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8 Tipps gegen Blasenentzündung in der Schwangerschaft

Blasenentzündung in der Schwangerschaft
Saskia
Geschrieben von Saskia

Ein Arztbesuch gehört zum Pflichtprogramm!

Im Herbst und Winter haben nicht nur Erkältungen und Grippe sondern auch Blasenentzündungen Hochsaison. Mit einer Zystitis haben Frauen wesentlich häufiger zu kämpfen als Männer. Noch gemeiner ist allerdings, dass werdende Mütter anfälliger sind und damit auch das Risiko einer Nierenbeckenentzündung steigt. Deshalb haben wir für euch die 8 wichtigsten Tipps gegen Blasenentzündung in der Schwangerschaft!


Da die Harnröhre einer Frau wesentlich kürzer ist als die eines Mannes, haben Bakterien ein leichtes Spiel und können sich in der Blase ausbreiten. Schwangere können noch schneller an einer Zystitis erkranken, da sich Bakterien wie etwa Escherichia Coli, Enterkokken oder Streptokokken noch leichter vermehren können.

Das hat folgende Gründe:

  • Die wachsende Gebärmutter übt Druck auf die Harnwege aus, wodurch der Harnfluss behindert wird.
  • Das Progesteron sorgt zusätzlich dafür, dass sich die Eigenschaften der Harnwege verändern.
  • Der pH-Wert im Urin verändert sich ebenfalls.

8 Tipps gegen Blasenentzündung in der Schwangerschaft

Der Urin wird zwar auch während der Vorsorgeuntersuchungen von eurem Arzt kontrolliert, aber ihr könnt bereits selbst vorbeugende Maßnahmen ergreifen.

  1. Trinkt genug (mindestens drei Liter am Tag) und vor allem regelmäßig. Ideal sind Wasser und Kräutertees. Auch Cranberrymuttersaft wird zur Vorbeugung immer wieder empfohlen. Die Wirksamkeit konnte allerdings bislang nicht nachgewiesen werden. Kaffee, Schwarztee und zum Teil auch Fruchtsäfte können die Blasenwände reizen.
  2. Geht nach dem Sex auf die Toilette, um mögliche Bakterien aus der Scheide zu spülen und wischt euch nach jedem Toilettengang immer von vorne nach hinten ab. So vermeidet ihr, dass sich Bakterien, die im Darm ganz natürlich sind, in eure Blase wandern können.
  3. Achtet auf eine gute Intimhygiene und vermeidet parfümierte Seife und Duschgels sowie Intimsprays. Zur Pflege reicht lauwarmes Wasser, ein mildes Waschgel oder eine Reinigungsfluid (mit speziellem pH-Wert für Schwangere), das ihr in Apotheken kaufen könnt. Das Handtuch solltet ihr natürlich auch häufiger austauschen.
  4. Achtet im Herbst und Winter immer auf eine wärmende Kopfbedeckung und warme Füße. Schweißausbrüche solltet ihr aber ebenfalls vermeiden, wenn ihr draußen unterwegs seid. Bei der Kleidung ist daher wie so oft das Zwiebelprinzip und wärmende und atmungsaktive Unterwäsche zu empfehlen.
  5. Ernährt euch ausgewogen und vermeidet zu viel Stress. Beides schwächt die natürlichen Abwehrkräfte und Infekte werden häufiger und verlaufen oft stärker und länger.
  6. Macht trotz Kälte häufiger Spaziergänge, aber setzt euch nicht auf kalte Bänke, Steintreppen oder Ähnliches.
  7. Verspürt ihr bereits ein Brennen beim Wasserlassen, gehört die Wärmflasche, ganz viel Ruhe und viel Flüssigkeit zum Pflichtprogramm. Wird die Blase nicht regelmäßig mit Wasser versorgt, um die Bakterien herauszuspülen, wird der nächste Toilettengang umso schmerzhafter. Daher gilt auch nachts: Trinken, trinken, trinken! Bevor ihr zu einem Blasen- und Nierentee greift, solltet ihr vorsichtshalber Rücksprache mit eurem Arzt halten.
  8. Habt ihr regelmäßig mit Blasenentzündungen zu kämpfen, könnt ihr beim Sex vorbeugend auf ein Kondom zurückgreifen. Das gilt natürlich auch dann, wenn ihr bereits eine Zystitis habt.  Ansonsten riskiert ihr, dass sich euer Partner ansteckt. Im besten Fall verzichtet ihr allerdings einige Tage auf den Geschlechtsverkehr, um eure Blase nicht zusätzlich zu reizen. Zudem kann dieser während eines Infekts sehr unangenehm bis schmerzhaft für euch sein.

Nicht verschleppen!

In der Regel verschwindet eine leichte Blasenentzündung auch ohne ärztliche Behandlung. Allerdings sollte in der Schwangerschaft kein Risiko eingegangen werden. Zum einen gilt es natürlich eine Behandlung mit Antibiotika zu vermeiden. Zum anderen riskiert ihr im schlimmsten Fall, dass sich eine relativ harmlose Blasenentzündung zu einer gefährlichen Nierenbeckenentzündung ausweitet, die vorzeitige Wehen und damit auch eine Fehlgeburt auslösen kann. Handelt es sich um einen stärkeren Harnwegsinfekt, kommt ihr um ein Antibiotikum nicht herum. Haltet ihr euch dabei an die Anweisungen des Arztes, besteht für euer ungeborenes Baby allerdings kein Risiko. Selbst wenn ihr nur ein leichtes Brennen und Ziehen beim Wasserlassen verspürt, klärt die Symptome mit eurem Arzt zeitnah ab. Habt ihr bereits vor der Schwangerschaft häufiger unter Blasenentzündungen gelitten, solltet ihr noch vorsichtiger sein und wisst natürlich, wann sich ein Infekt bei euch anbahnt.

Quelle: BIG direkt gesund &  Dr.Ed.com

Titelbild: © pyrozenko13

Über den Autor

Saskia

Saskia

Knapp über 30 und noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von all dem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs dann irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ;)

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