive Zubettgeh-Rituale 

Rituale geben Kindern Sicherheit und ein gesundes Selbstwertgefühl, denn sie merken, dass ihr euch Zeit für sie nehmt und sie sich auf euch verlassen können. Verbote, Geschrei und Drohungen dagegen wollen immer wieder erneut ausgetestet werden und hinterlassen einen negativen Beigeschmack. Statt zu sagen: “Wenn du jetzt nicht ins Bett gehst, werden wir richtig sauer oder gibt es morgen Fernsehverbot”, kann ein liebevolles Zubettgeh-Ritual auf positive Weise dafür sorgen, dass euer Kind das Schlafen gar nicht mehr so schlimm findet. Findet gemeinsam heraus, was euren Sprössling zur Ruhe bringt. Die einen mögen es, zu kuscheln und gekrault zu werden oder sich den Mond und die Sterne anzuschauen, während andere eine Geschichte vorziehen. Übrigens haben auch Schulkinder noch Angst im Dunkeln. Geht also der Bitte nach, falls ihr ein Flurlicht anlassen und die Türe einen Spalt weit offen lassen sollt. Eine Umarmung, liebevolle Worte und ein Gute-Nacht-Kuss gehören natürlich immer dazu. 🙂

Titelbild: © photophonie

Über den Autor

Saskia

Saskia

Noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von all dem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ...

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