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8 Tipps: Sanfter Mückenschutz in der Schwangerschaft

Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Was hilft, ohne euer Baby zu gefährden?

Sommerzeit ist bekanntermaßen Mückenzeit. Die lästigen Plagegeister haben wieder Hochsaison und tummeln sich vor allem in Gegenden rund um stehende Gewässer. Der Badeausflug am Baggersee kann da schnell mal zum Spießroutenlauf werden. Doch was tun, wenn ihr gerade ein Baby erwartet? Gibt es Inhaltsstoffe in Mückensprays, die in der Schwangerschaft tabu sind?


Gerade in der Schwangerschaft will man natürlich umso vorsichtiger sein und sein ungeborenes Kind keinen Gefahren aussetzen. Dies trifft auch beim Thema Mücken zu. Vor allem dann, wenn vor dem Start ins Familienleben nochmal eine Fernreise angetreten wird. Von Mücken übertragbare Krankheiten wie verschiedene Fieberarten (Malaria, Dengue, Gelbfieber, etc.) sind nicht nur eine Gefahr für die werdende Mutter, sondern natürlich auch für das Ungeborene.

Vor allem das Zika-Virus hat gezeigt, wie gefährlich es in der Schwangerschaft sein kann, von einer Mücke gestochen zu werden. Spätere Missbildungen beim Baby können die Folge sein. Auch, wenn die Mücken in heimischen Gefilden wesentlich harmloser sind, sollte man sie auch hierzulande nicht unterschätzen. Denn mittlerweile haben auch exotische Mückenarten wie beispielsweise die asiatische Tigermücke in Europa Einzug gehalten.

Die alles entscheidende Frage: Wie soll ich mich vor den lästigen Blutsaugern in der Schwangerschaft schützen?

Diese Inhaltsstoffe sind für Schwangere echte No-Go’s

Die bekanntesten Mückensprays gehen mit echten Chemiekeulen gegen Mücken vor. Die Rede ist von den Inhaltsstoffen DEET und Icaridin. Letzteres gilt dabei noch als weniger aggressiv. Auch wenn es keine Studien gibt, die belegen, dass die Wirkstoffe schädlich für das ungeborene Baby sind, wird trotzdem davon abgeraten. Der Grund: Die chemischen Inhaltsstoffe geraten über die Haut in die Plazenta und somit direkt zum Baby.

Je nach Mittel werden sie in 20-50 prozentiger Konzentration eingesetzt. Für Kinder und Schwangere wird explizit darauf hingewiesen, diese Mittel nicht anzuwenden. Gut zu wissen, schließlich fallen 90 Prozent der Mückensprays für Schwangere damit weg. Die nächste Frage liegt also auf der Hand:

Wie könnt ihr euch in der Schwangerschaft am besten schützen?

Wer bereits eine Fernreise gebucht hat, bevor die Schwangerschaft bekannt war, will diese natürlich trotzdem antreten. Wenn es nicht gerade Brasilien ist (Hoheitsgebiet der Zika-Virus-Übertragung), dann gibt es dagegen auch gar nichts einzuwenden. Von einer Reise nach Brasilien und Ländern in Süd- und Mittelamerika, wo das Zika-Virus extrem präsent ist, wird Schwangeren aber de facto abgeraten. Wir verraten euch mit den folgenden Tipps, wie ihr euch sowohl im Urlaub als auch zuhause effektiv und auf sanfte Weise gegen Moskitos schützen könnt:

1. DEET und Icaridin nur im Ausnahmefall in möglichst geringer Menge und selten anwenden. Beim Eincremen den Bauch unbedingt aussparen. Verwendet außerdem lieber ein Mittel mit geringerem Anteil des Wirkstoffs (20%). Das Spray zudem nicht in offene Wunden bringen und nicht auf Sonnenbrand auftragen.

2. Auch wenn sie logischerweise nicht mit der Wirkung von DEET und Icaridin mithalten können – ätherische Öle wie Citronella, Lavendel, Minzöl und Eukalyptusöl bieten natürlichen Schutz gegen Mücken. Wichtig: Unbedingt mit Wasser verdünnen.

3. Ohne Werbung zu machen – es gibt Hersteller von Mückensprays, die sich auf den Schutz für Kinder und Schwangere spezialisiert haben. Eine beliebte Marke ist beispielsweise Ballistol. Mit ein wenig Recherche findet ihr bestimmt weitere Alternativen.

4. In Räumen ohne Mückenschutz-Gitter empfiehlt es sich, die Fenster geschlossen zu halten. Lieber Fenster und Türen zu machen und mit geschlossenen Jalousien gegen die Hitze vorgehen. Tipp: Mücken hassen zirkulierende Luft. Ein Ventilator hilft also nicht nur gegen stehende Hitze in der Wohnung, sondern auch gegen die Biester.

5. Für die Wohnung gibt es zahlreiche Hausmittel, mit denen ihr euch gegen die Mückeninvasion schützen könnt. Unter anderem Pflanzen wie Eukalyptus, Tomaten oder auch Katzenminze am Fensterbrett. Gießkanne und anderes stehendes Wasser am besten aus dem Zimmer und vom Balkon entfernen.

6. Im Notfall hilft ein Mückennetz über dem Bett, auch wenn das Raus- und Reinkrabbeln ein wenig umständlich ist. Auf Reisen ist das Netz generell ein unverzichtbarer Begleiter. Wichtig: Reißnägel und Schnüre nicht vergessen, denn damit lässt sich das Netz quasi in jedem Raum anbringen.

7. In der Wohnung kann man auch auf Klebefallen, elektromagnetische Wellen, Duftkerzen (Citronella) und Leuchtfallen setzen.

8. Neben langer, weiter und heller Kleidung empfiehlt sich auf Reisen spezielle Mückenschutz-Kleidung. Die sieht zwar nicht immer schick aus, bietet aber guten Schutz. Vor allem dann, wenn man die Kleidung regelmäßig mit einem Mückenschutz-Kleidungsspray imprägniert.

Fazit zum Mückenschutz in der Schwangerschaft

Mückenschutz ist gerade in der Schwangerschaft das A und O, um sich und sein ungeborenes Kind vor allem bei Fernreisen gegen gefährliche Krankheiten zu schützen. Da die bekannten Wirkstoffe DEET und Icaridin für Schwangere wegfallen, gilt es auf andere, sanftere Mittel zurückzugreifen und gefährliche Zonen zu meiden. Lange helle Kleidung, ätherische Öle mit Wasser verdünnt, Moskitonetze und Schutz an Fenster und Türen bieten bereits eine gute Basis, um sich vor Mücken zu schützen!

Über den Autor:

Gerald Bacher betreibt den Mückenschutz Ratgeber Moskitofrei.com, auf dem er seine Besucher über das Vorbeugen und Behandeln von Mückenstichen informiert. Außerdem berichtet er in seinem Blog über viele weitere spannende Themen. Die Erfahrungen zu diesem Thema hat er übrigens bei seinen unzähligen Reisen, unter anderem durch Asien und Südamerika, gesammelt.

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