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20 Kinderhochstühle im Test: Mehr als die Hälfte “mangelhaft”!

Kinderhochstühle im Test
Saskia
Geschrieben von Saskia

Schadstoffe und gefährliche Konstruktionen!

Stiftung Warentest hat zum dritten Mal Kinderhochstühle geprüft. Im Fokus standen unter anderem die Sicherheit und die Prüfung auf Schadstoffe. Elf Modelle – darunter auch hochpreisige Stühle – wurden mit “mangelhaft” bewertet. Nur drei Modelle haben mit “gut” abgeschnitten. Lest hier die Ergebnisse zu Kinderhochstühle im Test!


Es ist ein großer Meilenstein, wenn euer Kind endlich selbstständig sitzen und wie ein “Großer” mit essen kann. Doch es sind nicht nur die Tischmanieren, die eurem Nachwuchs noch fehlen. Erst mit rund acht Monaten ist die Rückenmuskulatur bereit dazu, senkrecht in einem Stuhl zu sitzen. Und genau hier fängt die schlechte Beurteilung durch Stiftung Warentest schon an, denn einige Hersteller empfehlen ihre Kinderhochstühle bereits ab sechs Monaten und mit senkrechter Rückenlehne. Wollt ihr eure Kleinen bereits zwischen dem fünften und achten Monat in einen Stuhl setzen, sollte die Lehne um mindestens 45 Grad geneigt sein.

Getestet wurden zwölf mitwachsende Treppen­hoch­stühle und acht Hoch­stühle für Klein­kinder bis drei Jahre (einige davon sind klapp­bar und mit Tisch). Die Preisklasse der getesteten Stühle liegt zwischen 21 und 480 Euro. Zwei Hochstühle schnitten mit der Note 1,6 ab, ein Modell mit “gut”, fünf wurden mit “befriedigend” und elf mit “mangelhaft” bewertet. Unter den Herstellern befinden sich unter anderem Modelle von Stokke, Hauck und Ikea.

Kinderhochstühle im Test: Folgende Bereiche wurden geprüft

Schadstoffbelastung bei Herlag, Roba, Chicco und Co.

So schadstofffrei wie das Spielzeug eurer Kinder sollte auch der Hochstuhl sein. Schließlich wird beim Essen auf der Tischplatte herumgematscht, bevor es im Mund landet und auch die Polster werden gerne abgeleckt.

Diese Schadstoffe wurden gefunden:

1. Formaldehyd

In den Sitzpolstern von Herlag und Roba wurden große Mengen des vermutlich krebserregenden Stoffes Formaldehyd gefunden.

2. Weichmacher

Im Polster des TecTake konnten zwei gefährliche Weichmacher DINP (Diisononyl­phthalat) und DEHP (Diethylhex­ylph­thalat) nachgewiesen werden. Letzterer steht im Verdacht, die Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen.

3. Flammschutzmittel

Im Sitzpolster des Peg Pérego wurde eine hohe Menge des Flammschutzmittels TDCPP festgestellt, das ebenfalls im Verdacht steht, krebserregend zu sein.

Sicherheitsmängel beim Hauck Alpha+ und Geuther Tamino

Auch in puncto Sicherheit fand Stiftung Warentest einige Modelle, die nicht zu empfehlen sind.

1. Gefahr des Durchrutschens

So kann euer Kind beim “Geuther Tamino” zum Beispiel beide Beine durch eine Öffnung stecken, dadurch durchrutschen und beispielsweise mit dem Kopf hängen bleiben.

2. Gefahr des Herauskletterns

Beim “Hauck Alpha+” ist so viel Platz zwischen Bügel und Sitz, dass euer Knirps aus dem Sitz klettern und dadurch herunterfallen kann. Zwar wird ein Gurt mitgeliefert, da dieser aber nur mit einem Klettverschluss an der Rückenlehne befestigt wird, kann dieser zum Beispiel von anderen Kindern ganz einfach gelöst werden.

Teure Verlierer, günstiger Gewinner

Unter den mit “mangelhaft” bewerteten Stühlen, befinden sich auch Modelle, die weit teurer sind als 100 Euro.

Testsieger: “Tripp Trapp”, “Evomove Nomi” und “Safety 1st Timba”

Der hochwertige und robuste Kinderhochstuhl “Tripp Trapp” von Stokke aus Holz ist bei Eltern sehr beliebt und konnte auch Stiftung Warentest überzeugen. Er bekam die Note 1,6 und ist mit 350 Euro leider nicht gerade günstig.

Ebenfalls mit “gut” hat der “Evomove Nomi“ abgeschnitten, der auch rund 350 Euro kostet.

Der Dritte und Günstigste im Bunde, der mit “gut” bewertet wurde, ist der Kinderhochstuhl “Safety 1st Timba” und kostet 85 Euro.

Kinderhochstühle im Test: Mitwachsen und Langlebigkeit

Falls ihr noch unsicher seid, wie viel ihr für einen Hochstuhl ausgeben wollt: Klassiker sind zwar häufig teuer, aber viele von ihnen wachsen bis ins Schulalter mit und sind sehr langlebig. Ihr könnt sie also durchaus nicht nur für ein Kind, sondern auch noch für weiteren Nachwuchs verwenden, den Stuhl danach weiterverkaufen oder selbst nach einem gebrauchten aber hochwertigen Kinderhochstuhl Ausschau halten.

Die vollständigen Testergebnisse könnt ihr euch hier kostenpflichtig herunterladen.

Titelbild: © anoushkatoronto

Über den Autor

Saskia

Saskia

Noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von all dem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ...

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