Aufgeregt

Stiftung Warentest: Schadstoffe in Stiften und Tinten

Stiftung Warentest
Saskia
Geschrieben von Saskia

12 Produkte sind mangelhaft!

Pünktlich zum Schulanfang hat sich Stiftung Warentest insgesamt 35 Buntstifte und Filzstifte sowie Tintenpatronen vorgeknöpft und diese auf Schadstoffe untersucht. Die Ergebnisse sind besorgniserregend: In jedem dritten Produkt wurden Stoffe entdeckt, die Krebs erzeugen, im Verdacht stehen, krebserregend zu sein und Allergien auslösen können. 


Dabei sollten gerade in der Vorschulzeit, zur Einschulung und in den ersten Schuljahren Filzstifte, Buntstifte und Tintenpatronen frei von Schadstoffen wie Konservierungs­stoffen, Löse­mittel, Azofarb­mittel oder poly­zyklischen aromatischen Kohlen­wasser­stoffen (PAK) sein. Denn in diesem Alter halten häufig die eigenen Finger oder das Gesicht als Malfläche her oder eure Kleinen nehmen Stifte sogar in den Mund. Da Bunt- und Filzstifte laut Europäischer Kommission als Spielzeug gelten, hat sich Stiftung Warentest an den Grenzwerten der Spielzeugnorm sowie am GS-Zeichen (steht für “Geprüfte Sicherheit) orientiert. Für die Tinten galt die Kosmetikverordnung als Grundlage.

Stiftung Warentest gab 12 Produkten ein “mangelhaft”

1. Buntstifte

Neben Wachsmalern sammeln eure Kleinen meist mit Buntstiften ihre ersten Malerfahrungen. Und selbst wenn sich die Farbe nicht so schnell auf die Haut überträgt, werden die Stiftenden sehr gerne in den Mund genommen und angeknabbert. In diesem Zug kommt euer Kind mit der äußeren Lackschicht sowie mit der Farbe in direkten Kontakt. Umso alarmierender ist das Testergebnis. Gerade mal 5 von 17 Sets sind gut für eure Kinder. Empfehlenswert sind beispielsweise die Evolution Triangle Ecolutions Dreikant-Buntstifte von Bic Kids und Trio Dicke Farbstifte von Stabilo.  In den folgenden 5 Produkten konnten im Lack sogenannte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) nachgewiesen werden, die nicht absichtlich bei der Herstellung verwendet werden, sondern durch Verunreinigungen entstehen und Krebs erzeugen sowie das Erbgut verändern können. Zudem enthielten einige Sets sogenannte Amine aus Azofarbstoffen, die möglicherweise Tumore verursachen können.

Diese 5 Buntstift-Sets wurden mit “mangelhaft” bewertet:

  • Buntstift-Set von Müller
  • Kids-Buntstifte von Tedi
  • Schreibwelt Dreikant-Farbstifte von Rossmann
  • Plus Farbstifte von Lamy
  • Noris Club Buntstifte von Staedtler

2. Filzstifte

Filzstifte – auch Fasermaler genannt – färben am ehesten ab und sind sehr hartnäckig, wenn sie sich erst mal auf der Haut oder gar auf der Zunge befinden. Gerade hier solltet ihr also sehr wählerisch sein, um Allergien bei euren Kindern zu vermeiden, die durch Konservierungsstoffe ausgelöst werden können. Erfreulich ist, dass 6 der 12 Sets von Stiftung Warentest mit “sehr gut” bewertet wurden. Darunter fallen zum Beispiel die Fasermaler von Stylex und die Colorella Star Fasermaler von Pelikan.

Folgende 2 Produkte wurden mit “mangelhaft” bewertet:

  • Visa Fasermaler von Bic Kids
  • Fasermaler von Idena

3. Tinte

Der Tintentest fiel dagegen sehr schlecht aus. Nur die Patronen von Schneider in der Farbe Königsblau bewertete Stiftung Warentest mit der Note “sehr gut”. Die restlichen 5 fielen aufgrund der darin enthaltenen Konservierungsstoffen durch.

Diese 5 Tintenprodukte bekamen die Note “mangelhaft”:

  • 4001 Tintenpatronen TP76 in königsblau von Pelikan
  • T10 in blau (löschbar) von Lamy
  • Tintenpatronen in königsblau von Herlitz
  • Rollerball-Tintenpatronen in königsblau von Online
  • Tintenpatronen in königsblau von Kreuzer

Hier könnt ihr das vollständige Testergebnis kostenpflichtig als PDF herunterladen.

Achtet darauf, dass sich eure Kinder die Hände waschen, wenn sie Farbe an den Fingern haben und Stifte und Tinte nicht in den Mund nehmen. Was während der Schulzeit oder in der Kita passiert, habt ihr natürlich nicht im Blick. Erklärt ihnen trotzdem, wieso die Farbe auf dem Papier besser aufgehoben ist als auf dem Körper und im Gesicht. Sind eure Knirpse im Schulalter, sind sie bereits in der Lage, eure Beweggründe ein Stück weit nachvollziehen zu können.

Titelbild: © Picture-Factory

Über den Autor

Saskia

Saskia

Noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von all dem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ...

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