featured Unterwegs

5 Tipps gegen Reiseübelkeit bei Kindern

Reiseübelkeit bei Kindern
Saskia
Geschrieben von Saskia

Mama, ich muss brechen!

Ich erinnere mich noch, als sei es gestern gewesen. Kurz vor meinem siebten Geburtstag flog ich zum ersten Mal mit meiner Familie nach Spanien. Und wie auf jeder längeren Fahrt waren meine Eltern damit beschäftigt, mir eine Tüte vor den Mund zu halten. Doch gegen Reiseübelkeit bei Kindern gibt es wirksame Tricks und Mittelchen. 


Meine Eltern taten mir diesbezüglich übrigens unglaublich leid, denn ich hatte bis ins Teenageralter auf jeder längeren Fahrt mit Übelkeit und Erbrechen zu kämpfen. Allerdings habe ich mich auch immer recht schnell wieder gefangen und so sorgte ich während unseres ersten langen Fluges für ausreichend Lacher bei der gesamten Crew und den Fluggästen, da ich nach jeder Übelkeitsphase wieder hungrig und fröhlich ins Marmeladenbrot gebissen habe. Ab ungefähr meinem zehnten Lebensjahr bekam ich dann Tabletten, die allerdings auch immer unglaublich müde machten und so verschlief ich konsequent auf jeder Urlaubsreise die komplette Hin- und Rückfahrt. Und wer hat Schuld an dieser fiesen Reisekrankheit?

Der Gleichgewichtssinn!

Und weil er bei Säuglingen noch zu wenig entwickelt ist, sind meist erst Kinder von zwei bis 12 Jahren von der Reiseübelkeit betroffen. Egal, ob im Auto, auf dem Schiff oder im Flugzeug – Landschaften ziehen schneller vorbei als beim Laufen oder Krabbeln, dazu muss gebremst werden, es ruckelt, im Zug sitzt man nicht immer in Fahrtrichtung oder man blättert gerade in einem Buch. All diese Bewegungen sorgen dafür, dass der noch sehr sensible Gleichgewichtssinn eurer Kleinen gestört wird. Die Folgen sind häufig Reiseübelkeit und Erbrechen.

Damit euch und euren Kindern diese erschöpfenden und nicht gerade appetitlichen Situationen erspart bleiben, …

… probiert diese 5 Tipps!

  1. Sorgt dafür, dass euer Kind während der Fahrt positiv abgelenkt wird. Denkt euch zum Beispiel Ratespiele aus, bei dem es die Fahrt oder den Flug kaum wahrnimmt. Auch ein gemeinsames Lied sorgt für Ablenkung. Achtet aber darauf, dass es keine Spiele sind, von denen euer Sprössling zu unruhig wird. Das könnte eine Reisekrankheit begünstigen. Vermeidet Spiele, bei dem euer Kind einen Punkt fixieren oder gar in ein Buch oder eine Zeitung schauen muss.
  2. Verzichtet kurz vor und während der Fahrt auf Lebensmittel, die schwer im Magen liegen. Zu viele Süßigkeiten, Chips oder der Zwischenstopp im Fastfood-Restaurant unterstützen Übelkeit und Erbrechen. Packt stattdessen Salzstangen, Zwieback und Co. in die Lunchbox. Bei Getränken solltet ihr stilles Wasser und auch ansonsten kohlensäurearme Getränke, die nicht zu süß oder sauer sind, vorziehen.
  3. Seid ihr mit dem Auto oder dem Schiff unterwegs, macht regelmäßige Pausen beziehungsweise geht häufiger mal an Deck und öffnet im Auto regelmäßig das Fenster. Rauchen (auch bei offenem Fenster) und Benzingeruch sorgen ebenfalls dafür, dass eurem Kind schlecht werden kann.
  4. Fahrt ihr mit dem Auto, lasst euer Kind, sofern es sicher angeschnallt werden kann, vorne sitzen. Zudem hilft es, wenn euer Kind aus der (Front-) Fensterscheibe schaut. Seid ihr mit dem Zug unterwegs, hilft es, wenn euer Kind in Fahrtrichtung sitzt. Im Bus solltet ihr am besten auch ganz vorne sitzen. Zur Not könnt ihr andere Fahrgäste fragen, ob ein Platztausch möglich wäre. Wenn sie zu hören bekommen, dass euer Kind schnell erbricht, werden sie sich sicherlich auf dieses faire Angebot einlassen 😉  Seid ihr mit einem Schiff unterwegs, ist ein Platz in der Mitte zu empfehlen.
  5. Helfen all diese Tipps nicht, die Reiseübelkeit loszuwerden, besprecht mit dem Kinderarzt mögliche Medikamente, Naturheilmittel, Homöopathie oder Akupressur-Sitzungen  und die jeweilige Dosis. Von Reisekaugummis, über Tabletten, bis hin zu Ingwer – die Liste an hilfreichen Mittelchen ist lang. Allerdings wollen wir euch keine genaue Empfehlung geben, da die Dosis immer altersabhängig ist und mit Nebenwirkungen und allergischen Reaktionen verbunden sein kann. Bevor ihr also etwas ausprobiert, lasst euch vom Kinderarzt oder in der Apotheke beraten.

Wir wünschen euch und vor allem euren Kleinen eine gute Fahrt und all unseren Tipps zum Trotz:

Vergesst die K…tüte, desinfizierende Tücher und eine Flasche Wasser (zum Mundausspülen) nicht!!!

Ihr fragt euch auch noch, was in eure Reiseapotheke gehört? Dann schaut auf der Ratgeberseite der BIG vorbei.

Titelbild: © Elena Stepanova

Über den Autor

Saskia

Saskia

Knapp über 30 und noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von all dem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs dann irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ;)

Hinterlasse ein Kommentar